Infos zum Spiel


Need for Speed: Carbon

Entwickler: Electronic Arts
Publisher: Electronic Arts
Erscheinungsdatum: 07.11.2006
Genre: Action
Plattformen: PC XBox Playstation

Wertung


Spielspaß: 75 %
Grafik: 73 %
Sound: 72 %
Gameplay: 80 %

Positiv


  • - neue, intuitive Steuerung
  • - massig Tuningmöglichkeiten
  • - gute deutsche Synchro
  • - tolle Videos

negativ


  • - Framerate-Einbrüche
  • - ruckelt durch und durch
  • - wenig Neues
  • - matschige Texturen
  • - detailarme Grafik

Need for Speed: Carbon Spielebericht


Need for Speed: Carbon

Need for Speed: Carbon (Wii)

Jedes Jahr im Herbst/Winter beschert uns Electronic Arts ein neues Spiel aus der altbekannten Need for Speed-Serie. Dieses Mal hört der neue Ableger auf den weniger interessanten Namen Carbon und soll wieder ordentlich Geld springen lassen. So und nicht anders kann man es deuten, da wir jedes Jahr eher magere Kost zum Vollpreis geboten bekommen. Most Wanted war gut, wird Carbon besser? Wie spielt sich die Wii-Version mit dem Remote-Controller? Das erfahrt ihr im Test.

Ein Neuanfang?
Nach dem recht gut gelungenen Most Wanted, indem ihr als illegaler Racer tüchtig von der örtlichen Polizei verfolgt wurdet, geht die Geschichte nahtlos in Need for Speed Carbon über. Dort fangt ihr als bekanntes, aber weniger beliebtes Licht von ganz unten an. Dabei gibt es wieder zahlreiche Videos, die die Geschichte vorantreiben. Hübsche Frauen und coole Outfits dürfen dabei ja nicht fehlen.

Die Story ist dabei leicht zu erklären. In der neuen Stadt ist es eure Aufgabe, eine Crew aufzustellen, mit der ihr alle Bezirke der Metropole einnehmt, um euren Respekt zu steigern. Klingt eher belanglos und uninteressant, das ist es leider auch. Aber nichtsdestotrotz kommt die Geschichte und die fantastischen Videos, die wirklich wieder gut gelungen sind, sehr gut rüber. Natürlich darf der fiese Polizist Cross auch nicht fehlen. Und so verfolgt er euch durch das ganze Spiel, um euch in den Knast zu kriegen.

Doch fangen wir mal an. Nachdem ihr, wie gesagt, in die Stadt kommt, müsst ihr euch zuerst mal ein Auto leisten. Mit wenig Geld in der Tasche bleibt euch nur eine kleine Auswahl, von eher schwach motorisierten Vehikeln. Und so geht das Spiel auch langsam los. Nach einem kurzen Tutorial, wie man die Rennen richtig angeht, dürft ihr endlich selber Hand anlegen, zumal ihr von Anfang an schon ein Crewmitglied bekommt, das euch tatkräftig zur Seite stehen soll. Nachdem ihr euch ein wenig Kohle durch ein paar Rennen verdient habt, könnt ihr diese, wie bei Need for Speed gewohnt, ins Tuning stecken. Ob ihr dabei rein optisch eure Karre aufpoliert, oder aber auch die Leistung auf Fordermann bringt, bleibt am Ende euch überlassen. Sinnvoll wäre es aber, das Aufmotzen besonders auf den Motor zu konzentrieren, da die Rennen nach und nach immer schwerer werden.

Most Wanted oder was?
Von Anfang an hat mich ein Gedanke nicht mehr losgelassen, den ich euch in einer extra Rubrik gerne schildern möchte. Der Gedanke dabei beläuft sich auf das eigentliche Spiel. Wurde hier wirklich ein komplett neues Need for Speed programmiert? Für mich ist das in keinster Weise der Fall. Carbon ist im Grunde genauso, wie sein Vorgänger. Carbon benutzt die gleiche, schlechte Engine, wie sein Vorgänger. Des Weiteren hat sich Electronic Arts die Frechheit genommen, die Synchronisation der Polizei eins zu eins zu übernehmen. Auch der dramatische Soundtrack bei Verfolgungsjagden wurde komplett und ohne jegliche Änderungen vom Vorgänger übernommen. Für mich hat es den Anschein, als sei Carbon ein Most Wanted mit einer neuen Stadt und kleinen Neuerungen, die dabei weniger ins Gewicht fallen. Denn dabei entscheidet das Gesamtbild, und hier erkennt wohl jeder, dass Carbon ein simples Update ist. Nicht mehr und nicht weniger, wie es an meinen genannten Beispielen sofort auffällt.

