Infos zum Spiel


Pure

Entwickler: Black Rock Studio
Publisher: Disney Interactive
Erscheinungsdatum: 25.09.2008
Genre: Rennspiel
Plattformen: PC

Wertung


Grafik: 94 %
Sound: 87 %
Gameplay: 74 %
Steuerung: 87 %
Mehrspieler: 67 %

Positiv


  • + wunderschöne Grafik
  • + tolles Geschwindigkeitsgefühl
  • + zahlreiche Tricks
  • + gute Steuerung
  • + sehr guter Soundtrack

negativ


  • - zu wenig Spielmodi
  • - kein Splitscreen
  • - magerer Online-Part
  • - sehr hoher Schwierigkeitsgrad

Pure Spielebericht


Pure

Pure

Pure

Die Disney Interactive Studios sind nicht gerade durch sehr gute Spiele bekannt, sondern liefern vielmehr Kost für den Casual Markt und das auch noch richtig erfolgreich. Das zeigt sich besonders an den Highschool Musical- und Hannah Montana-Spielen. In der Tat scheint der Entwickler und Publisher nicht gerade für sonderlich sehr gute Qualität zu stehen, sondern bringt nach und nach Durchschnittskost a la Die Chroniken von Narnia auf den Markt. Man möchte meinen, das Disney mehr auf ihre Marken setzt, die nur halbherzig umgesetzt werden, als auf frische, neue Marken, die man etablieren könnte. Doch da haben wir wohl alle nicht die Rechnung mit den Black Rock Studios gemacht, die im Auftrag für Disney ein Rennspiel programmieren sollten, das einfach nur den puren Arcade-Spaß vermitteln soll.

Was daraus geworden ist, sollte jedem bekannt sein. Ein Offroad-Racer namens Pure, welcher sich den wendigen ATVs (All Terrain Vehicle) oder auch Quads genannt, widmet. Wir haben uns in unwegsame Terrains gewagt und erzählen euch, was wir erleben durften.

Eine steile Karriere

Worum geht es eigentlich in Pure? In Pure besteht eure Aufgabe darin, in einer Welttournee die Bestenliste zu stürmen, um am Ende den so wichtigen Ersten Platz zu ergattern. Die Tournee stellt sich aus zehn Wettbewerben zusammen, die jeweils noch einmal in unterschiedliche Rennen unterteilt sind. Insgesamt gibt es in den vereinzelten Events drei unterschiedliche Spielmodi, die gemeistert werden sollen, um die Weltrangliste empor zu steigen.

Pure

Bevor ihr euch jedoch ins Renngeschehen einsteigen könnt, muss zuvor allerlei Hand angelegt werden. Nachdem ihr euch für einen von zahlreichen Fahrern entschieden habt, müsst ihr eure eigene Werkstatt aufsuchen und euch euer eigenes ATV bauen. In Pure könnt ihr euch nämlich nicht, wie in anderen Rennspielen, einfach einen fahrbaren Untersatz aussuchen, sondern müsst diesen von Grund auf selber gestalten. Zunächst sucht ihr euch einen stabilen Rahmen aus, auf dem das Quad aufgebaut werden soll. Danach werden Reifen, Bremsen, Lenkstange, Karosserie und Lackierung bestimmt. Im Grunde könnt ihr euer ATV komplett selbst individualisieren, um es so einzigartig zu machen. Zunächst stehen euch nur einfache Bauteile zur Verfügung, bessere und stärke Items müssen erst noch in der Welttournee freigespielt werden.

Wie eben schon erwähnt, bietet Pure drei unterschiedliche Rennmodi. Zum einen gibt es da das ganz normale Wettrennen, bei dem ihr einen bergigen Rundkurs bestreiten müsst und viele Stunts und Tricks vollführen könnt. Daneben gibt es den Sprint-Wettbewerb, der sich vom Wettrennen im Grunde nur durch die Strecke unterscheidet. Denn diese sind sehr klein und bieten kaum Sprungmöglichkeiten, um den Boost aufladen zu können. Hier ist fahrerisches Können in nur fünf sehr kleinen Runden gefragt.

Zudem muss gesagt werden, dass Pure nicht gerade einen ruhigen Ausflug in die unberührte Natur bietet. Denn die künstliche Intelligenz ist sehr stark und kann euch des Öfteren zur Verzweiflung bringen, da eure Gegner teilweise unfair agieren und somit an euch vorbeiziehen. Hier gilt die Regel: Zähne zusammenbeißen und die Strecke genau kennenlernen, um Vorteile und Abkürzungen nutzen zu können.

Neben den Wett- und Sprintrennen gibt es noch den wohl interessantesten Spielmodi. Dem sogenannten Freestyle. Hier wird nicht darauf geachtet, auf welcher Position man liegt, sondern wie schön und oft man seine Tricks in der Luft vollführt. Dafür bekommt ihr, wie in guter alter Tony Hawk-Manier Punkte, die zu einer Combo aufgestockt werden können. Dabei bieten die Strecken zahlreiche Sprungmöglichkeiten und einsammelbare Objekte, die euch Vorteile verschaffen. Da ihr im Freestylemodus eine Sprit-Anzeige habt und diese auch schnell verbraucht wird, solltet ihr besonders darauf achten, die Tanksymbole einzusammeln, um so euer Quad wieder mit ein wenig Benzin aufzufüllen, damit ihr die Strecke noch ein wenig länger fahren könnt. Neben den Sprit-Symbolen, können auch Multiplikator-Symbole eingesammelt werden, die eure soeben erzielte Punktzahl verdoppeln, um so noch mehr Punkte zu kassieren. Wer am Ende des Rennens die meisten Punkte auf seinem Konto verbuchen kann, gewinnt.

