Infos zum SpielHellgate: London
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Hellgate: London SpieleberichtHellgate: LondonHellgate: London
Der Hype um dieses Spiel war sehr groß, alle nennen es schon den inoffiziellen Nachfolger zu Diablo II und allem Anschein nach kann es dieses grandiose Spiel sogar toppen. Warum ich aber absolut nicht begeistert bin, sagt euch der umfangreiche Test. Schon alleine die Story von Hellgate: London wirkt sehr uninspiriert, denn im London der Zukunft liegt alles in Schutt und Asche, weil einige Dämonen ins Land ein hergezogen sind und ihre Unwesen getrieben haben. Die verbleibenden Überlebenden haben sich in der U-Bahn einquartiert und zetteln einen verbitterten Widerstandskampf an, bei dem es um Leben und Tod gegen die fiesen Dämonen geht. Business as usual Am Anfang des Spiels steht die Erstellung des eigenen Charakters. Hierbei habt ihr die Wahl aus sechs verschiedenen Charakterklassen, darunter befindet sich zum Beispiel ein Schütze oder auch ein Beschwörer, der mit einigen Monstern alle Feinde vernichtet. An sich wird man hier keine Neuheiten vorfinden, aber weil alle Klassen eine coole Mischung aus Magie und Technik bieten und der Skilltree extrem ausschweifend ist, wird man seinen Charakter schon ziemlich individuell gestalten können. Auch sehr nett ist die Funktion, mit der ihr zwischen 3rd-Person und 1st-Person wechseln könnt – als Blademaster eignet sich zum Beispiel die Wahl der 3rd-Person-Ansicht und als Schütze eher die Egosicht. Schwacher Singleplayer Die Kampagne im Singleplayer ist nun nicht wirklich das, was man sich vorstellt. Zu schnell haben wir bemerkt, dass die sporadisch auftretenden Zwischensequenzen und Wortwechsel weggeklickt wurden und wir uns doch lieber den fast noch schlechteren Quests gewidmet haben. Und gerade da liegt der Hund begraben, denn außer „Töte X Anzahl an Dämonen“ und „Reise zu Ort A, spreche dort mit Person B und kehre dann zur Station C zurück“ wird einem leider nicht das geboten, was man von WoW gewohnt ist. Zwar gibt es ab und an mal einige längere Folgequests, aber alleine macht das Ganze nicht halb so viel Laune, wie zusammen. Spaßig hingegen war ein Match im CTF-Stil gegen die Dämonen, aber solche Ideen sucht man ansonsten vergebens – wenn es doch davon nur mehr gäbe, dann wären das locker vier bis fünf Prozentpunkte gewesen! Im Mehrspieler trifft man sich in einer Station, deren Spieleranzahl jedoch stark begrenzt ist – ein Orgimmar wie in WoW oder Ironforge sucht man allerdings vergebens. Mit bis zu acht Spielern könnt ihr in einer Gruppe durch die zahlreichen Gebiete wandern, wobei jeder Levelabschnitt instanziert wird, wodurch nur ihr alle Items seht und bekommt. Ein Problem ergibt sich aus den kleinen Stationen aber trotzdem, denn wenn zu viele Spieler vorhanden sind, wird selbst dort instanziert und dann kann man seine Freunde nur per Textchat erreichen – das ist etwas sehr unpraktisch. Rein, raus, absahnen So lautet das Spielprinzip von Hellgate: London und es ist immer wieder verwundernd, dass es kaum ein Entwickler schafft, ein so betagtes Gameplay nur ein wenig aufzufrischen, dabei wäre es doch so simpel. Hellgate: London funktioniert so: Ihr sucht euch eine Quest aus, geht in den Level rein, ballert oder metzelt alles nieder, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist, erfüllt nebenbei die Quest, geht zurück und sackt die Belohnung ein. Mit einem simplen Klick auf die Maus führt ihr euren Angriff aus, über entsprechende Hotkeys können weitere Angriffe oder Magiesprüche abgelassen werden. Wirkt stark nach WoW, ist aber im Grunde keine Neuheit, die es schon in zig anderen MMORPGs gibt. Ein viel größeres Problem ist, dass man einfach viel zu schnell im Level ansteigt. Nach gerade mal sechs Spielstunden hatten wir schon einen Level 12 Charakter – bei WoW quasi undenkbar! Mindestens genau so bitter wie der zu schnelle Levelaufstieg sind die lieblosen Levels, die nicht nur extrem linear daherkommen, sondern auch Grau in Grau wirken. Alles sieht gleich aus – sei es die U-Bahn oder auch nur der Tunnel bzw. ein Wartungsraum. Farben? Grau, schwarz und ein wenig braun. Mir ist klar, dass abwechslungsreiche Farben wie bei WoW unpassend wären, aber es macht nach 20 Spielstunden einfach keinen Spaß mehr, wenn man ständig nur dieselbe Optik zu sehen bekommt – da kann ich auch einfach mal Schwarz-Weiß Filme gucken und habe fast mehr davon. Ein ähnliches Problem ergibt sich