Infos zum Spiel


Warhammer Online Age of Reckoning

Entwickler:
Publisher:
Erscheinungsdatum:
Genre: Unbekannt
Plattformen:

Wertung


Grafik: 74 %
Sound: 74 %
Gameplay: 87 %
Steuerng: 80 %
Mehrspieler: 94 %

Positiv


  • + Wälzer des Wissens mit Achievements und Titeln
  • + Kollissionsabfrage im PvP
  • + riesiger Umfang
  • + viele Hintergrundinformationen, wenn man denn alles liest
  • + Realm vs. Realm
  • + ein Fest für PvP-Fans
  • + 20 Klassen, die sich alle ein bisschen anders spielen
  • + Public Quests
  • + Belagerungen
  • + einfaches Social-System (Finden von Gruppen)
  • + Erfahrung auch für PvP-Kämpfer
  • + Trophäen
  • + stabile Server

negativ


  • - Recht hohe Anforderungen
  • - Kaum Endgame für PvEler
  • - Das jetzige Berufssystem hätte man gleich weglassen können
  • - eingeschränkte Charakter-Individualisierung
  • - Tolle Musik wird zu selten eingesetzt
  • - Technik hinter den Erwartungen

Warhammer Online Age of Reckoning Spielebericht


Warhammer Online Age of Reckoning

Warhammer Online: Age of Reckoning

Warhammer Online: Age of Reckoning

Viele Online-Rollenspiele haben es bereits versucht, den derzeitigen Genre-König World of Warcraft vom massiven Thron zu stürzen, doch keines hat es bisher wirklich geschafft. Unausgereiftes Gameplay, fehlender Content im High-End-Bereich, zu viele Bugs oder schlichtweg das falsche Setting. Mit Warhammer Online: Age of Reckoning versucht es nun der Publisher-Riese Electronic Arts. Ob der Sturz gelingt und auf meinem Schreibtisch der würdige Thronfolger steht, lest ihr in diesem Test.

Kriegshammer gegen Kriegskunst

Warhammer – dieses Franchise dürfte vielen bekannt sein, doch nur wenige kennen die wahren Ursprünge dieses Universums, in dem sich schon zahlreiche Spiele, darunter zum Beispiel die äußerst erfolgreiche Warhammer 40: Dawn of War-Reihe (Hauptspiel + Addons), angesiedelt haben. Alles begann 1983 mit dem Tabletop-Strategiespiel Warhammer: The Game of Fantasy Battles vom britischen Spielehersteller Games Workshop. Damals noch ohne Tastatur, Maus oder Gamepad, hatte die stetig wachsende Fangemeinde kleine Armeen voller Fantasy-Miniatur-Figuren wie Orks, Elfen oder Zwerge, die gegeneinander antraten. Gewinner eines Kampfes war derjenige mit dem besseren Würfelglück und der besseren Taktik – heute vielleicht noch aus Brettspielen wie Risiko (ein tolles Spiel!) bekannt. Doch Warhammer war weit mehr als ein Brettspiel und konnte ein gewaltige Fangemeinde anziehen, die noch bis heute Schlachtfelder bastelt, Figuren aufstellt und in den Krieg zieht – ob nun mit richtigen, äußerst detaillierten Miniatur-Kriegern oder virtuell mit Polygonhaufen.
 
Zum Vergleich: Warcraft hingegen, das Universum, auf dem WoW basiert, hatte seine Anfänge direkt am Bildschirm. 1994 erschien das Computerspiel Warcraft: Orcs & Humans von Blizzard Entertainment, das den Anfang eine Spielereihe einleiten sollte, die heutzutage unzählige Menschen an den heimischen Rechner fesselt und dessen dritter Ableger sogar zu einer Stützsäule für den heutigen e-Sport wurde. Mit dem Online-Rollenspiel World of Warcraft gelang dann aber der absolute Durchbruch. Weltweit zahlen mittlerweile über 10 Millionen Menschen, um sich in die Welt von Warcraft einzuloggen und am Krieg zwischen der Allianz und der Horde teilzunehmen.