Kann man sich nicht die Zeit lassen, um mal eine komplette Generalüberholung der doch früher so guten Need for Speed Reihe zu machen? Meines erachtens sollte man sich auf damalige Stärken besinnen und zudem versuchen, die Framerate in den Griff zu bekommen. Anscheinend nicht! EA lernt nicht aus Fehlern der Vorgänger, sondern führt diese eiskalt weiter und serviert wieder mal ein Spiel, das nichts Halbes und Ganzes ist.

Auch die altbekannten Rennmodi sind wieder in vollen Zügen enthalten. Ob Verfolgungsjagden mit der Polizei nach diversen Rennen, oder das fordernde Rennen durch Radarkontrollen. Das alles wird für Kenner von Most Wanted bekannt sein und weniger neu daherkommen.

Wo bleiben die Neuerungen?
Es wäre bedauernswert, wenn es für Carbon keine Neuerungen geben würde. Zum Glück ist dies nicht der Fall, der den neuen Ableger vor dem Komplettabsturz bewahren kann. Die wohl neuste Neuerung, ist der Canyon Wettbewerb. Hier gilt es, abseits der Stadt, einen bestimmten Abschnitt einer kurvenreichen Bergstraße zu meistern. Dabei ist es eure Aufgabe, euren Kontrahenten so dicht wie möglich auf den Versen zu bleiben, um ordentlich Punkte zu kassieren. Schafft ihr es, ihn zu überholen, ist das Rennen vorbei und der Sieg ist euer. Doch wenn der Gegner zuerst ins Ziel kommt, seid ihr an der Reihe und versucht euch vom gegnerischen Fahrzeug abzusetzen, der jetzt versucht euch dicht zu folgen. Bringt er weniger Zähler auf sein Punktekonto, so habt ihr gewonnen. Hier scheint man sich stark an dem Kinohit Tokyo Drift zu orientieren, der sehr erfolgreich bei Autofans und Tuningfreunden war.

Wieder mit dabei sind die Drift-Rennen, die nach der Pause wieder ordentlich Spaß machen, aber kaum fordernd sind. Zudem lassen sich in diesem Modus die Autos viel zu unrealistisch steuern, sodass kein einziges Mal das Gefühl aufkommt, wirklich einen starken Wagen durch die Kurven zu schleudern. Hier wurde doch recht viel Potential verschenkt.

Eine weitere kleine Neuerung sind die Massenrennen. Das Fahrerfeld besteht dabei aus 20 Fahrzeugen, die um den ersten Platz wettern. Doch leider bekommt man kein schönes Rennerlebnis geboten, wenn man bedenkt, dass das Spiel schon bei 4 oder 8 Fahrzeugen stark ruckelt. Des Weiteren fahrt ihr nun nicht mehr alleine um den Sieg, sondern habt immer einen Teamkollegen an eurer Seite, dem ihr diverse Sachen befehligen könnt. Dabei gibt es drei Arten von Mitgliedern. Die einen sorgen dafür, dass eure Verfolger gestoppt werden. Dann gibt es noch die Scouts, die euch zeigen, wo es Abkürzen gibt, um einen kleinen Vorsprung zu gewinnen. Die letzte Gattung besteht aus Schleppern, die es euch ermöglichen, in ihrem Windschatten mehr Geschwindigkeit zu bekommen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Die Teamfunktion ist ja schön und gut, bringt aber rein gar nix. Denn mit der richtigen Karre braucht ihr keine Hilfe, sondern fahrt an erster Stelle einsam eure Runden, ohne jegliche Überholmanöver zu kassieren. Auch hier hätte man mehr Spannung integrieren können und die Teammitglieder besser nutzen lassen sollen.

