Infos zum Spiel


Pro Evolution Soccer 2009

Entwickler: Konami
Publisher: Konami
Erscheinungsdatum: Herbst 2008
Genre: Sport
Plattformen: PC XBox Playstation

Wertung


Grafik: 60 %
Sound: 47 %
Gameplay: 67 %
Steuerung: 80 %

Positiv


  • + Nach wie vor ein starkes, realistisches Gameplay
  • + Champions-League-Lizenz dabei
  • + Ordentliche Ballphysik
  • + Gegner-KI sehr gut
  • + Wettereffekte wirken sich auf das Geschehen aus
  • + Spielerverhalten oft schwer einzuschätzen, dadurch spannend

negativ


  • - Unterirdischer Soundtrack
  • - Grafisch nur noch Mittelmaß
  • - Wer hat die Keeper engagiert?!
  • - Be-A-Pro-Kopie…
  • - … und obendrein schlecht nachgemacht
  • - Zum Teil schwache Animationen
  • - Schlechte Kommentatoren
  • - Null Stadionatmosphäre
  • - Online auf der PS3 bisweilen unspielbar…
  • - ... dank extrem umständlicher Registrierung
  • - Keinerlei Neuerungen in der Meisterliga

Pro Evolution Soccer 2009 Spielebericht


Pro Evolution Soccer 2009

Pro Evolution Soccer 2009

Pro Evolution Soccer 2009

 

Letztes Jahr begann der Siegesfeldzug von Electronic Arts. FIFA 08 konnte sich zum ersten Mal gegen PES durchsetzen, denn Konami hat in PES 2008 einfach zu viel verschlimmbessert. Mit der 09’er Ausgabe versucht man die Fehler wieder rückgängig zu machen, allerdings hat man anscheinend vergessen, sich nach vorne zu bewegen. Ein paar Lizenzen hier und da helfen da nunmal nicht weiter. Ist PES 2009 auch in diesem Jahr unterlegen?

Nachdem Konami im vergangenen Jahr das Spieltempo massiv nach oben geschraubt hatte und PES 2008 sich eher wie ein Arcade-Kicker anfühlte, wurde nun der Speed massiv heruntergesetzt, was zum Glück nicht zu Lasten der Dynamik geht. Auch in Sachen Goalie-KI hat Konami gewerkelt, auch wenn die Leistung der Keeper nach wie vor einem Mario Gomez vor dem Tor entspricht. Was so mancher Fan vermisst hat, war die Abwechslung in Sachen Toren – nach ca. zwei bis drei Stunden hatte man sich hier satt gesehen. In PES 2009 ist das glücklicherweise nicht der Fall – auch wenn man recht schnell erkennt, dass dem Spiel viel zu schnell die Puste ausgeht.

Problemzone: Lizenzen

Es ist ein jährliches Leid, eines, das über den Verkauf dieses Spiels entscheidet. Lizenzen. Konami hat einfach viel zu wenige, während sich EA Sports auf dem Ruhm in diesem Hinblick durchaus zurücklehnen kann. Zwar haben sich die Entwickler die Champions-League-Lizenz sichern können, doch sollte man nicht im Irrglauben leben, man könne mit den Bayern oder Bremern gegen den FC Florenz und Co. spielen. Deutsche Clubs leben nach wie vor von Fantasienamen und - trikots. Freundschaftsspiele sind in eben jenem Modus möglich, entschädigen aber nicht dafür, dass spannende Matches wie Chelsea gegen Arsenal nicht zustande kommen – mit echten Namen und entsprechender Bekleidung.  

PC-Spieler profitieren vom sehr guten Editor, mit dem sich wirklich jedes einzelne Detail am Spieler verändern lässt. Kein Wunder also, dass wir uns demnächst auf dem PC über vernünftige Trikots und Spielernamen freuen dürfen. Auch Konsoleros greifen auf den üppigen Editor zurück, vermissen jedoch ähnliche Community-Features wie auf dem PC.

Problemzone: Be-A-Pro-Kopie

Während die Jungs von EA Sports sich schon im zweiten Jahr mit dem Be-A-Pro-Modus befinden, starten die Entwickler bei Konami quasi von Null. Das bemerkt man auch im Pendant von PES 2009, der da „Werde zur Legende“ heißt und im Grunde nichts anderes als der Be-A-Pro-Modus von EA ist. Ziel ist es, sich von der Ersatzbank zum Stammspieler hochzuarbeiten und schlussendlich ein Nationalkicker zu werden. Ihr selbst übernehmt dabei nur einen einzigen Spieler, alle anderen übernimmt die KI.

