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Kane and Lynch: Dead Men

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Genre: Unbekannt
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Kane and Lynch: Dead Men Spielebericht


Kane and Lynch: Dead Men

Kane and Lynch: Dead Men

Kane and Lynch – zwei Namen, die nichts gutes verheißen mögen. Ebenso wie bei der Hitman-Reihe wird man von IO Interactive auch im neusten Actionabenteuer durch blutige und gewalttätige Ereignisse gejagt und seine Nerven zeigen müssen. Im Spiel erwarten euch Kane, dessen Vergangenheit nicht gerade rosig verlief und nun auch noch The 7 an der Backe kleben hat – für die er früher selbst gearbeitet und unverzeihliche Dinge getan hat - die nur eins im Sinn haben, ihn umbringen, nachdem er ihnen gebracht hat, was er ihnen damals – angeblich – geklaut hat. Und dann wäre da noch Lynch, ein Psychopath, der seine Frau auf brutalste Weise ermordet und zwischendurch Blackouts, der – sagen wir mal – etwas Menschenschädlichenart hat. Agent 47 ist bekannt für absolut geniale und schleichreiche Elemente, doch können auch die zwei durchgeknallte Killer die Spielwelt begeistern?

Action der feinsten Art!

IO Interactive hat für Kane and Lynch einen perfekten Einstieg inszeniert, den man sich erwünscht hat. In den ersten 2-3 Stunden ist einfach nur Action, Action, Action angesagt. Erst werdet ihr urplötzlich aus einem Gefängnisbus geholt, dann lernt ihr sofort Lynch kennen, dann müsst ihr euch gegen zahlreiche Polizisten schießen und plötzlich steht ihr vor eurer alten Organisation „The 7“, welche euch des Verrats beschuldigt und im Prinzip einfach umlegen möchte. Doch ihr Interesse liegt darin, dass Kane und Lynch ihnen etwas besorgen, was ihnen damals gestohlen wurde. Sie beschuldigen Kane, dass er für diesen Verrat zuständig ist, doch er weiß natürlich, dass er es nicht war und macht sich auf den Weg, um „The 7“ zu bringen, was sie wollen. Nachdem alles eher nicht nach Plan lief hat Kane die Nase gestrichen voll und trommelt ein Haufen gefährlicher Jungs zusammen, die er von früher kennt. Das Ziel ist ganz klar, erst Retomoto und dann „The 7“ zur Strecke bringen. Um euch von der Story nichts vorwegzunehmen, halte ich an dieser Stelle mal meine Klappe und fahre mit anderen Elementen des Spiels fort. Zumindest wird man die ersten Stunden mit super Action verwöhnt, welche allerdings in der 7-stündigen Solokampagne nach und nach sicherlich an Wirkung verliert.

Ziel- und Deckungsprobleme

Am Anfang wirkt es so, als wäre Kane ein ziemlicher verplanter Mensch, der keine Ahnung hat, was gerade geschieht. Doch kaum ist er nach seinem Gefängnisausbruch in Sicherheit, kommt einem doch eher Lynch vor, wie ein Mann, der nur Angst um sein Leben hat. Doch der erste Eindruck trügt, beide sind brutale Killer und sind sich nicht zu schade reihenweise Leute umzulegen. Damit Lynch außerhalb gegen Feinde nicht sein Leben lässt, zeigt ihm Kane erst mal die Grundlagen, die er benötigt, um sich gegen die Polizei und S.W.A.T.-Einheiten durchzusetzen. Das gewöhnliche Fadenkreuz im Spiel ist ein einfacher weißer Punkt, welcher sich mit einem Knopfdruck auf L2 in ein normales Fadenkreuz umwandeln lässt und somit ein präziseres Zielen ermöglicht. Doch beim Zielsystem von Kane and Lynch: Dead Man gibt es einige Mankos, denn meistens verziehen die Waffen gewaltig, wenn man mit Dauerfeuer draufschießt und die Schüsse gehen teilweise nicht dort hin, wo man hinschießt. Mit etwas Übung und Einzelfeuer lassen sich zwar dann doch exaktere Schüsse ausführen, doch im direkten Nahkampf hat man eindeutig die A-Karte gezogen. Überhaupt gibt es im Spiel einige Stellen die absolut unfair und ärgerlich sind, wenn man von mehreren Gegnern in die Ecke getrieben oder mit einem MG andauernd durch die Wand erschossen wird. Das Duck- und Deckungssystem von Kane and Lynch soll ungefähr so funktionieren, wie das von Gears of War. Wenn ihr euch an ein Objekt stellt, wird Kane automatisch in Deckung gehen, aus der ihr ohne zielen schießen könnt oder mit L2 kurz herauskommen und eure Schüsse abfeuern können. Doch auch dies funktioniert nicht immer, da das System selbst entscheidet, wann Kane sich an ein Objekt stellt und ihr dies nicht mit einem Knopfdruck veranlassen könnt, kann es schon mal vorkommen, dass ihr vor einer Wand oder einer Säule steht und Kane absolut nicht in Deckung gehen will, was einfach ärgerlich und manchmal auch tödlich sein kann.

