Infos zum SpielKameo - Elements of Power
Wertung
Grafik:
Sound:
Spielspaß:
Gameplay:
Positiv
negativ
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Kameo - Elements of Power SpieleberichtKameo - Elements of PowerKameo: Elements of Power
Was war das für ein Hin und Her! Für alle, die es nicht mitbekommen haben: Ursprünglich sollte Rares Elfe Kameo schon auf Nintendos Gamecube durch paradiesische Landschaften flattern. Nachdem der Cube jedoch immer mehr an Beliebtheit verlor und die ehemals Nintendo-orientierte Edelschmiede Rare zudem von Microsoft aufgekauft wurde, musste man sich bei Rare etwas Neues überlegen. Besser formuliert: Man musste das Spiel quasi neu schreiben, was vorerst für die Xbox geplant war. Aber man erkannte das Potenzial des fantasievollen Action-Adventures und beschloss, das Spiel für die Nachfolgekonsole der Xbox – die Xbox 360 – zu entwickeln, um der interessanten Spielidee eine außergewöhnliche Optik verleihen und so dem Potenzial des Spiels gerecht werden zu können. Von Anfang an – dazu zählen zahlreiche Messe-Präsentationen – war klar, dass man mit Kameo einen starken und wichtigen Launch-Titel für die Xbox 360 im Angebot hatte, der auch aufgrund seiner Familientauglichkeit ein System-Seller werden konnte. Was die Next-Gen-Elfe und ihre zahlreichen Verwandlungen für Vor- und Nachteile mit sich bringen, erfahrt ihr im folgenden Review…Action-Adventure mit interessanter Story Die kleine Elfe Kameo, Tochter vom vermissten Elfenkönig Solon, soll die Welt retten. „Na toll, das ist nichts, was man nicht erwartet hätte“ mag man nun vorurteilen, aber die Story wird interessant präsentiert und hat einige Wendungen und Überraschungen parat. Bedroht wird die Welt nämlich durch den „Obertroll“ Thorn und seine Trollarmee. Das Fatale: Kameos Schwester Kalus unterstützt Thorn dabei. Dies tut sie im Wesentlichen aus Neid, weil die Königin Theena an Kameo und ihr Selbstvertrauen geglaubt und ihr das Element der Gewalten – und somit die Macht über die Verwandlungen in Elementarkrieger – gegeben hat, was eigentlich nur der offiziellen Thronfolgerin zugestanden hätte. Deshalb setzt Kalus nun alles daran, Rache zu üben - genug Story für ein Jump’n’ Run bzw. Action-Adventure, um die Motivation zu verspüren, die Geschichte vorwärts treiben zu wollen. Antiproportional zur steigenden Motivation verläuft dabei jedoch die Spielzeit: Kameo ist kein langes Spiel, aber dazu später mehr. Innovation im Genre?! „EEEEEEEENDLICH mal wieder ein Rare-Hüpfer!!!“ oder so etwas habe ich als alter Nintendo 64- Rare-Jump’n’Run-Hase wohl gesagt, als ich erste Informationen über Kameo und die Xbox 360 erfahren, sowie erste Screenshots gesehen habe. Und dann sieht Kameo – Elements of Power auch noch nach einer Menge Innovationen im Gameplay aus, die durchaus das Zeug hätten, das Genre im Vorübergehen umzukrempeln. Kameo verliert nach der Tutorial-Mission am Anfang des Spiels ihr Element der Gewalten und somit ihre Elementarkrieger. Eine eurer Hauptaufgaben ist es also, im weiteren Verlauf des Spiels die Kriegerseelen und somit die Macht über die jeweiligen Krieger zurückzuerlangen, was ihr durch Siege über recht einfach zu besiegende Zwischen-Endgegner – Schattentrolle, um genau zu sein – erreicht. Erst wenn ihr alle Kriegerseelen zurückerlangt habt, seid ihr auf dem Weg zum letzten Kampf, der dann auch nicht mehr allzu lang auf sich warten lässt. Durch die über die A, B, X und Y-Tasten einfach durchzuführenden Verwandlungen kann das Spiel natürlich eine Menge Spieltiefe bieten, welche vor allem durch die Notwendigkeit entsteht, diese zu benutzen, da sie für das Weiterkommen an einigen Stellen unerlässlich sind. So könnt ihr diese Tasten (bis auf A – diese ist für die Rückverwandlung in Kameo reserviert) frei belegen, was je nach Situation ebenfalls unabdingbar ist. Stellt euch folgende Situation vor: Direkt vor euch ist der Boden