Infos zum Spiel


Infernal

Entwickler: Metropolis Software
Publisher: Eidos
Erscheinungsdatum: 23.03.2007
Genre: Action
Plattformen: PC

Wertung


Grafik: 84 %
Sound: 80 %
Gameplay: 79 %
Spielspaß: 77 %

Positiv


  • - Schicke Optik
  • - Höllenkräfte...
  • - Durchgehende, spaßige Action
  • - Tolle Levels
  • - Anspruchsvolle Bosskämpfe

negativ


  • - KI etwas schwach
  • - .... leider nicht konsequent genutzt
  • - Zu linear
  • - Kamera stellenweise suboptimal

Infernal Spielebericht


Infernal

Infernal

Wir waren Feuer und Flamme als der Titel bei uns in der Redaktion eingetrudelt ist. Mit höllischer Vorfreude installierten wir den Titel und bekamen auch direkt eine kalte Dusche.. Warum der Titel leider nicht den angestrebten Award bekommt, lest ihr im Test – viel Spaß dabei!

Ryan Lennox, ehemaliger Agent der Himmelsagentur Etherlight, wurde von seinem Boss gefeuert und ist arbeitslos. Als ob das nicht genug wäre, hetzt ihm sein ehemaliger Chef noch einige Agenten auf den Hals, damit er kurzerhand liquidiert wird. Während einigen genüsslichen alkoholischen Getränken und dem Gespräch mit einer netten Dame kommt es zum Feuergefecht, woraus er sich mit Mühe und Not retten kann. Glück für ihn: Die Hölle möchte einen teuflischen Pakt mit Lennox schließen, dem er auch schlussendlich zustimmt. Nach einem grausigen Intro (aus grafischer Sicht, da es sehr steril wirkt) und einem fulminanten Auftritt vom Chef der Höllenagentur Abyss geht es spektakulär los.

Resident Evil 4, nur anders
Wir haben es hier mit einem waschechten Shooter zu tun, der sich prinzipiell sehr gut und eingängig spielt. Ihr steuert Ryan genau wie Leon S. Kennedy durch die 3rd-Person-Kamera, die stets hinter Ryans Schulter positioniert ist. Im Gegensatz zu Resident Evil 4 aber gibt es hier ein kleines und nicht allzu unwichtiges Problem: Manchmal kommt es vor, dass es zu viele Gegenstände gibt, wenn man sich gerade an eine Wand lehnt, die die Sicht verperren. Dann gilt es einfach drauf losstürmen und hoffen, dass es nicht ins Auge geht und man ewig in der Hölle schmoren muss. Dafür aber überzeugen die Levels durch stimmige, sehr cool in Szene gesetzte Level, die sehr abwechslungsreich gestaltet sind. Mal streift ihr durch Kloster-Gewölbe, mal durch Fabrikhallen oder auch gut und gerne durch eine Insel, die einen unterirdischen Bunker als Level hat. Wie man schon an den Beispielen sieht: Bei den Levels haben die Entwickler nicht gespart – höllisch gut.

Auf Ryans Rachefeldzug im Auftrag der Hölle(nagentur) Abyss muss sich der gute Mann vielen Gegnern zur Wehr setzen, wofür ihm ganz viele schicke Waffen und sehr coole Kräfte zur Verfügung stehen. Neben Wurfsternen, einer Pistole und der „handelsüblichen“ Bazooka erwarten euch auch einige sehr futuristische Waffen wie Laserpistole, die mächtig Schaden macht. Wir sind nun also stark bewaffnet und stellen uns den ankommenden Gegnern und fangen an zu schwärmen: Sie gehen in Deckung! Sie schauen nicht dumm aus der Deckung heraus, wenn ich gerade schieße, sondern warten manchmal sogar noch auf den Moment, bis ich nachlade und kommen dann hervor, um mich zu stürmen. Aber hier sind wir auch schon beim Kritikpunkt: Bis zu dem Zeitpunkt haben die Entwickler eine hervorragende Leistung gebracht, danach war mal wohl zu faul, denn sobald die Jungs auf euch laufen, schießen sie auf euch und machen nichts anderes – Kanonenfutter! Es reichen einige gezielte Schüsse und der Spaß ist vorbei, auch wenn die Feuergefechte durchaus dynamisch und spannend zur Geltung kommen, weil immer wieder für Nachschub gesorgt wird, wodurch die Action so schnell nicht abreißt. Und trotzdem ist es ein sehr unbefriedigendes Ergebnis, dass die KI gerade an so einer wichtigen Stelle aufhört zu denken.

