Infos zum Spiel


Need for Speed: Carbon

Entwickler: Electronic Arts
Publisher: Electronic Arts
Erscheinungsdatum: 07.11.2006
Genre: Action
Plattformen: PC XBox Playstation

Wertung


Grafik: 68 %
Sound: 72 %
Gameplay: 70 %
Spielspaß: 75 %
Mutliplayer: 76 %

Positiv


  • - umfangreicher Fuhrpark
  • - tolle deutsche Synchro
  • - schöner Multiplayermodus
  • - viele Tuningmöglichkeiten

negativ


  • - schlechte Performance
  • - durchwachsene Grafik
  • - nervender Soundtrack
  • - wirkt wie ein Update
  • - belanglose Story
  • - nur Fahrten in der Nacht
  • - Teammitglieder eher unwichtig

Need for Speed: Carbon Spielebericht


Need for Speed: Carbon

Need for Speed: Carbon

Jedes Jahr im Herbst beschert uns Electronic Arts ein neues Spiel aus der altbekannten Need for Speed-Serie. Dieses Mal hört der neue Ableger auf den weniger interessanten Namen Carbon und soll wieder ordentlich Geld springen lassen. So und nicht anders kann man es deuten, da wir jedes Jahr eher magere Kost zum Vollpreis geboten bekommen. Most Wanted war gut, wird Carbon besser?

Ein Neuanfang?
Nach dem recht gut gelungenen Most Wanted, indem ihr als illegaler Racer tüchtig von der örtlichen Polizei verfolgt wurdet, geht die Geschichte nahtlos in Need for Speed Carbon über. Dort fangt ihr als bekanntes, aber weniger beliebtes Licht von ganz unten an. Dabei gibt es wieder zahlreiche Videos, die die Geschichte vorantreiben. Hübsche Frauen und coole Outfits dürfen dabei ja nicht fehlen.

Die Story ist dabei leicht zu erklären. In der neuen Stadt ist es eure Aufgabe eine Crew aufzustellen, mit der ihr alle Bezirke der Metropole einnehmt, um euren Respekt zu steigern. Klingt eher belanglos und uninteressant, und das ist es leider auch. Aber nichtsdestotrotz kommt die Geschichte und die fantastischen Videos, die wirklich wieder gut gelungen sind, sehr gut rüber. Natürlich darf der fiese Polizist Cross auch nicht fehlen. Und so verfolgt er euch durch das ganze Spiel, um euch in den Knast zu bringen.

Doch fangen wir mal an. Nachdem ihr, wie gesagt, in die Stadt kommt, müsst ihr euch zuerst mal ein Auto leisten. Mit wenig Geld in der Tasche bleibt euch nur eine kleine Auswahl, von eher schwach motorisierten Vehikeln. Und so geht das Spiel auch langsam los. Nach einem kurzen Tutorial, wie man die Rennen richtig angeht, dürft ihr endlich selber Hand anlegen, zumal ihr von Anfang an schon ein Crewmitglied bekommt, das euch tatkräftig zur Seite stehen soll. Nachdem ihr euch ein wenig Kohle durch ein paar Rennen verdient habt, könnt ihr diese, wie bei Need for Speed gewohnt, ins Tuning stecken. Ob ihr dabei rein optisch eure Karre aufpoliert oder aber auch die Leistung auf Fordermann bringt, bleibt am Ende euch überlassen. Sinnvoll wäre es aber, das Aufmotzen besonders auf den Motor zu konzentrieren, da die Rennen nach und nach immer schwerer werden.

Most Wanted oder was?
Von Anfang an hat mich ein Gedanke nicht mehr losgelassen, den ich euch in einer extra Rubrik gerne schildern möchte. Der Gedanke dabei beläuft sich auf das eigentliche Spiel. Wurde hier wirklich ein komplett neues Need for Speed programmiert? Für mich ist das in keinster Weise der Fall. Carbon spielt sich exakt wie sein Vorgänger. Carbon benutzt die gleiche, schlechte Engine, wie sein Vorgänger. Des Weiteren hat sich Electronic Arts die Frechheit genommen, die Synchronisation der Polizei eins zu eins zu übernehmen. Auch der dramatische Soundtrack bei Verfolgungsjagden wurde komplett und ohne jegliche Änderungen vom Vorgänger übernommen. Für mich hat es den Anschein, als sei Carbon ein Most Wanted mit einer neuen Stadt und kleinen Neuerungen, die dabei weniger ins Gewicht fallen. Denn dabei entscheidet das Gesamtbild und hier erkennt wohl jeder, dass Carbon ein simples Update ist. Nicht mehr und nicht weniger, wie es an meinen genannten Beispielen sofort auffällt.