 

Klingt an sich für PES-Spieler wie eine lang benötigte Abwechslung zum ansonsten faden Modus-Angebot. Dieses besteht wie üblich aus der Meisterliga und anderen Kleinigkeiten, die man schon in den ganzen Vorgängern gespielt hat. Umso ärgerlicher, dass Konami sich anscheinend nicht genug Gedanken gemacht hat bei dem Legenden-Modus. Nach drei Trainingsspielen rückt ihr in der Bankreihenfolge auf, müsst aber Matches gegen andere Teams von der Bank aus ansehen. So richtig be..scheiden ist die Tatsache, dass der Spielverlauf nur mit zweifacher Geschwindigkeit von sich geht. Befehle? Vergesst es! Trainer anpöbeln? Nope. Einwechseln lassen? Guter Witz. Den Kuranyi-Move machen und sich aus dem Stadion verziehen? Wäre ein cooles Gimmick, ist allerdings auch nicht möglich. So erntet man Frust, Konami! Langeweile-Modus wäre hier eine passende Umschreibung des „Werde zur Legende“-Kapitels.  

 

Skurriler sind ohnehin die Entscheidungen des Trainers, denn unabhängig von eurer Leistung wechselt er euch ein oder aus, wie es ihm gerade lieb ist. Drei Tore binnen 40 Spielminuten erzielt? Loser, spätestens zur Beginn der zweiten Hälfte geht es zurück auf die Bank. Amüsant zu wissen: Nicht nur uns, sondern auch anderen Magazinen ist es recht häufig passiert, dass wir ohne auch nur ein Spiel in voller Länge zu spielen für die Nationalmannschaft nominiert worden sind. Zwar ist das nicht mit dem Spielziel zu gleichzusetzen, ein Armutszeugnis für die ungenügende Leistung des Modus ist das aber in jedem Fall. Für das kommende Jahr müssen einfach wesentlich mehr Dinge verbessert werden, ansonsten ist und bleibt „Werde zur Legende“ eher eine Farce als eine Freude.

Problemzone: Mehrspieler-Modus

 

Liebes Konami-Team,

 

ich bin 21 Jahre alt, spiele sehr gerne Sportspiele, insbesondere die der Sportart Fußball. Oftmals und eigentlich auch sehr gerne tue ich das online. Warum aber tut ihr es mir in PES 2009 so schwer? Warum muss ich mich bei eurem Konkurrenten EA nicht mehr neu anmelden, wenn ich das schon bei älteren Spielen gemacht habe? Oder wozu habe ich überhaupt eine PSN-ID, wenn ich doch eine gottverdammte Konami-ID brauche, die überdies schon durch irgendwelche saudummen Inselaffen belegt ist? Und warum zum Teufel habe ich es auch 10 Tage nach Erhalt des Musters nicht geschafft, ein einziges Spiel online zu spielen? Auf meiner PlayStation 3! Im Service-Jargon würde man sagen: 0 Gegenleistung für 69,99 Euro. Gratulation, anbei ihre Entlassung.

Mit freundlichen Grüßen,

ein frustrierter PES-2009-Spieler.

Hoffnungslos veraltete Technik

PES-Hardliner, Hand aufs Herz: PES 2009 sieht aus wie vor 3 Jahren. Und das kann es gegen die verdammt starke Konkurrenz aus dem Hause EA nicht mehr sein. Die Animationen wirken zum Teil einfach lächerlich, gerade Sprints wirken oftmals sehr unbeholfen – und diese Fähigkeit kennt man eigentlich nur von Kuranyi! – und die gesamte Optik leidet unter einem durchweg angestaubten Look. Wenn hier im kommenden Jahr kein kompletter Engine-Wechsel vollzogen wird, rasselt das Spiel mit einer „ausreichend“-Wertung in allen Bereichen durch die Bank. Und spätestens dann kommt das Spiel auf die Ersatzbank!

Während sich mein Brechreiz bei der Grafik noch relativ in Grenzen hielt, überkam mich ein extrem komisches Gefühl im Bauch als dann die Kommentatoren sowie Hintergrundsounds in den Menüs durch die Boxen drangen. Irgendwann brauchte ich dann auch einen Lappen. Konami, ich fordere Schadensersatz im Folgejahr! Gewöhnt es euch einfach an, die guten Punk-Songs, die da beim Startmenü in die Ohren gehen, >immer< zu benutzen.


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