Warhammer Online – ein Spiel mit Narben

1988 wurde die kleine Spielschmiede Climax gegründet. Sagt euch nichts? Schämt euch! Seit der Gründung erschienen zahlreiche großartige Videospiele unter diesem Namen. Um euch mal ein paar Beispiele zu geben, die auch den Jüngeren von euch bekannt sein sollten: Silent Hill: Origins, MotoGP, die PC-Fassung von Viva Pinata oder auch der PlayStation-Port von Diablo. Zur Jahrtausendwende beginnt die Geschichte des Spiels, über das ihr hier gerade lest. 1-2 Jahre später, also im gleichen Zeitraum, in dem World of Warcraft angekündigt wurde, nahm das Projekt Warhammer Online Ltd. Formen an – damals noch zusammen mit Games Workshop und mit SEGA als Publisher. Endlich! Das Warhammer-Universum in einer riesigen Welt mit tausenden von Spielern erleben und als Mensch, Elf, Zwerg, Oger oder Halbling durch die düstere Welt von Warhammer rennen. Tolle Ideen wie ein Wetter-System, die riesige Spielwelt und ein cooles PVP-System sorgten für große Augen bei den Fans des Franchise.



Doch der Traum von einem Warhammer Online Ltd. zerplatzte schon bald wie eine Seifenblase. Konnte man auf der großen Videospielmesse E3 im Jahr 2003 noch coole neue Sachen zeigen, hatte man ein Jahr später irgendwie nichts mehr. Das Team rund um Warhammer Online Ltd. hatte Probleme. Die Ziele waren zu hoch angesetzt und Meinungsverschiedenheiten zwischen Climax und Games Workshop sorgten für das Übrige. Im Juni 2004 war schließlich alles zu Ende. Die Entwicklung hatte bereits zu viel Geld gefressen und das Fortsetzen des Projekts, inklusive der Veröffentlichung, hätte weitere 30 Millionen Dollar gekostet – eine Summe, die Games Workshop nicht ausgeben wollte. Und so versiegte der Geldregen. Zwar versuchte man bei Climax noch verzweifelt, weiterzumachen und einen neuen Partner zu finden, doch gegen Ende des Jahres brach auch das Entwicklerstudio die Arbeiten am Titel ab. Aus und vorbei.
Still Alive

Nach dem aus für Warhammer Online Ltd. war es eine kurze Zeit still – bis Mythic am 18. Mai 2005 die Warhammer-Lizenz ergatterte und ein komplett neues Projekt aus dem Boden stampfte. Warhammer Online: Age of Reckoning war geboren. Die offizielle Ankündigung des Titels erfolgte rund ein Jahr später. Der Rest der Geschichte dürfte mehr oder weniger bekannt sein. Beta-Phasen, Verspätungen, Stresstests, Messe-Awards, das übliche Prozedere halt.



Jetzt liegt es endlich hier. Mit dem gigantischen USK-12-Aufkleber, der 1/3 der spielbaren Rassen verdeckt und sich, im Gegensatz zum USK-18-Logo auf den §14 im Jugendschutz-Gesetz, und nicht auf &14, bezieht. In einer ansonsten schicken Papp-Hülle verbirgt sich die mindestens genauso coole DVD-Verpackung mit 2 DVDs, dem rund 60-Seiten starken Handbuch, einer weiteren DVD von GOA mit vielen Gratis-Spielen (juhu...) UND 3 Postkarten. Wofür die sind? Gute Frage. Vermutlich, um den Eltern, Großeltern und der Freundin zu schreiben „Liebe/r XYZ, dies wird das letzte mal sein, dass du von mir hörst. Ich möchte mich bei dir für tolle Zeit, die wir zusammen erlebt haben, bedanken und dir mitteilen, dass mein Leben jetzt einen Sinn hat. Ich bin ein Ork. Du weißt nicht was das ist, aber das ist in Ordnung und ich weiß, dass du mich verstehst. In Liebe, dein Sohn/Enkel/Freund.“

Waaagh!

