Yakuza
Yakuza
Dass die Mafia kein Wohltätigkeitsverein ist, dürfte jedem bekannt sein. Im neusten PS2-Titel von Sega taucht ihr in die Unterwelt Tokios ein und erlebt, wie es in der japanischen Mafia, der „Yakuza“, zugeht. Wie es sich in der „Yakuza“ spielt erfahrt ihr in unserem Test!
Willkommen in Tokio!
Im Spiel übernehmt ihr die Rolle von Kazuma, einem Mitglied der Yakuza, der vorhat, einen eigenen Clan zu gründen. Doch bevor er dieses Vorhaben verwirklichen kann, kommt der Hauptprotagonist erstmal für 10 Jahre ins Gefängnis, da er die Schuld an dem Mord des Yakuza-Oberhauptes auf sich genommen hat. In der Freiheit angekommen, gehen die Probleme auch schon weiter: Ein guter Freund wird vermisst und auf der Suche nach 10 Milliarden Yen werdet ihr von der Unterwelt gejagt. Die Story wird in vielen, spannenden Zwischensequenzen vorangetrieben, wodurch der Titel sehr viel an Atmosphäre gewinnt.
In „Yakuza“ seid ihr ausschließlich in einem Stadtteil Tokios unterwegs, wodurch das Spielgebiet leider etwas klein ausgefallen ist. Dieses Gebiet erforscht ihr sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Um euch die Orientierung zu erleichtern, wird euch ein Radar eingeblendet, bei dem euch auch der Weg zum nächsten Auftrag angezeigt wird. Habt ihr mal keine Lust der Hauptstory zu folgen, könnt ihr in Geschäften shoppen gehen, euch in Bars entspannen, in Casinos euer Glück versuchen oder auch einen der zahlreichen Nebenaufträge erledigen. Falls ihr mal Lust auf Kommunikation mit anderen Passanten habt, könnt ihr einige von diesen zudem ansprechen. Es gibt außerdem bestimmte Sega-Geschäfte, doch anstatt dass ihr einige Arcade-Klassiker, ähnlich wie in „Shenmue“, zocken dürft, könnt ihr hier lediglich euer Geschick an Plüschtierautomaten versuchen. Ihr könnt euch aber auch einfach ein wenig im virtuellen Tokio umschauen, denn die Kulisse wirkt sehr authentisch und atmosphärisch. Die Kamera ist leider nicht frei justierbar, doch dafür könnt ihr euch mit dem rechten Analogstick auf dem Radar orientieren.
Lasst die Fäuste fliegen!
Der Hauptbestandteil des Spieles liegt ganz klar auf Faustkämpfen. Zwar könnt ihr auch allerlei Gegenstände wie Baseballschläger, Stühle oder Pistolen einsetzen, doch diese nutzen sich recht schnell ab und somit seid ihr wieder auf eure Fäuste angewiesen. Doch dies ist nicht weiter schlimm, da Kazuma eine Reihe von Schlägen und Tritten beherrscht. Diese werden mit bestimmten Tastenkombinationen ausgeführt. So könnt ihr euren Widersachern eine Vielzahl von Schlägen verpassen, sie mit einem Wurf auf den Boden werfen. Ein wichtiger Aspekt im Kampf ist der Heat-Modus. Während ihr Gegner vermöbelt, wird eine Anzeige gefüllt. Ist diese voll, erscheint an Kazumas Körper eine Art blauer Feuerball. Von nun an könnt ihr stärker zuschlagen oder eure Gegner gegen die Wand klatschen. Nach und nach könnt ihr Kazumas Fähigkeiten aufwerten und neue Techniken dazulernen. Doch leider verhalten sich die Gegner in den Kämpfen nicht sehr schlau und somit lassen diese sich zu leicht verdreschen. Zudem verhält sich jeder Gegner gleich. Lediglich einige Zwischengegner greifen euch mit individuellen Angriffen an und diese sind auch widerstandsfähiger als die üblichen Widersacher. Außerdem sind die Kämpfe recht undynamisch und werden nach einiger Zeit öde.
Die technische Seite der „Yakuza“
Technisch macht der Titel eine ordentliche Figur. Die Umgebung wirkt sehr authentisch und atmosphärisch. Dafür sorgen eine Vielzahl von Passanten, realistische Umgebungsgeräusche und ein Tag-und Nachtwechsel. Gerade bei Nacht wirkt das virtuelle Tokio wie das reale Vorbild, aufgrund der vielen Neonleuchten. Zwar sind die Charaktere keine technische Meisterleistung, doch trotzdem sehen diese ordentlich aus. Das Spiel gerät außerdem nie ins Ruckeln. Auch der Soundtrack kann sich sehen, ähh, hören lassen. Zwar nervt die musikalische Untermalung der Kämpfe auf Dauer etwas, doch dafür ist der Soundtrack während der Zwischensequenzen umso besser. Das ist auch gut so, da es von den Zwischensequenzen sehr viele gibt. Außerdem ist die Sprachausgabe sehr gut gelungen. Diese ist zwar nur auf Englisch, doch dafür gibt es deutsche Untertitel. Ebenfalls positiv anzumerken ist, dass das Spiel einen 50 Hz- / 60 Hz-Modus unterstützt, wodurch auch Leute das Spiel spielen können, die einen Fernsehen besitzen, der kein 60 Hz unterstützt.
Kommentar (AB) :
Die Bewertung für „Yakuza“ ist mir nicht leicht gefallen. Einerseits überzeugt der Titel durch eine tolle Atmosphäre, einer interessanten Story, einem umfangreichen Kampfsystem und einer lebendigen, atmosphärischen Umgebung und andererseits ist der Titel auf Dauer zu eintönig und die KI eurer Widersacher ist zu einfach gestrickt. Leider halten sich auch die Möglichkeiten im virtuellen Tokio in Grenzen. Mein Fazit: Wer auf Spiele mit einer dichten Atmosphäre, einer interessanten Story und einem guten Kampfsystem steht, sollte sich den Titel einmal näher ansehen. Alle anderen sollten vorher probespielen.