Infos zum Spiel


James Bond

Entwickler:
Publisher:
Erscheinungsdatum:
Genre: Unbekannt
Plattformen:

Wertung


Grafik: 67 %
Sound: 67 %
Gameplay: 67 %
Steuerung: 80 %
Mehrspieler: 60 %

Positiv


  • gelungene Bond-Atmosphäre
  • zahlreiche Level
  • einfache Steuerung
  • teils schöne Grafik
  • Hauptfigur wurde klasse modelliert

negativ


  • teils Kantenflimmern
  • viel zu monotone Action
  • geradlinige Levelschläuche
  • deutsche Synchronisation viel zu leise
  • keine zusammenhängende Story

James Bond Spielebericht


James Bond

James Bond: Ein Quantum Trost

James Bond – Ein Quantum Trost

In der Tat gehört die James Bond Reihe zu den ältesten und erfolgreichsten Agentenfilmen aller Zeiten. Nach und nach verkörperten Größen wie Roger Moore, Sean Connery oder auch Pierce Brosnan den charmanten und eleganten Doppelnull-Agenten im Auftrag Ihrer Majestät, um die Welt vor bösen Schergen und Machenschaften zu bewahren. Alle Schauspieler hatten eines gemeinsam. Sie waren typische Ladykiller, hatten schwarze Haare und tranken Martini – geschüttelt, nicht gerührt. Doch mit Brosnan kam der Fall, die Bond-Filme wurde schlechter, die Story immer flacher, die Modernisierung der Technologie kam nicht an. Ein Wandel musste her.

Mit Daniel Craig bekam die Figur James Bond eine ganz neue Bedeutung. Daniel Craig ist blond, hat blaue Augen und passte keineswegs in das Beuteschema der Fans und der  eigentlichen Agenten-Saga. Die Kritik wurde 2005 hart, Fans beschwerten sich, die Presse blödelte gegen Daniel Craig. Doch trotz aller Hindernisse, die ihm und seiner Crew in den Weg gestellt wurden, hat der erste Film des blonden Frauenschwarms, namens Casino Royale die Presse, Kritiker und auch Kinogänger überzeugt. Der Einstand war geglückt. Alte Zöpfe wurden abgeschnitten. Das Klischee des typischen Bonds wurde begraben. Ein neuer Held wurde geboren. Mit Quantum of Solace (zu dt. Ein Quantum Trost) kam nun der Nachfolger in die hiesigen Kinos. Zeitgleich veröffentlichte der Publisher Activision Blizzard das gleichnamige Spiel zum Film und wollte die Spielereihe, die in der Tat auch ihre Höhen (Golden Eye auf dem N64) und Tiefen (Agent under Fire und Rogue Agent), wieder zu neuer Frische verhelfen. Entwickler Treyarch (Call of Duty 3, CoD – World at War) wollte ein Spiel entwickeln, das Action, filmische Intensität und Spannung in einem vermischen sollte.  Wie sich der virtuelle Daniel Craig auf den Konsolen auf PS3 und 360 schlägt, erfahrt ihr im Test.

Mein Name ist Bond, James Bond


Auch wenn dieser berühmte Satz im neuesten Kinostreich keine Verwendung mehr findet, gehört dieser dennoch irgendwie dazu. Das Spiel bietet nicht nur die Handlung des jetzigen Films, sondern pendelt zwischen Casino Royale und Ein Quantum Trost hin und her. Zu Anfang spielt ihr das Ende von Casino Royale in der Villa am Gardasee nach, um darauf folgend die erste Szene von Ein Quantum Trost nachzueifern. Nach ein paar weiteren Level, in denen ihr die Parts des neuesten Films nachspielt, erfolgt ein alternatives Szenario, das euch dann wiederum mitten in die Handlung von Casino Royale wirft, wo ihr zum Beispiel die Szenen im Zug nach Montenegro nachspielt, um am Ende den Showdown von Craigs zweiten Kinoabenteuer durchzulaufen.

Es mag jetzt verwirrend klingen, dass das offizielle Spiel zum Film zwischen den beiden Bond-Streifen hin und her zappt und ihr fragt euch mit Sicherheit, wie man in so einer Situation eine Geschichte erzählen kann, aber genau hier hat das Spiel einen großen Knackpunkt. Denn ihr bekommt keine durchlaufende Story geboten. Vielmehr ist Ein Quantum Trost eine Ansammlung diverser Schauplätze, die einfach nacheinander durchgespielt werden können. Das ist schon sehr schade, zumal die Missionen kaum Zusammenhänge aufweisen und somit der Spaß gebremst wird.

Die Level wurden zwar den originalen Schauplätzen nachempfunden, aber Entwickler Treyarch hat die Schauplätze erweitert, damit dem Spiel mehr Action abverlangt werden kann. So spielt ihr, wie eben erwähnt, ein Level im Nachtexpress nach Montenegro nach, wobei es im Spiel keineswegs so ruhig zugeht, wie im Film. Wurde auf der Leinwand noch ein toller Dialog zwischen Bond und der schönen Vesper gesprochen, werden im Spiel hauptsächlich die Waffen zum Einsatz kommen. Denn hier müsst ihr euch von Wagon zu Wagon gegen unzählige Gegnermassen durchkämpfen und sogar am Ende auf einen anderen Zug springen. Es mag zwar gut und sinnvoll sein, die Level für ein Spiel umzugestalten, aber somit verliert die Software auch an Glaubwürdigkeit und den Bezug zum Original.