Pure

Dennoch muss man sich eingestehen, das Pure mit nur drei Spielmodi in punkto Umfang nicht sonderlich gut abschneidet. Da bieten andere Rennspiele deutlich mehr fürs Geld. Das ist wirklich schade.

Neben der Karriere wartet auch noch ein Online-Modus auf euch, indem ihr, wie Offline, alle Modi und Rennstrecken nutzen könnt. Auch hier wirkt alles eher mager, als üppig. Umfangreiche Ranglisten, spezielle Modi für Online-Duelle oder Teamrennen gibt es nicht. So ist der Multiplayerpart eine nette Ergänzung, mehr aber auch nicht. Auch die Tatsache, das Pure als Arcade-Racer keinen Splitscreen für Zwei-Spieler-Duelle bietet, ist ärgerlich und traurig.

Purer Spaß

Das Hauptaugenmerk des Spiels liegt natürlich auf dem Spaß. Und dieser kommt auch gut auf. Das liegt zum einen an der sehr guten Steuerung, die es euch erlaubt, die Quads sehr schnell und präzise über die Pisten zu scheuchen und zum anderen an dem Tricksystem, das sehr umfangreich, aber einfach zu bedienen ist.

Bevor ihr von einer Erhebung abspringt, muss darauf geachtet werden, dass ihr die Vorladung benutzt, indem ihr, kurz bevor der Absprung erfolgt, den linken Stick nach hinten und dann rasch nach vorne zieht. So könnt ihr euer Quad bei Sprüngen noch höher und weiter kommen lassen. Dies bedarf schon einer gewissen Taktik, da nicht jede Bodenwelle ideal für einen Absprung ist. Man sollte sich demnach schon ein wenig mit der jeweiligen Strecke auskennen.

Ist euer Quad erst einmal in der Luft, können diverse Tricks ausgeführt werden. Da zu Anfang eure Skillanzeige komplett leer ist, müsst ihr euch mit einfachen Tricks begnügen, welche mit der Taste A (360) oder X (PS3) ausgeführt werden. Zudem solltet ihr den linken Stick in eine von vier Richtungen drücken, um so unterschiedliche Stunts in der Luft zu vollführen. Schafft ihr die Tricks, ohne dabei zu stürzen, füllt sich eure Leiste weiter auf und schaltet danach die etwas schwierigen Stunts frei, die mit den Tasten B (360) oder O (PS3) gestartet werden. Danach geht es weiter mit den schwierigen Tricks (Button Y 360) und (Dreieck PS3). Findet ihr genug Sprungmöglichkeiten und meistert zahlreiche Tricks, so kann die Leiste bis zum Anschlag gefüllt werden, um so die spektakulären Spezial-Tricks auszuführen, die mit den beiden Schultertasten des jeweiligen Controllers ausgeführt werden.

Pure

Wollt ihr eure Tricks verfeinern, dann könnt ihr per Druck auf die RB- (360) oder L1-Taste (PS3) eure Stunts mehr Würze verleihen.

Da ihr eure Skill-Anzeige gleichzeitig auch als Boostleiste nutzen könnt, wird Pure sogar ein wenig taktisch. Hier sollte man sich die Frage stellen, ob man einen riesigen Boost nutzt, aber so die schwierigen Tricks verschwinden lässt, oder ob ihr mehr Wert auf Tricks legt, dafür aber den Nitro nicht zünden könnt.

Wunderschöne Aussicht

Pure sticht besonders durch seine Engine hervor und zeigt sich als echten Hingucker. Noch nie sah ein Offroader so schön aus und konnte die unberührte Natur so gut einfangen, wie es bei Pure der Fall ist. Hier haben die Black Rock Studios sehr gute Arbeit geleistet.

Die Qualität der Grafik fängt schon bei der Detailfülle der Quads und Fahrer an. Die vierrädrigen Vehikel sehen nicht nur sehr schön aus, sondern können auch bis ins kleinste Detail individualisiert werden. Aber auch auf Kleinigkeiten wurde geachtet. So flattern die T-Shirts der Fahrer dank des Gegenwindes hin und her, was zudem zum enormen Geschwindigkeitsgefühl beiträgt. Die Fahrzeuge und Klamotten werden sogar richtig dreckig, wenn man einige Runden auf dem unwegsamen Gelände unterwegs ist. Aber auch die Animationen bei den Tricks können überzeugen und sehen super aus. Darüber hinaus serviert uns Pure eine Weitsicht, die seinesgleichen sucht. Die Landschaften rund um den Gardasee sind faszinierend anzuschauen und wirken nahezu fotorealistisch. Aber auch die Panorama-Landschaften von Thailand, Neuseeland und den USA sind eine Augenweide. Nur schade, dass ihr dank des sehr hohen Schwierigkeitsgrades die malerischen Bilder kaum genießen könnt, da ihr viel zu sehr damit beschäftigt seid, keine Fehler im Rennen zu machen.

Pure

Trotz der tollen Optik und den 16 Quads auf der Strecke kommt Pure keineswegs ins Straucheln, sonderlich läuft stets flüssig.

Und was passt wohl am besten zu einem schnellen, dreckigen und stuntlastigen Spiel, wenn es um den Soundtrack geht? Klar, harter Rock muss her, um den Puls noch schneller werden zu lassen. Und hier haben die Entwickler eine sehr gute Wahl getroffen. So werden die Rennen von Bands, wie Wolfmother, Blindside oder The Answer begleitet, die das ganze Spielgeschehen noch cooler wirken lassen.


1 Kommentare


21.11.2010 17:50 Uhr justin (Gast)

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