Schwankende Präsentation

Gewohnte Next-Gen-Augen werden gleich zu Anfang des Spiels merken, dass man hier eine eher hochskalierte Playstation 2-Grafik präsentiert bekommt, welche mit einigen Clippingfehlern seine Probleme hat. Doch die Grafik bietet an manchen Stellen auch absolut sehenswerte Szenen, da wäre zum einen die Jagd über den Highway, in der man von Polizisten verfolgt wird oder der Club in Toyko welcher mit klasse Lichteffekten, guter Musik, sowie einer passenden Atmosphäre überzeugt. Doch die Grafik hat auch seine Schwächen, welche sich in den Gesichtsdetails der Charaktere sowie bei den Objekttexturen bemerkbar machen. Die Zwischensequenzen sind natürlich wieder präsentativ hochwertiger und sauberer gestaltet, doch dies darf man von einem Next-Gen-Titel wohl durchaus erwarten. Die deutsche Synchronisation verleiht dem Spiel und den Charakteren das gewisse Bösewicht-Image und vermittelt dieses ebenso gut. Auffällig allerdings ist, dass sich die Waffen eher wie Spielzeugpistolen anhören, als wie richtige Gewehre mit denen man ordentlich rumballern könnte.

Schwache KI und ein Multiplayer, der Neid erzeugt

Apropos rumballern. In Kane and Lynch: Dead Men sind keine großen taktischen Maßnahmen erforderlich. Meistens heißt es einfach auf die Plätze, fertig, schieß und dann fliegen über ganze Schlachtfelder Patronenhülsen und Raketenwerfer, was zur Folge hat, dass die meisten Schießerein ziemlich spektakulär inszeniert sind. Im späteren Verlauf des Spiels wird es allerdings einige Stellen geben, die einen zur Weißglut bringen werden und den Frustfaktor bis auf die Grenze ausreizen. Da wäre zum Beispiel der Bürgerkrieg ziemlich in der Mitte des Spiels, in dem einem zwölf Soldaten sowie die eigenen Teamkollegen zur Seite stehen. Die zwölf Soldaten sind in diesem Abschnitt nach schätzungsweise dreißig Sekunden tot und die KI der Teammitglieder hilft euch auch nicht sonderlich weiter, was bedeutet, dass ihr durch einige Tricks, so wie Ruhe diesen Abschnitt meistern und eigentlich alles alleine machen müsst. Problem an diesem Punkt ist, dass man kaum Deckung hat, die anderen Soldaten mit leichten Maschinengewehren auf einen schießen und auch noch an jeder Ecke Standgeschütze sind. Selbst im niedrigsten Schwierigkeitsgrad seid ihr nach wenigen Schüssen tot und müsst darauf warten, dass euch ein Teamkollege mit Adrenalin wieder auf Vordermann bringt. Braucht ihr allerdings in einer Szene zuviel davon, sterbt ihr und ihr müsst den Abschnitt noch einmal von vorne beginnen. Sehr ärgerlich ist es auch, wenn eure Kameraden einfach nach vorne rennen und dann ebenfalls Adrenalinspritzen brauchen, um weiter kämpfen zu können. Helft ihr ihnen nicht, ist das Spiel ebenfalls vorbei, also müsst ihr versuchen ihnen eine Spritze zu geben. Liegt euer Kollege allerdings mitten in der Schussbahn und ihr rennt einfach hinein, um ihm zu helfen, könnt ihr die Szene eigentlich gleich neu starten, weil die Chancen, dass ihr das überlebt, sehr gering sind.