Kann man sich nicht die Zeit lassen, um mal eine komplette Generalüberholung der doch früher so guten Need for Speed Reihe zu machen? Eine neue Engine zu erschaffen, und sich wieder auf alte stärken zu besinnen? Anscheinend nicht! EA lernt nicht aus Fehlern der Vorgänger, sondern führt diese eiskalt weiter und serviert wieder mal ein Spiel, das nichts Halbes und nichts Ganzes ist.

Auch die altbekannten Rennmodi sind wieder in vollen Zügen enthalten. Ob Verfolgungsjagden mit der Polizei nach diversen Rennen oder das fordernde Rennen durch Radarkontrollen. Das alles wird für Kenner von Most Wanted bekannt sein und weniger neu daherkommen. Ein wenig Generalüberholt wurde der Multiplayer bzw. Onlinemodus. Hier dürft ihr euch in den verschiedensten Rennmodi austoben. Auch die Verfolgungsjagden machen mit menschlichen Mitspielern eine Menge Spaß. Leider sind die Server von diversen Lags befallen, die oft den Spielspaß trüben.

Wo bleiben die Neuerungen?
Es wäre bedauernswert, wenn es für Carbon keine Neuerungen geben würde. Zum Glück ist dies nicht der Fall, der den neuen Ableger vor dem Komplettabsturz bewahren kann. Die wohl neuste Neuerung, ist der Canyon Wettbewerb. Hier gilt es, abseits der Stadt, einen bestimmten Abschnitt einer kurvenreichen Bergstraße zu meistern. Dabei ist es eure Aufgabe, euren Kontrahenten so dicht wie möglich auf dem Versen zu bleiben, um ordentlich Punkte zu kassieren. Schafft ihr es, ihn zu überholen, ist das Rennen vorbei und der Sieg ist euer. Doch wenn der Gegner zuerst ins Ziel kommt, seid ihr an der Reihe und versucht euch vom gegnerischen Fahrzeug abzusetzten, der jetzt versucht euch dicht zu folgen. Bringt er weniger Zähler auf sein Punktekonto, so habt ihr gewonnen. Hier scheint man sich stark an dem Kinohit Tokyo Drift zu orientieren, der sehr erfolgreich bei Autofans und Tuningfreunden war.

Wieder mit dabei sind die Drift-Rennen, die nach der Pause wieder ordentlich Spaß machen, aber kaum fordernd sind. Zudem lassen sich in diesem Modus die Autos viel zu unrealistisch steuern, sodass kein einziges mal das Gefühl aufkommt, wirklich ein starken Wagen durch die Kurven zu schleudern. Hier wurde doch viel Potential verschenkt.

Eine weitere kleine Neuerung sind die Massenrennen. Das Fahrerfeld besteht dabei aus 20 Fahrzeugen, die um den ersten Platz wettern. Doch leider bekommt man kein schönes Rennerlebnis geboten, wenn man bedenkt, das das Spiel schon bei 4 oder 8 Fahrzeugen stark ruckelt. Des Weiteren fahrt ihr nun nicht mehr alleine um den Sieg, sondern habt immer einen Teamkollegen an eurer Seite, den ihr diverse Sachen befehligen könnt. Dabei gibt es drei Arten von Mitgliedern. Die einen sorgen dafür, das eure Verfolger gestoppt werden. Dann gibt es noch die Scouts, die euch zeigen, wo es Abkürzen gibt, um einen kleinen Vorsprung zu gewinnen. Die letzte Gattung besteht aus Schleppern, die es euch ermöglichen, in ihrem Windschatten mehr Geschwindigkeit zu bekommen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Die Teamfunktion ist ja schön und gut, bringt aber rein gar nix. Denn mit der richtigen Karre braucht ihr keine Hilfe, sondern fahrt an erster Stelle einsam eure Runden, ohne jegliche Überholmanöver zu kassieren. Auch hier hätte man mehr Spannung integrieren können und die Teammitglieder besser nutzen lassen sollen.