Die Waffe im Anschlag

Auch spielerisch geht das Spiel einen ganz eigenen Weg. Anstatt euch mit viel Geschick und Taktik durch die Level zu schlagen, besinnt man sich hier eher auf rohe Waffengewalt. Da ihr während der zahlreichen Maps ununterbrochen auf Horden von Feinden trefft, bleibt euch keine andere Wahl, als mit der Waffe im Anschlag durch die geradlinigen Levelschläuche zu laufen. Besonders auf den einfacheren Schwierigkeitsgraden bekommt ihr im Grunde nur stupide Baller-Action geboten, die ihr ohne Weiteres durchlaufen könnt. Erst auf einem der höheren Stufen bekommt das Spiel auch einen Hauch von
taktischer Finesse, denn ihr könnt euch dank des Deckungssystems hinter jeder Wand, Ecke oder Kiste verstecken, um so nicht ins Kreuzfeuer zu geraten. Dabei schwenkt die Kamera in die Third-Person-Sicht, damit ihr eine bessere Übersicht über die derzeitige Situation bekommt. Zudem ist es  möglich, aus der Deckung heraus blind zu feuern, damit ihr weiterhin geschützt bleibt. Es kann sogar hin und wieder passieren, dass euch ein paar Feinde aus der Flanke heraus angreifen. Hierbei muss gesagt werden, dass die künstliche Intelligenz sehr schwankt. Zum einen agieren vereinzelte Gegner sehr gut, zum anderen stellen diese sich auch richtig dumm an, so dass es ein Einfaches ist, diese auszuschalten.

Im Großen und Ganzen besinnt sich das Spiel aber auf pure Action mit Feuerkraft, die nur durch diverse Quick-Time-Events, a la Fahrenheit aufgelockert wird. Bei diesen Events handelt es sich um diverse Endgegner, die Bond verprügeln soll. Da diese Situationen gerendert sind, besteht eure Aufgabe nur darin, den richtigen Knopf zum richtigen Zeitpunkt zu drücken. Die Szenen sehen zwar spektakulär aus, aber dennoch vermisst man ein wenig mehr Kontrolle und Eigeninitiative. Des Weiteren müsst ihr euch hin und wieder durch Computerterminals hacken oder diverse Überwachungskameras ausschalten, damit ihr den nächsten Abschnitt erreicht, um weiter voran zu kommen.

Wenn ihr keine Lust auf den Solo-Part habt, dann könnt ihr euch im Multiplayer austoben. Dieser bietet viele unterschiedliche Modi und Level. Ob Team-Deathmatch oder Jeder gegen Jeden - es gibt eine Vielzahl an Optionen, die gewählt werden können. Zudem läuft der Netcode sehr flüssig, so dass es kaum Ruckler zu bemerken gibt.

Geschüttelt, nicht gerührt


Da der virtuelle Ausflug des Daniel Craigs durch die Level sehr geradlinig daherkommt, müsst ihr nicht hin und her überlegen, welche Richtung eingeschlagen werden soll. Hin und wieder könnt ihr klingelnde Handys finden, die euch nützliche Infos zur aktuellen Lage geben, mehr zu entdecken gibt es aber nicht.

Die Level, die sich an den Kinovorlagen orientieren sehen dank der CoD 4 Engine ordentlich aus. Dennoch kommt die Grafik nicht ganz an den Shooter aus dem Hause Infinity Ward heran. Zum einen sehen die Level, wie das Museum, besonders durch ihre Architektur sehr gut aus, zum anderen verführt euch das Spiel auch in langweilig designte Parts, die teilweise trist aussehen. Zudem gibt es teilweise starkes Kantenflimmern und kleinere Ruckler, die ansonsten aber nicht weiter stören sollten. Es ist sogar möglich, diverse Wände, Säulen oder Einrichtungsgegenstände zu zerstören, so dass auch Deckungen der Widersacher kleingemacht werden können.

Die Animationen eurer Gegner und die der Kontaktpersonen wirken dafür wirklich gelungen. Ein besonderes Lob geht an das Design von James Bond persönlich. Daniel Craig sieht verdammt echt aus und wurde sehr gut visualisiert. Doch warum hat Entwickler Treyarch bei der Synchronisation so geschludert? Die originalen Stimmen sind toll, es wurden sogar originale Dialoge aus den Filmen integriert, doch das hilft alles nichts, wenn man die deutsche Synchro nicht hört. Denn diese wurde so leise abgestimmt, dass diese komplett untergeht. Bekommt ihr während eurer Mission eine Funkmeldung vom MI6, müsst ihr den Fernseher nahezu bis zum Anschlag aufdrehen, um überhaupt die Nachricht hören zu können. Das ist schon ärgerlich, zumal die Soundeffekte des Spiels sehr laut abgestimmt wurden.


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