Die Story von Warhammer Online: Age of Reckoning könnte einfacher nicht sein: Die Guten kämpfen gegen die Bösen. Wer ihr sein wollt? Das liegt ganz bei euch! Wir haben uns für die Armeen der Zerstörung entschlossen und einen bulligen Schwarzork erstellt, der den Armeen der Ordnung gehörig in den virtuellen Arsch treten soll – natürlich auf einem PVP-Server, schließlich wollen wir ein bisschen Action erleben! Zuerst gilt es jedoch, wie in so ziemlich jedem anderen Online-Rollenspiel auch, seinen Charakter zu erstellen und zu individualisieren – wir wollen ja nicht gleich unseren geheimen Zwillingsbruder finden und gegen die Klonarmeen der Ordnung kämpfen. Bei unserem Ork verändern wir also Farbe und Aussehen der Zähne, verpassen ihm eine schicke Narbe quer über’s Auge und passen noch seine Hautfarbe an. Klingt nach wenig Einstellungsmöglichkeiten? Das ist richtig – eine so wahnsinnig große Auswahl habt ihr nicht, doch das wird später durch einfärbbare Ausrüstungsgegenstände und coole Trophäen wie Zwergenköpfe oder Abzeichen ausgebessert.

So, noch schnell einen Namen vergeben und schon steht unser Schwarzork mit seiner spärlichen Anfänger-Ausrüstung in der Charakterauswahl. Los gehts! Waaaaaaaar ... teschlange! Ok, zugegeben, wir haben uns einen vollen Server ausgesucht, um, wie schon gesagt, möglichst viel Action zu erleben, doch die Warteschlange hat uns dann doch irgendwie den Wind aus den Segeln genommen. Zum Glück haben wir hier im Büro 2 Monitore und können uns nebenbei nochmal das Intro-Video als .wmv zu Gute kommen lassen.

Warhammer Online: Age of Reckoning Intro

 


WAR IS EVERYWHERE!

Na? Genug eingestimmt? Gut, dann kann’s ja jetzt losgehen. Eure ersten Quests beginnen wie in jedem anderen MMORPG – mit dem Questgeber. In Warhammer Online: Age of Reckoning (kurz: WAR) schickt man euch jedoch nicht als blutigen Anfänger in die Wildnis, um ein paar hungernde Wölfe zu jagen oder Hasenpelze einzusammeln. Ihr rettet auch nicht irgendeine vollbusige Dame aus dem horizontalen Gewerbe, die irgendwo an einem leeren Strand angekettet ist. Nein, in WAR seid ihr von Anfang an mitten drin im Kampf zwischen Ordnung und Zerstörung. Daher ist es auch eine eurer ersten Aufgaben, mehrere Zwerge zu töten, die uns an der Front Probleme bereiten. Auch die folgenden Quests gestalten sich ähnlich und das Gefühl, sich mitten in einem Krieg zu befinden, in dem zwei Völker gegeneinander kämpfen, kommt schnell auf. Überall findet ihr Belagerungswaffen, NPCs machen sich für den Kampf bereit (und marschieren dann auch los, um gegen anderen NPCs zu kämpfen), am Horizont seht ihr dunklen Rauch von brennenden Häusern. Und das tolle ist: Zwar kommt bei allen Völkern dieses Gefühl auf, doch das Setting ist stets etwas anders und entspricht der gewählten Rasse. Während ihr bei den Orks und Zwergen gigantische Dämme, mit Dornen versehene Häuser, große Belagerungswaffen und blutige Schlachtfelder vorfindet, seht ihr zum Beispiel auf Seiten des Chaos brennende Dörfer, Scheiterhaufen und Friedhöfe.

Dabei kann man die Welt von Warhammer Online eigentlich in drei große Krisenherde einteilen. Orks gegen Zwerge, Hochelfen gegen Dunkelelfen und Imperium (Menschen) gegen das Chaos. Das heißt aber nicht, dass ihr als Ork nur selten auf Menschen trefft, denn hier gibt es zum Glück die sogenannten Szenarien – im Grunde genommen das selbe wie die Schlachtfelder in World of Warcraft. Im Rahmen einer Quests werden wir zum ersten Mal kurz nach dem Spielstart auf ein solches Szenario hingewiesen: Tritt dem Szenario bei und gewinne es. Nichts leichter als das! Später kommen noch weitere Aufgaben wie „Töte 25 gegnerische Spieler in Szenario XYZ“ hinzu. Nach einer kurzen Wartezeit geht es dann auch schon direkt los und wir finden uns nach einem Knopfdruck auf unserem ersten Schlachtfeld wieder.