Tuning in allen Belangen
Wie schon erwähnt, dürft ihre euren Fuhrpark, den ihr mit Muscle Cars oder exotische Flitzer bestücken könnt, ordentlich tunen. Hier sind euch keine Grenzen gesetzt. Ihr bestimmt die Lackierung, Felgengröße und Motorisierung, wie ihr es wollt. Durch den Autosculp Modus geht das Tuning sogar noch einen Schritt weiter. Hier dürft ihr jeden einzelnen Bestandteil einer Heckstoßstange zum Beispiel verformen, vergrößern bzw. verkleinern. Dieses Feature bringt noch mehr Individualität mit sich und kann zum Zeitfresser ausarten. Auch das aufmotzten der Leistung kann nun selbständig gestaltet werden. So bestimmt ihr, ob ihr mehr Wert auf die Endgeschwindigkeit oder Beschleunigung legt. Die kann für bestimmte Rennen von Vorteil sein, aber auch nach Hinten losgehen. Hier muss man sich schon Gedanken machen, auf was man Wert legt. Von Anfang an sind natürlich noch nicht alle Upgrades, Farben und Nitros verfügbar. Die schaltet ihr nach und nach frei, wenn ihr zum Beispiel Rennen gewinnt oder eine Herausforderung meistert. Auch die Auswahl der Autos zeigt sich wieder mal herrlich bunt und vielfältig. Ob Golf V, Dodge Challanger oder der Mercedes CLK. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Glücklicherweise steuern sich die verschiedenen Autos anders und so muss man sich immer an das neue Gefährt gewöhnen, bis man es komplett beherrscht.

Endlich Next Generation?
Was man von einem Spiel auf einer Xbox 360 heutzutage erwartet, ist ja bekanntlich klar. Eine tolle Grafik, die ein flüssiges Spielerlebnis aufweist. Besonders da die Konsole mittlerweile fast ein ganzes Jahr auf dem Markt ist, kann man von den Spielentwicklern erwarten, dass sie die Technik einigermaßen im Griff haben. Doch dies scheint Electronic Arts wiedermal egal zu sein. Need for Speed Carbon ruckelt teilweise noch stärker, als das damalige Konsolendebüt Most Wanted. Zudem wurde die Umgebungsgrafik stark heruntergeschraubt. Von malerischen Gebäuden in Downtown oder Umgebung gibt es weit und breit keine Spur. Nur die Autos selbst wurden schön und mit vielen Details animiert.

Des Weiteren muss man sich vor Augen führen, dass das komplette Spiel nur in der Nacht stattfindet, wo bekanntlich weniger Details verbraucht werden, um zum Beispiel die Framerate in den Griff zu bekommen. Davon haben die Jungs von EA anscheinend nichts von gehört und so ruckelt das Spielgeschehen fröhlich vor sind hin. Eine wahre Frechheit, was man hier geboten bekommt. Da zeigen Spiele wie Project Gotham Racing 3, was auch schon fast ein Jahr auf dem Buckel hat, wie es richtig geht. In der Tat verschenkt das Spiel durch die ganz miese Performance eine Menge Potential. Aber was will man erwarten, wenn kaum ein Jahr zwischen Vorgänger und jetzigem steht?

Auch der Sound hat merklich an Qualität verloren. Das ganze Spiel über bekommen die Ohren durchgehend elektronisches Gedudel zu hören, das zwischendurch mit schlechten Hip Hop Tracks geschmückt ist. Warum keine rockige Musik, die die Motivation in den Rennen steigert? Eine Frage, die uns wohl nur die Entwickler beantworten können. Positiv anzumerken ist aber die deutsche Synchronisation. Hier zeigt sich der Sound gekonnt professionell und  glaubwürdig.

Auch beim Gameplay sollte man keine Steigerung erwarten. Die Autos steuern sich nachwievor viel zu schwammig und ungenau. Zwar ist Need for Speed ein Arcade-Racer, dennoch sollte man den Bezug zum Auto ein wenig genauer in Betracht ziehen, um ein gelungenes Spielgefühl zu garantieren.

Kommentar (CK) :

Der neue Ableger Carbon zeigt sich eher schwach. Die schlechte Qualität von Performance und Grafik erzeugen einen eher trüben Spielspaß. Vielmehr stellt man sich die Frage, warum heutzutage ein Spiel so vor sich hin ruckeln muss, bei der eh schon runtergeschraubten Grafik der Streckenumgebungen. Das alles wird nur noch durch einen noch schlechteren Sound getoppt, der mehr als nervtötend wirkt. Zudem wurde ich die ganze Zeit das Gefühl nicht los, dass ich hier zum Vollpreis ein Most Wanted serviert bekomme, das nur in eine neue Umgebung mit ein paar neuen Rennmodi gesteckt wurde. Meine Erachtens ist das Spiel eine riesen Frechheit gegenüber treuen Rennspielfans, die endlich mal für das Geld auch das entsprechende Produkt bekommen wollen. An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass Electronic Arts sich bitte Besinnen sollte und endlich mal Zeit für Entwicklungen gibt, um zu damaliger Stärke zurückzukommen. Wie wäre es mit einem Hot Pursuit 3?


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