bei den Feinden, auch wenn die sich im späteren Spielverlauf durch ihre Stärke sowie Größe unterscheiden. Aber: Die Viecher sehen durch die Bank cool aus und machen schon einiges her. Auch wenn manche Bosse viel zu leicht und andere wiederum viel zu schwer zu besiegen sind, so gibt es doch etwas sehr positives an Hellgate: London, denn alles, was ihr an gedroppten Items seht, gehört euch. Keiner kann es euch klauen. So ist es uns im Test mal vorgekommen, dass ein Boss über zehn Items gleichzeitig hat fallen lassen. Dann hieß es: Immer brav die linke Maustaste drücken bis alle Gegenstände im Rucksack verstaut sind. Warum ist das möglich? Ganz einfach: Alles, was droppt, seht nur ihr! Eure Kollegen haben auch eigene Items, die ihr nicht sehen könnt. Ein solches System könnte sich auch Blizzard abgucken, denn das erleichtert das lästige Würfeln um Items. Darüber hinaus entpuppt sich die Teleportation als sehr praktisch, denn wenn einer eurer Freunde (kann in der Freundesliste gemanaged werden) online ist, sich jedoch weit weg von euch befindet, könnt ihr euch ganz einfach zu ihm beamen – von überall aus ohne Verzögerung. Auch das wäre ein sehr praktisches Feature für WoW und andere MMORPGs, denn lange Laufwege sind dadurch Vergangenheit, wenn man mit seinen Kumpels gemeinsam in eine Instanz gehen möchte. Bastler unter euch werden sich auch freuen können, denn jede Waffe und generell jedes Ausrüstungsteil kann in seine einzelnen Komponenten geteilt werden. Was ihr dann mit diesen Teilen macht, ist euch überlassen. Besonders wertvolle Bauteile solltet ihr behalten, sofern ihr sie mit eurer Klasse auch verwenden könnt, denn das muss auch noch erfüllt sein. Falls nicht, verkauft sie für einen halbwegs anständigen Preis beim nächsten Händler, tauscht oder verkauft sie an andere Spieler. Übrigens: Auch in Hellgate: London sind die Gegenstände verschieden wertvoll und so gibt es auch in diesem Spiel schwache Rüstung, gute, starke und legendäre Teile, die man sich erspielen kann. Durch ein gutes Upgrade-System, welches euch pro Waffe einige Slots zum Füllen gibt, könnt ihr eine stinknormale Waffe zu einem mächtigen Objekt basteln, das euch jeden Einsatz erleichtern wird. Allerdings gibt es hierbei ein kleines Problem, denn wenn ihr es aufgrund eurer Attribute nicht tragen könnt, kann es passieren, dass ihr drei bis vier Level abwarten müsst. Im Test war das aber kein allzu großes Problem, weil man stärkere Waffen ohnehin erst mit sehr viel höheren Level bekommt, sodass sich ein Neukauf erst lohnt. London wird von einer Plage heimgesucht Und diese Plage nennt sich Bugs! Als wir unsere Testversion einen Tag vor Release erhalten haben und das Spiel spielen wollten, wurden wir quasi geschockt. Drei Rechner standen uns zur Auswahl, die das Spiel darstellen sollten. Rechner Nummero Uno: AMD X2 6000+ mit GeForce 8600 GT und 4GB RAM an Speicher. Hellgate: London war an vielen Stellen schlichtweg unspielbar und dabei war fast gar nichts los! Rechner Nummer zwei: Intel Core 2 Duo mit 3,2GHZ (je Kern) und dieselbe Grafikkarte wie oben mit 4GB RAM und Vista Premium. Hellgate: London läuft fast einwandfrei. Beim dritten Rechner, welcher sich in einer guten Mittelklasse bewegt – AMD X2 4200+, GeForce 7950GX 2 SLI, 2GB RAM, XP – war Hellgate: London die reinste Zumutung. Erst nach dem „Day-One“-Patch (wir nennen es intern „Emergency“-Patch, weil er bitter nötig war, um überhaupt vernünftig spielen zu können) war der Titel halbwegs gut spielbar. Diese Zustände verwundern uns alle doch sehr, denn SO gut sieht die Grafik von Hellgate: London ganz und gar nicht aus. Grau in grau, trist in trist – alles wirkt einfach nicht mehr zeitgemäß. Sehr viel störender ist allerdings, dass die Gebiete stark repetitiv wirken und man den Eindruck nicht los wird, dass man jedes Gebiet nach zwei Spielstunden schon innen und auswendig kennt. Ganz nett kommen allerdings die schicken Effekte daher, die zwar nicht wirklich berauschend aussehen, das Spiel jedoch auf eine annehmbare Ebene hieven. Die musikalische Untermalung von Hellgate: London kann sich über weite Teile hören lassen, denn die rockigen Sounds passen irgendwie ziemlich gut zu diesem apokalyptischen Szenario. Schade nur, dass die Sprachausgabe zu leise und dann auch noch zu schlecht daherkommt. Umso besser, denn wenn diese zu laut wäre, müssten wir ja dem Atmosphäre-Killer Nummer 1 ertragen. So testen wir!
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