rampenartig nach oben gewölbt. Dahinter ist ein Abgrund, weiter vorn ist eine vereiste Felswand. Dafür gibt es in Kameo nur eine Lösung! Ihr verwandelt euch zuerst in „General Schaden“, eine rollende Steinkugel, die auf Halfpipes und Rampen spezialisiert ist. Mit diesem Elementarkrieger rollt ihr mit voller Kraft über die Rampe, verwandelt euch dann in der Luft in „Chilla“, einen Yeti mit einigen Fähigkeiten, die auf seine Eiszapfen auf dem Rücken aufbauen, um euch mit diesem an der Eiswand festzukrallen und dann wie ein Bergsteiger weiter nach oben zu kraxeln. Derartige „elementare“ Notwendigkeiten sind in Kameo keine Seltenheit und zeichnen das Spiel genau so aus wie das äußerst hübsche, abwechslungs- und einfallsreiche Leveldesign, welches nicht zuletzt Dank einer fulminanten im Next-Gen-Glanz erstrahlt. Kameo ist gleich zum Start der Xbox 360 der Beweis, dass ein HDTV nicht zwingend notwendig ist, um den grafischen Sprung zu bemerken, wenn dieser mit einem solchen Fernseher auch noch deutlicher wäre. Was hier an Texturschärfe, Animationen und Effekten geboten wird, hat es bisher definitiv in keinem anderen Abenteuer dieser Art gegeben. Noch nie haben sich Gräser beim Fliegen über diese so schön im Abendrot gewogen. Noch nie haben sich Tageszeitenwechsel so schön auf die Umgebung ausgewirkt. Noch nie war ein Sprung ins virtuelle Wasser mit einer derartigen Detailfülle und Grafikpracht verbunden. Das Wasser schlägt korrekt berechnete Wellen, auf denen sich dabei wiederum die Umgebung spiegelt. Nun könnt ihr in das transparente Wasser bis auf den Grund schauen, der dann, samt all seinen sich bewegenden Meerespflanzen mithilfe von Shader-Techniken verschwommen dargestellt wird. Diese Eindrücke haben mich wirklich umgehauen. Das gilt aber genau so für die perfekten Echtzeitschatten, das Riesenchaos auf dem Bildschirm, auf dem „mal eben“ 4000 kämpfende Trolle gleichzeitig dargestellt werden, die riesigen, überaus detaillierten Drachen, die beeindruckend über das Geschehen fliegen und Feuerstürme auf dem Boden anrichten. Man weiß in Punkto Grafik wirklich nicht, wo man anfangen soll. Auch die Elementarkrieger sind auf beeindruckende Art und Weise mit Details versehen worden. Jede einzelne Struktur oder Form auf dem Körper der Krieger sticht dreidimensional hervor, ist mit gestochen scharfen Texturen überzogen und wirft Schatten auf den eigenen Körper der Figur. Scharf und dreidimensional mithilfe von Bump-Mapping sind auch die Bodentexturen in sämtlichen Arealen mit einer Ausnahme: Dem Ödland. Diese (größte) Umgebung im Spiel, auf welcher allerdings auch die genannten Massenschlachten stattfinden, kann - vermutlich aufgrund ihrer weitreichenden und ohne Ladezeiten zu genießenden - Ausmaße nicht ganz die Texturschärfe und Qualität der einzelnen Welten bieten. Das ist das einzige grafische Manko, welches während meiner Testzeit zu verzeichnen war. Grafisches Zwischenfazit: Dieses Spiel bietet bereits zum Start der neuen Microsoft-Konsole einen mehr als akzeptablen Beweis dafür, was selbige zu leisten im Stande ist. Sound Bis hierhin macht das Spiel fast alles perfekt. Das lässt schon mal auf eine hohe Sorgfalt der Entwickler schließen, was durch den Sound – erfreulicherweise – ebenfalls bestätigt wird. In der Tat hat man auch hier – vor allem im Vergleich zu den meisten bisherigen Titeln im Genre – ein Meisterwerk vollbracht. Was hier an perfekt zur epischen Erzählung passendem Bombast als Soundtrack geboten wird, ist für’s Renn-Und-Hüpf-Genre wahrlich eine Seltenheit. Kompositorische Meisterwerke, die ohne Probleme aus einem Schwertschwinger-Streifen aus Hollywood passen könnten, untermalen die epischen Abenteuer der Fee. Auch bei der Wahl der Sprecher haben die Entwickler offenbar alles richtig gemacht. Da sind definitiv Profis am Werk, daran hat man an keiner Stelle im Spiel Zweifel, was dem Spiel selbstverständlich dabei