M.A.C.H., mach, modified air combat heroes Spielebericht
M.A.C.H., mach, modified air combat heroes
M.A.C.H.
„Hab ich noch nix von gehört, aber kann ich gern machen“, antwortete ich unserem Chefredakteur und Kollegen Herrn Smieja auf die Frage, ob ich mich darum kümmern könne, M.A.C.H. – ausgeschrieben: „Modified Air Combat Heroes“ - eine Flugsimulation für die PSP - zu testen. Warum das eine gute Entscheidung war, könnt ihr in diesem Test lesen.
Flugsimulation? M.A.C.H. macht alles anders!
Endlich trauen sich Entwickler mal wieder etwas Neues: Ich brauche wirklich nicht die tausendste Auflage von einem Fußballspiel, das im nächsten Jahr nur wieder ein neues Menü und eine andere Jahreszahl im Namen hat; genauso wenig brauche ich den tausendsten uninspirierten Shooter mit einer ach so packenden Story, die letztendlich doch nur aufs Schalterdrücken und Ballern hinausläuft. M.A.C.H: macht alles anders: Hier werden Genres zusammengeschüttet und teilweise ungewöhnlich mit bewährten Elementen gewürzt, fertig ist eine frisch schmeckende Arcade-Brühe, die von all denen, die sich auf der PSP schon seit länger Zeit mal ein etwas anderes Spiel wünschen, genossen werden sollte. „Prost“, kann ich da nur sagen, denn der angenehm andere Mix aus Kampfjet-Flugsmiulation und Kampfjet-Rennspiel macht vor allem in den ersten Spielstunden durch seine Besonderheiten viel Laune.
Es gibt neben dem Arcademodus, der sich für ein schnelles Spielchen zwischendurch hervorragend eignet, noch einen Karrieremodus, in dem sowohl Luftkämpfe, als auch Rennen gewonnen, Geld verdient und davon Jets getunt werden müssen, einen Herausforderungsmodus, in dem es gilt, verschiedene Aufgaben zu meistern, die sich vom durch Ringe Fliegen, bis zum Luftkampf, bei dem dann ein einziger Treffer für die Gegner und den Spieler selbst tödlich ist, erstrecken. Auch einen Multiplayermodus inklusive der äußerst fairen, wenn auch wenig Möglichkeiten bietenden Game-Sharing-Funktion (nur ein Spiel wird benötigt) hat man entgegen der Aussagen in einigen fehlerhaften Reviews der Konkurrenz integriert. So weit, so gut.
Eine Karriere als Pilot
Eure Karriere startet, wie man sich denken kann, in einem kleinen Allround-Flugzeug, das sich allerdings nach einigen gewonnen Serien, die jeweils aus Kämpfen und Rennen bestehen, bereits wunderbar aufmöbeln und sogar optisch verändern lässt. Dafür solltet ihr allerdings einiges an Geld sammeln, denn hier wird dem Spieler nichts geschenkt - außer regelmäßig neuen Jets, wenn ihr eine ganze Serie absolviert habt. Unterteilt ist der Karrieremodus – wie auch der Herausforderungsmodus – in die Schwierigkeitsklassen Anfänger, Profi, Ass, Elite und Held, wobei der Schwierigkeitsgrad manchmal etwas schwankt, grundsätzlich aber immer fair bleibt und jede Aufgabe machbar ist, wenn auch vor allem im Herausforderungsmodus der eine oder andere harte Brocken auf euch wartet. Schade ist, dass das Spiel nur 5 Strecken unterschiedlicher Themen (Strandidylle, Schnee, etc.) sowie fünf Kampfarenen der gleichen Themen bietet. Abwechslungsreichtum bestimmt als einer von vielen Faktoren den Spielspaß vor allem auf die Dauer mit. Da fallen besonders bei den Rennen die wenigen Strecken negativ ins Gewicht, auch wenn diese in den Möglichkeiten „kurz, lang, vorwärts, rückwärts“ bis aufs Letzte ausgenommen werden. Dafür ist das Leveldesign der wenigen Strecken gelungen, wobei ich die eine oder andere versteckte Abkürzung spannend gefunden hätte. Nichtsdestotrotz hat man es geschafft, mich die ganze Karriere hindurch sehr gut zu unterhalten, ständig trat wegen der freispielbaren Flugzeuge und des Geldes das übliche „nur noch ein einziges Rennen“- bzw. „nur noch dieser Kampf“-Phänomen auf, so sollte es sein.
Arcadelastiges Gameplay
Wie die Überschrift schon sagt, lässt sich bis auf den Aspekt der sich echt anfühlenden, invertierten Steuerung das Spiel schwer als Simulation bezeichnen, vielmehr bekommt ihr hier ein unkompliziertes Spiel für zwischendurch, ohne unnötigen Realismus oder besondere Auseinandersetzungen mit der Jet-Thematik. Hier wird geflogen und geballert wie in alten Zeiten, und das ist auch gut so! So bleibt der Realismus dahingehend auf der Strecke, dass z.B. das Ankratzen von Wänden eurem Jet überhaupt nichts ausmacht, so lange ihr nicht frontal mit vollem Karacho dagegen rast. Das macht das Spiel so entspannend und spannend zugleich, hier wird nicht mithilfe von virtueller Realität herumgenörgelt, sondern Spannung durch das eigene Spielkonzept erzeugt, so hab ich’s gern. Während ihr in den Luftkämpfen stets eine Schnellfeuerkanone am Schiff habt, bei der es lediglich darauf zu achten gilt, dass sie nicht heiß läuft (hier wäre übrigens eine entsprechende Anzeige sinnvoll gewesen), lebt ihr in den Rennen ausschließlich von eingesammelten Zielsuchraketen, Minen und Schwarmraketen. Daraus entsteht eine Art Luft-Mario Kart für Erwachsene; zusammen mit der hohen Geschwindigkeit eine spannende und rasante, actionreiche Sache!