Action mit lockeren Rätseleinlagen
Hört sich bislang alles nach einem Standard-Shooter an, nicht wahr? Im Grunde ist Infernal das auch, aber da gibt es ja noch die sehr coolen und vor allem nützlichen Kräfte des Lennox, die er kurzerhand von seinem Auftraggeber zur Verfügung gestellt bekommt. Nun, der gute Ryan Lennox verfügt schon kurz nach Spielbeginn über die Kraft, seine Waffe mit feuriger Energie auszuladen, wodurch mächtige Schüsse abgefeuert werden, die gerade bei entlegenen Gegnern sehr nützlich sind. Außerdem verursachen sie eine schicke Explosion, die auch umliegende Feinde killen kann. Darüber hinaus verfügt ihr über die Teleportationsfähigkeit (später auch die Massenteleportation, bei der man sich gleich an drei verschiedene Orte porten kann), mit der ihr einige Vorteile im Kampf bekommt (Überraschungseffekt) oder kleinere Rätsel löst. Mit der Höllensicht spürt ihr hingegen Mana- sowie Lebensquellen auf und schlussendlich gibt es noch die Telekinese, die an sich sehr cool aussieht, aber nicht konsequent genug genutzt wird. Wenn ich Gegner oder Gegenstände (so ziemlich alle im Spiel) anheben kann, warum kann ich sie dann nicht mutwillig durch die Gegend werfen? Schade! Ebenso schade ist, dass das auch schon alle Fähigkeiten von Ryan gewesen sind, auch wenn sie im Spiel sehr gut genutzt werden. Ein nerviges Feature gibt es auch: Man ist quasi nach dem Töten gezwungen, die Gegner „aufzusaugen“ (durch Druck auf die rechte Maustaste), damit man Lebensenergie, Munition oder Schlüsselkarten von diesen aufnehmen kann.

Es gibt aber auch noch einige Spielereien mehr: Wenn ihr zum Beispiel in der Dunkelheit seid, wird euer Mana sich schneller wieder auffüllen als wenn ihr in einer Kirche oder in der Helligkeit agiert, wo sich eure Kräfte langsam, aber sich gegen Null bewegen. Wozu braucht man das Zeug? Damit könnt ihr eure Kräfte einsetzen, die je nach Wirkungsgrad unterschiedlich viel Mana verbrauchen. Die Massenteleportation verbraucht zum Beispiel am meisten Mana, weil man sich dabei gleich an drei verschiedene Orte teleportiert – schon allein der einmalige Gebrauch fordert einiges an Mana. Einen Mehrspieler gibt es leider nicht.

Technisch zwischen Gut und Böse
Einerseits kann ich bei der Grafik nur sagen: Himmlisch, andererseits auch nur: Unterirdisch. Während die InGame-Grafik mit sehr vielen grandiosen Effekten (vor allem der Feuereffekt mit der AgeiaPhysiX-Engine sieht fantastisch aus), originellen sowie technisch meisterlichen Umgebungen aufwarten kann, sind die Zwischensequenzen ein Grauen. Hier sieht man die kantigen Gesichter und die Emotionslosigkeit der Charaktere. Deswegen ist auch das Intro so ziemlich misslungen, denn schon da würde man am liebsten aufhören, aber kurz darauf kommt Schwung auf – zum Glück, denn sonst würde der Titel in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Die Kräfte von Ryan sehen herrlich aus, hier gibt es keine Beanstandungen meinerseits.

Der Sound kommt ziemlich gut herüber, zumal die Waffen sehr gut klingen und die Kämpfe mit herrlichen Gitarren-Riffs begleitet werden. Aber auch beim Sound gibt es einige Probleme: Die Synchronisation ist etwas lustlos und die Konversationen zwischen Boss und Ryan wirken stellenweise etwas schwach als cool. Darüber hinaus gibt es den peinlichen Fehler, bei dem die Sprecher vor der Lippenbewegung aufhören zu sprechen... Insgesamt aber liefert Entwickler Metropolis Software eine solide Arbeit.

Kommentar (AS) :

Zwischen Himmel und Hölle sind nicht nur einige Kilometer, sondern manchmal auch Welten. Nicht nur der Temperaturunterschied ist gewaltig, sondern auch die generelle Präsentation von Infernal. Es könnte ein solch höllisch gutes Erlebnis sein, wenn der Titel nicht so arg linear wäre, wenn die KI nur schlauer sein könnte und vor allem, wenn man das Gameplay etwas exzessiver genutzt hätte. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass ich meinen Spaß am Spiel gehabt habe, nicht zuletzt wegen der insgesamt ordentlichen Grafik, der musikalisch guten Untermalung sowie der nicht allzu schnell abreißenden Action. Fans, die genug von Far Cry und Konsorten haben und unbedingt einen guten Shooter spielen möchten, können hier bedenkenlos zugreifen.

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