hilft, die Story glaubwürdig und mitreißend herüberzubringen. Drückt man Start, sieht man das Omnikon, ein Buch, in welchem ein alter, weiser Mann namens Ortho gefangen ist und euch Tipps daraus gibt, da dieser – wie er sagt – dieses Buch der Elfen auswendig kennt. Das Gerede dieses Mannes ist mir – ehrlich gesagt – nicht nur einmal auf den Keks gegangen, ist aber sehr hilfreich und ebenfalls gut gesprochen, weshalb hier nicht von einem soundtechnischen Manko die Rede sein kann. Schwierigkeitsgrad, Balance und Spieldauer Jenes „Gerede“ des alten Mannes hat einen Vor- und einen Nachteil: Der Vorteil ist, dass selbst schwierigere Rätsel mithilfe seiner Ratschläge nicht länger ein Problem darstellen, da die Lösung dann entweder offensichtlich, oder zumindest logisch ist; man wird also stets auf den richtigen Pfad geführt, wenn man nicht weiterkommt. Dies ist auch gleichzeitig ein Nachteil: Dadurch werden einige Rätsel einfach zu simpel. Man kann theoretisch zwar den Druck auf die Start-Taste unterlassen, aber wer macht das schon, wenn das Spiel selbst teilweise eindeutige Tipps gibt? Bei einigen Rätseln hat man jedoch aufgrund der meist gleich bleibenden Logik schneller den Dreh raus, als Ortho „Ich habe eine Idee“ sagen kann. Wenn man jedoch wirklich Hilfe benötigt, weil man das eine oder andere Nötige für ein Rätsel nicht findet, tappt man meistens im Dunkeln. Das dürfte aber nur an wenigen Stellen passieren. Ansonsten ist der Schwierigkeitsgrad extrem fair, da sowohl Action- als auch Geschicklichkeitspassagen stets machbar sind – nicht zuletzt ob der Tatsache, dass ihr stets von einem nahe gelegenen Checkpoint wieder anfangt, wenn ihr sterbt. Das ist der Hauptgrund, warum ihr auch nie frustriert aufhören werdet. Selbst der letzte Abschnitt bleibt wirklich fair. Haarig wird es nur beim allerletzten Endgegner, der Fähigkeiten vom Spieler verlangt, die er im ganzen Spiel nicht gebraucht hat. Hier zieht der Schwierigkeitsgrad wirklich noch einmal mächtig an, vor allem deshalb, weil der Kampf recht lange dauert; da ist vollste Konzentration gefragt. Neben dem vielleicht etwas zu harten Endgegner ist die Spieldauer der wesentliche Kritikpunkt des ganzen Abenteuers. In 10 – 12 Stunden seid ihr durch. Diese Zeit erscheint vor allem deshalb zusätzlich extrem kurz, weil ihr einfach bestens unterhalten werdet. Ist für euch die relativ kurze Spielzeit kein großes Problem, bekommt ihr in dieser Zeit eine wirklich unglaublich hohe Qualität, sowie eine Menge Spaß und vor allem Abwechslung geboten.
Kommentar (PH) : KAUFEN! Lasst mich diese Empfehlung ein wenig erläutern und rechtfertigen: Wer Jump’n’Runs und Action-Adventures mit genialem, actionreichen Gameplay, tollem Sound, beeindruckender Grafik, einfallsreicher Story, mittelmäßigem Anspruch an den Spieler und innovativer Steuerung nicht gern im Regal stehen lässt, sollte spätestens jetzt zum nächsten Laden flitzen und eine Xbox 360 (falls noch nicht vorhanden) und Kameo – Elements of Power nach Hause schleppen. Aber auch Xbox 360-Besitzer, die auf der Suche nach einem guten Starttitel sind und sich sonst nicht für Abenteuer dieser Art beigeistern können, sollten auf jeden Fall einmal Probe spielen. Hier ist endlich mal wieder eine, bis auf den kniffligen Endgegner stets machbare, nie frustrierende Rare-Perle in Bestform auf DVD gepresst worden. Glorreiche Zeiten scheinen Xbox 360-Usern bevorzustehen. Den geringen Umfang nimmt man dem Spiel höchstens in Anbetracht des Vollpreises übel, was aber durch die Möglichkeit, mit einem zweiten Spieler das Spiel noch einmal im Co-Op durchzuspielen, relativiert werden kann. In der verhältnismäßig kurzen Spielzeit bekommt man jedenfalls Unterhaltung par excellence in allen Bereichen geboten, die den Spieler veranlasst, so lange zu spielen, bis man Kalus und Thorn im finalen Kampf gegenübersteht.
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