Wurde eine Zielsuchrakete auf euch gefeuert – und das ist vor allem in der Held-Klasse alles andere als selten – müsst ihr euch per Druck auf die Kreistaste einmal um die eigene Achse drehen, um ihr auszuweichen – Balu und seine Crew lassen grüßen. Um so ein Manöver ausführen zu können, braucht ihr die M.A.C.H-Power, deren Anzeige sich unten links auf dem Bildschirm befindet. Auch das Nutzen des Afterburners (das tut nicht so weh wie es sich anhört, damit ist hier nur ein Geschwindigkeitsboost gemeint) braucht diese Energie. Neue M.A.C.H.-Power sammelt ihr, indem ihr nah über dem Boden fliegt.
Technisch ein Überflieger
Die Programmierer haben alle Arbeit geleistet: Die Grafik befindet sich mit ordentlichen Texturen, eindrucksvollen Jets und imposanten Explosionen auf hohem Niveau, die Areale sind groß und bieten einige Hingucker, auch die Jets sehen toll aus. Der Sound passt perfekt ins Spiel und zeigt sich vor allem im Gefecht besonders stark: Raketen zischen laut am Jet des Spielers vorbei, die eigene Bordkanone feuert aus allen Rohren; hier wurde soundtechnisch nicht geschlampt. Auch die für PSP-Verhältnisse sehr kurzen Ladezeiten tragen zu dem sehr guten technischen Gesamteindruck bei. Ebenfalls für die Fähigkeiten der Programmierer spricht, dass das Spiel trotz all seiner Action und Grafikpracht über Game-Sharing verfügt. Da ist die nächste Multiplayerpartie vorprogrammiert. Etwas störend war in unserer Presseversion einzig und allein die beim Autospeichern häufig auftretende Meldung, dass man angeblich den Memory Stick gewechselt habe und nun den Speicherstand manuell auswählen müsse. Aber auch das sind nur zwei Tastendrücke. Ich hoffe nur trotzdem, dass man das bis zum Release der Verkaufsversion noch ausbügelt.
Präsentationstechnisch betritt man zwar kein Neuland, weiß aber durch Übersichtlichkeit und lustige Bemerkungen (z.B. zum Schwierigkeitsgrad) zu überzeugen, was ebenfalls dazu beiträgt, das Spiel nicht eher aus der Hand legen zu wollen, bis man nicht wenigstens den Karrieremodus durchgespielt hat….und den Herausforderungsmodus….und dann gibt’s ja noch den Multiplayer! Wunderbar, auch wenn streckentechnisch im Grunde nur recycelt wird, macht das Spiel Spaß und darauf kommt es an!
Kommentar (PH) :
Huch! *Höper schaut um sich, als wäre eine Zielsuchrakete hinter ihm her* Wo kam dieses Spiel denn her? Der Name sagte mir anfangs überhaupt nichts, ich schmiss das Spiel ohne jegliche besondere Erwartungshaltung in meine PSP und wurde gleich so derbe überrascht: So kurze Ladezeiten, so viel Spielspaß, so viel Action, so eine tolle Grafik, so ein guter, wenn auch im Game-Sharing etwas dünner Multiplayer. Ich dachte mir in der ersten Spielstunde „Verdammt, macht dieses Spiel überhaupt irgendetwas falsch?“ – Ja, leider ist auch dieses Spiel nicht perfekt, was weniger an dem stellenweise unausgewogenen Schwierigkeitsgrad, als vielmehr an den wenigen Strecken liegt. Das müssen die Entwickler auch gemerkt haben, dass fünf Strecken zu wenig sind und haben diese wohl deshalb vorwärts, rückwärts, kurz und lang ins Spiel implementiert. Da hat man theoretisch nach einer halben Stunde alles gesehen. Nichtsdestotrotz wissen die Combat Heroes durch das unkomplizierte Gameplay und die saubere Technik zu gefallen, der Umfang wird durch den Herausforderungsmodus wieder annähernd ausgebügelt, sodass zwar eine ordentliche, aber keine Wertung in Award-Regionen zustande kommt.
An die Kollegen: Den Vergleich mit dem reinen Rennspiel WipeOut Pure finde ich nicht besonders gelungen, bei M.A.C.H. bekommt man mehr Gameplay-Abwechslung, ein völlig anderes Spielgefühl, viel mehr Aufgabentypen sowie einen Kampfmodus! Dieses Spiel traut sich mit seiner Mixtur etwas Eigenes und das ist sehr begrüßenswert! Wem das Spiel wegen der geringen Streckenzahl ein zu schlechtes Preis/Leistungsverhältnis hat, sollte vielleicht warten. Spaß macht’s auf jeden Fall!