Stumpen'z sin zum Moschn da!

Ein Satz, der uns schon zu Beginn beigebracht wird. Was das heißt? Na, dass Stumpn'z (Zwerge) zum Moschn (kaputthauen) da sind. Und genau das werden wir jetzt auch tun, und uns in den folgenden Zeilen auf das konzentrieren, was Warhammer von anderen Online-Rollenspiel abhebt - das PvP. Nach einer Vorbereitungszeit von etwa 45 Sekunden können wir Richtung Feind stürmen, unsere geschärfte Axt griffbereit. Schnell bemerken wir links oben bei unserem Charakterbild (das UI lässt sich größtenteils variieren) einen Buff, den wir vorher noch nicht hatten. So wurden unsere Attribute wie die Lebensenergie und unser Schaden aufgestuft, um gegen die höherstufigeren Gegner im Szenario bestehen zu können. Zwar erhalten wir keine neuen Skills, doch der Buff ist gerade für Anfänger und kleinstufigere Spieler gut, da sie so nicht einfach von „den großen Jungs“ mit wenigen Schlägen umgehauen werden. In guter alter MMORPG-Manier wählt ihr also eure Attacken und bearbeitet so eure Gegner. Diverse Angriffe haben einen kurzen Cooldown, damit sie nicht kontinuierlich eingesetzt werden. Andere Attacken hingegen können erst eingesetzt werden, wenn eure Kampfesmoral (steigt, wenn ihr euch im Kampf befindet) hoch genug ist oder ihr vorher andere Angriffe ausgeführt habt, die dann neue freischalten (Combos).
Der Kampf gegen andere Spieler fühlt sich angenehm frisch an. Zum einem besitzt jede Klasse sogenannte Aktionspunkte, die sich nach wenigen Sekunden wieder regenerieren, sodass man nicht wehrlos dasteht, wenn man als Magier das halbe Zauberbuch runtergebetet hat. Zum anderen sind die insgesamt 20 Klassen sehr gut ausbalanciert und man hat nie so wirklich das Gefühl „Och ne, schon wieder ein , da kann ich ja gleich aufgeben“. Klar, die Klassen sind immernoch grob in Fernkämpfer (Magier, aber auch Schützen) und Nahkämpfer unterteilt (darunter Klassen, die sehr viel Schaden austeilen und solche, die viel einstecken), doch wer seine eigene Klasse beherrscht, sollte gegen jeden Gegner eine entsprechende Taktik haben. Und zur Not versteckt man sich als Magier einfach hinter den Nahkämpfern. Wenn die nämlich eine schicke und lückenlose Barriere bilden, kommt da niemand mehr durch. Anders als in World of Warcraft haben die Spielercharaktere nämlich eine Kollissionsabfrage. Das bedeutet letztendlich, dass ihr nicht einfach durch euren Gegenüber hindurchlaufen könnt, sondern euch erstmal an ihm vorbeikämpfen müsst. Außerhalb der Szenarien ist das natürlich abgeschaltet, sodass sich keine undurchdringlichen Knubbel um einen Questgeber bilden.