Mit den Tasten Dreieck, Viereck und Kreis kann man seine Teamkollegen übrigens einigermaßen kommandieren. Entweder man lässt sie auf alles schießen, was sich bewegt, man ordert sie zu seiner eigenen Position oder man lässt sie die Gegend decken oder räumen. Drückt man die Befehle werden diese auch ausgeführt, doch ändert sich der Status nach wenigen Sekunden wieder zurück, was einfach nur nervtötend ist, weil man die Befehle dann jedes Mal wieder neu erteilen muss. Doch beim Multiplayerpart von Kane and Lynch: Dead Men hat sich IO Interactive wieder etwas mehr Mühe gegeben und sich gleich etwas komplett Neues, im Gegensatz zu den gewöhnlichen Modi Team-Deathmatch, Capture the Flag etc., ausgedacht. Der Modus nennt sich „Fragile Alliance“ und stellt eine super Abwechslung zu anderen Multiplayerspielen dar, da man sich im Team beweisen und soviel Kohle wie möglich einsacken muss. Dabei stürmt ihr Gebäude der verschiedensten Art, um soviel Geld einzusacken, wie es nur geht, danach ist euer Ziel nur noch die Flucht und sofern diese gelingt, wird das geklaute Geld im Team aufgeteilt. Jeder bekommt genau so viel wie der andere. Und hier fängt der Neid schon an, warum soll einer der die Hälfte der Beute alleine eingesackt hat, dann nur ein Achtel bekommen? Und hier kommt ein wirklich geniales Feature des Spiels zum Vorschein und zwar habt ihr die Möglichkeit euren Teamkameraden in den Rücken zu fallen und die Beute alleine einzusacken, doch habt ihr diesen Gedanken nicht nur gehegt, sondern auch ausgeführt werden eure Teamkollegen euer Tag in der ganzen Umgebung sehen und euch aufs bittere Ende verfolgen. Euer Verrat hat übrigens zur Folge, dass euch in der nächsten Runde auch noch der schwarze Peter zugeschoben wird und ihr ein schwarzes T-Shirt tragen müsst, was für die anderen ein Zeichen ist, dass man auf euch lieber Acht geben sollte.

Kane and Lynch online?

Doch viel Geld bürgt einem auch eine gewisse Last auf und die anderen haben euch besonders im Visier, denn jeder Treffer vom Gegner wird euch ein paar Scheinchen abzwacken und falls euch das Spiel schon gar keinen Spaß mehr macht, weil es alle nur noch auf euch abgesehen haben, könnt ihr euer Geld auch einfach freiwillig wegwerfen, damit ihr für andere Gegenspieler kein allzu großes Ziel mehr darstellt. Im Laufe des Spiels kann man sich dann zudem noch neue Waffenpakete kaufen und sich mit neuen Charakteren schmücken, die man online steuern kann. Übrigens haben nur die ersten beiden der Weltrangliste die Ehre als Kane and Lynch durch die Onlineszene zu streifen. Was eine Ehre, nicht wahr?

Kane and Lynch: Dead Men hätte in meinen Augen das Potential für eine hohe 80iger Wertung gehabt, doch IO Interactive hat leider zu viele Fehler in der Entwicklung gemacht, als dass man diese vergeben könnte. Da wäre zum einen die absolut unkontrollierte KI sowohl vom Gegner als auch von den Teamkollegen. Kaum hat man das Spiel eingelegt, flimmert auch schon der Abspann über den Bildschirm und so viel klasse Gameplayelemente bietet Kane and Lynch: Dead Men nun mal nicht, als das man dies ausgleichen könnte. Eher wurde im Gameplay bei den Sachen, die enthalten sind noch unsauber gearbeitet. Die Schüsse kommen nicht an, die Steuerung ist allgemein viel zu träge und die unfairen Stellen im Spiel setzen dem Ganzen dann noch die Krönung auf und bilden Frustmomente der besonderen Art. Der Multiplayerpart, als auch die klangliche Präsentation können durchaus überzeugen, beim Rest wäre noch sehr viel Luft nach oben gewesen. Kane and Lynch: Dead Men ist also nicht einer der erhofften Next-Gen-Kracher und stellt wohl eher ein "Ausleihen und schnell durchspielen"-Game dar, als ein fesselndes Actionspektakel.
klasse Inszenierung
streckenweise pure Action
Zwischensequenzen als grafisches Highlight
nettes Regenerationssystem
gute Synchronstimmen
neue Ideen beim Mehrspielermodus
einfache taktische Teambefehle
große Waffenvielfalt
schwache Gegner-KI
unfaire Stellen
nicht hilfreiche Team-KI
grafisch nur durchschnittlich
unsauberes Gameplay
Clippingfehler
kurze Spielzeit
Koop-Modus nicht online nutzbar
wenig Gegnerarten
Klang der Waffen und Standgeschütze langweilig und unrealistisch
Spielspaß gut Auszeichnungen
Gameplay befriedigend keine
Grafik befriedigend
Sound gut
Umfang befriedigend
Multiplayer sehr gut

Gesamt


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