Tuning in allen Belangen
Wie schon erwähnt, dürft ihre euren Fuhrpark, den ihr mit Muscle Cars oder exotische Flitzer bestücken könnt, ordentlich tunen. Hier sind euch keine Grenzen gesetzt. Ihr bestimmt die Lackierung, Felgengröße und Motorisierung, wie ihr es wollt. Durch den Autosculp Modus geht das Tuning sogar noch einen Schritt weiter. Hier dürft ihr jeden einzelnen Bestandteil einer Heckstoßstange zum Beispiel verformen, vergrößern bzw. verkleinern. Dieses Feature bringt noch mehr Individualität mit sich und kann zum Zeitfresser ausarten. Auch das aufmotzten der Leistung kann nun selbständig gestaltet werden. So bestimmt ihr, ob ihr mehr Wert auf die Endgeschwindigkeit oder Beschleunigung legt. Die kann für bestimmte Rennen von Vorteil sein, aber auch nach Hinten losgehen. Hier muss man sich schon Gedanken machen, auf was man Wert legt. Von Anfang an sind natürlich noch nicht alle Upgrades, Farben und Nitros verfügbar. Die schaltet ihr nach und nach frei, wenn ihr zum Beispiel Rennen gewinnt, oder eine Herausforderung meistert. Auch die Auswahl der Autos zeigt sich wieder mal herrlich bunt und vielfältig. Ob Golf V, Dodge Challanger, oder der Mercedes CLK. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Glücklicherweise steuern sich die verschiedenen Autos anders und so muss man sich immer an das neue Gefährt gewöhnen, bis man es komplett beherrscht.

Gut und Böse
Ja, diese beiden Begriffe spiegeln sich in Carbon im vollen Glanze wieder. Die Power des Wii ist zwar nicht so üppig wie bei der 360, aber dennoch kann man von so einer jahrelangen Erfahrung seitens der Entwickler mehr erwarten. Das Spiel ruckelt von vorne bis hinten und das obwohl die Details weit runtergeschraubt wurden. Die Stadt und deren Häuserfassaden weisen deutlich matschige und verwaschene Texturen auf, die sich durch das ganze Spiel ziehen. Zudem fahrt ihr nur bei Nacht und dann ist bekanntlich klar, dass man weniger Details erkennt, als üblich. Dennoch bekommen die Entwickler es auch dieses Jahr nicht hin, ein flüssiges Spielerlebnis abzuliefern.

Soundtechnisch bekommt man zwar brummige und knackige Motorensounds zu hören, und auch die deutsche Synchronisation überzeugt, aber der Soundtrack wirkt völlig deplatziert. Er nervt mit elektronischen Beats und nervendem Gesang das ganze Spiel durch und kommt nicht annähernd an den Most Wanted Soundtrack heran. Es fehlen einfach dir rockigen, motivierenden Songs, die die Rennen gut untermalen.

Kommen wir zur Steuerung. Natürlich nutzt der Wii-Ableger den Wii-Remote aus und das erfreut einen sehr. Durch die Neigung des Controllers, im horizontalen Zustand, lenkt man das Fahrzeug in die gewünschte Richtung, so dass man ein wenig das Gefühl hat, ein Lenkrad in der Hand zu halten. So kommt das Gefühl für die Autos wesentlich besser zur Geltung. Leider wirkt die Steuerung sehr schwammig und meines Erachtens auch zu sensibel. Man braucht schon eine gewisse Zeit, um seinen Wagen gekonnt durch die Kurven zu jagen. Dennoch kommt das neue Gameplay gut rüber.

Kommentar (CK) :

Der neue Ableger Carbon zeigt sich eher schwach. Die schlechte Qualität von Performance und Grafik erzeugen einen eher trüben Spielspaß. Das alles wird nur noch durch einen noch schlechteren Sound getoppt, der mehr als nervtötend wirkt. Zudem wurde ich die ganze Zeit das Gefühl nicht los, das ich hier zum Vollpreis ein Most Wanted serviert bekomme, das nur in eine neue Umgebung, mit ein paar neuen Rennmodi gesteckt wurde. Einzig und allein das neue Gameplay dank Nintendo Wii konnte überzeugen und birgt eine Menge Potential, die leider noch nicht komplett ausgereizt wird, aber dafür ist es denke ich noch zu früh.


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