Realm vs. Realm

Die Szenarien sind eigentlich schon die zweite Stufe des PvP, immerhin könnt ihr auch auf beim Questen auf gegnerische Spieler treffen. Ein Spezialfall sind hier die Public Quests. Das sind Questbereiche, in denen es bestimmte Aufgaben zu erfüllen gibt. Beispielsweise müsst ihr relativ früh 100 Gegner vom Typ A töten, danach genauso viele vom schwereren Typ B und letztendlich gegen einen Bossgegner kämpfen – und zwar alle zusammen. Jeder, der zufällig gerade vorbeischlendert, kann daran teilnehmen und zum Erfolg der Quest beitragen. Das ist auch nötig, denn alleine scheitert man spätestens beim Bossgegner. Ja, zugegeben, das ist nichts anderes als Grinden, versteckt hinter einer simplen
Killquest – mit dem kleinen Unterschied, dass es für’s Grinden, also das simple Abschlachten von Wildschweinen, Zwergen oder anderen NPCs, nur ein bisschen Erfahrung und mit viel Glück vielleicht mal einen nützlichen Gegenstand gibt. Erledigt ihr alle Stufen einer Public Quest und habt ordentlich etwas geleistet, wird am Ende um eine ordentliche Belohnung gewürfelt. Je mehr ihr dabei geholfen habt, desto höher ist die Warscheinlichkeit, dass ihr gewinnt. Wer leer ausgeht und nochmal mitmacht, erhält einen zusätzlichen Modifikator bei der nächsten Würfelrunde, sodass die Mühe nicht unbelohnt bleibt. Zudem warten Einflussbelohnungen, die ihr euch verdient, indem ihr die Quest mehrmals macht und so euren „Einfluss“-Meter für das jeweilige Chapter in der Public Quest-Geschichte bis ans Ende treibt. Hin und wieder gestaltet sich so eine Public Quest dann auch als große Schlacht, in der ihr beispielsweise 100 gegnerische NPCs töten müsst, bevor die gegnerischen Spieler eure NPCs erledigen.

Richtig spannend wird es aber erst, wenn ihr den Krieg als Gesamtes betrachtet. Jedes Gebiet kann kontrolliert werden, was dem Konto eurer Fraktion Punkte zuschreibt. Kontrolliert ihr den Großteil der Gebiete, steht euch irgendwann die Möglichkeit offen, die Hauptstadt der Gegner anzugreifen. Bis dahin müsst ihr jedoch zahlreiche Schlachten schlagen, Festungen erobern und Belagerungen austragen, schließlich ist die Hauptstadt das große Ziel der – stark auf PVP ausgerichteten – Kampagne in Warhammer Online.

So viel PvP, wie sieht’s für PvEler aus?

Wie schon gesagt, ist Warhammer Online stark auf den Kampf Spieler gegen Spieler (bzw. Realm vs. Realm) ausgelegt. Überall gibt es Schlachtfelder, zu erobernde Gebäude oder eben die instanzierten Szenarien, die alle mehr oder weniger wichtig für den Gesamterfolg sind. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ihr auch beim PvP ordentlich Erfahrungspunkte erhaltet und auch so schnell im Level aufsteigen könnt, doch wie schaut es eigentlich aus, wenn man keine Lust hat, sich ständig mit anderen Spielern zu kloppen? Nun, dann ist Warhammer Online im Grunde genommen wie jedes andere MMORPG auch. Questgeber gibt Quest und verspricht Belohnung, ihr zieht aus, tötet 20 Zwerge, sammelt ihre Bärte und kehrt dann zurück. Questgeber freut sich, lobt und belohnt euch, und gibt euch dann die nächste Aufgabe. Große Raidinstanzen wie in World of Warcraft gibt es nur wenige und so werden sich die Gilden wohl größtenteils auf den Kampf gegen andere Spieler konzentrieren. Schön ist aber das einfache Gruppen-System, das euch, sobald ihr eine neue Gegend betretet, alle offenen Gruppen anzeigt und euch sogar verrät, wie lange ihr brauchen würdet, um zu ihnen aufzustoßen. Und irgendwann macht es dann „Ping“ und ihr habt einen Eintrag im Wälzer des Wissens, weil ihr gerade eure hundertste Quest abgeschlossen habt.

Der Wälzer des Wissens

Wälzer des Wissens? Was ist das denn nun schon wieder? Auf den ersten Blick ein hübsches Questlog, das alle Missionen listet, die ihr im Spiel absolviert habt. Auf den zweiten Blick ist der Wälzer des Wissens genau das, was der Name erraten lässt. Eine riesige Enzyklopädie für W arhammer Online. Neben ausführlichen Seiten über gegnerische Klassen, die Geschichten der einzelnen Fraktionen sowie Informationen über einzelne Monster gibt es für wahre Story-Fans auch jeweils eine kleine Geschichte zu den Public Quests und auch erwähnenswerte Personen der eigenen Fraktion werden gelistet, sofern ihr diese getroffen habt. Hinzu kommt ein Achievement-System, das diverse Dinge als Erfolg auflistet. Ihr wurdet 10 mal im PvP getötet? Das verdient einen Eintrag im Wälzer. Ihr habt 100x auf euren eigenen Charakter geklickt? Auch das gibt einen Eintrag, inklusive dem Titel „Oh my eye!“, den dann andere Spieler unter eurem Charakternamen sehen können. Auch für 100 abgeschlossene Quests oder das Töten von 500 Zwergen gibt es Erfolge, die ungemein zur Motivation beim Zocken beitragen. Momente wie „Cool, noch ein neuer Titel“ oder „Nice, jetzt hab ich alle möglichen Erfolge für das Töten von Zwergen“ sind keine Seltenheit. Das einzige, das im PvE-Bereich von Warhammer wirklich viel zu kurz kommt, ist das Crafting. Keine Rüstungsschmiede, die coole Plattenrüstungen für meinen Ork herstellen, keine Waffenschmiede, die mir eine große Axt machen, mit der ich noch besser Zwergenköpfe spalten kann. Das Berufe-System in WAR beschränkt sich auf das Sammeln von Zutaten (entweder durch Zerstören von Gegenständen, Ausweiden von Gegnern oder der Anbau von Samen) und die Herstellung von Amuletten oder Tränken. Wirklich spannend ist dieses System nicht und Nebenberufe wie Fischen oder ähnliches gibt es nicht – gut, das wäre in dem Setting auch nicht so wirklich angebracht.


Aktuelles Spiel, aktuelle Technik?

Nein, so ganz einfach ist es leider nicht. Klar, der grafische Aspekt eines MMORPGs ist im Vergleich zum Rest eher zu vernachlässigen und wir werden es wohl lange nicht erleben, wie 10.000 Spieler auf einem Server mit einer Grafik wie in Far Cry 2 herumlaufen, doch leider werden die relativ hohen Hardwareanforderungen der Grafik nicht wirklich gerecht. Ich persönlich hätte in diesem Bereich einfach ein bisschen mehr erwartet, als World of Warcraft mit anderem Setting. Texturen sind häufig schwammig, Animationen nicht gerade umwerfend und ein paar Polygone mehr hätten sicher auch nicht geschadet. Doch trotz der Kritikpunkte, wirkt die Welt durch ihren düsteren und dreckigen Stil einfach stimmig.


Die Technik der Server selbst hingegen weiß zu gefallen. Bisher hat das Spiel kein einziges mal störend gelaggt (gibt es überhaupt eine Ping-Anzeige?) und Schlimmeres wie einen Serverabsturz haben wir auch nie erlebt. Leider gibt es da noch einen letzten Punkt, von dem ich mir persönlich mehr erhofft hatte – der Sound.

Oft fällt mir beim Zocken auf, dass es absolut still ist. Natürlich kann ich nicht erwarten, dass ich mitten in der Pampa von einem Soundeffektfeuerwerk beschallt werde, doch eine durchgehende Hintergrundmusik hätte vielleicht schon geholfen und verhindert, dass ich nebenbei meine WMP-Playlist anmache. Hört man dann mal Hintergrundmusik, ist diese aber wirklich schön anzuhören. Auch wenn man sich in Kriegslagern oder kleineren Stützpunkten aufhält, kann die Soundkulisste ein wenig punkten. Bei den Orks beispielsweise hört ihr ständig jemanden rülpsen oder furzen (inkl. dem Kommentar „Oh, der war gut“). Die Sprachausgabe ist moderat. Zwar kann man sich mittlerweile einen großen Sprachpatch herunterladen, der zusätzliche NPC-Stimmen beinhaltet, doch außer einem Grunzen oder eben einem einleitetenden Text hört man recht wenig von den Figuren. Questtexte sind nicht vertont. Lediglich die Effekte in Kämpfen wissen zu gefallen und es knallt und donnert nur so auf den Schlachtfeldern von Warhammer Online.

0 Kommentare


Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Dein Kommentar: