Infos zum Spiel


Far Cry 2

Entwickler: Ubisoft Montreal
Publisher: Ubisoft
Erscheinungsdatum: 31.12.2008
Genre: EGO-Shooter
Plattformen: PC XBox Playstation

Far Cry 2 Spielebericht


Far Cry 2

Far Cry 2 Vorschau

Vergangenes Jahr auf der Games Convention gab es lediglich die Chance ein kurzes Entwicklerinterview zu führen, während ein Dritter das Spiel gespielt hat. Fast ein Jahr später konnte ich nun endlich selbst Hand anlegen und muss sagen: Far Cry 2 sieht noch besser aus als man es sich denkt. Gespielt habe ich die PS3-, Xbox 360- und PC-Version des Spiels (ich will euch nicht verraten, wie lange ich dafür anstehen musste – es war einfach zu lang).

In der Story von Far Cry 2 geht es um den Krieg in Afrika (nicht der, der aktuell auszubrechen droht), sondern darum, dass ihr einen Terrorboss zur Strecke bringen müsst. Während eurer Reise durch die 50 km² von Afrika, die ihr jederzeit komplett umrunden könnt, werdet ihr viele Sachen erleben.

Taktiker oder Stürmer?

Eure Reise durch Afrika beginnt recht turbulent. In der gezeigten Version wurde ich schon quasi in die Action geworfen und lernte nach und nach neue Freunde kennen, die mir Missionen gaben, um in der Story voran zu kommen. Nebenbei lernt ihr weitere Kollegen kennen, die sich zum Beispiel um euer leibliches Wohl kümmern werden, wenn ihr im Kampf fallt. Wahrscheinlich wird man noch mehr Assistenten bekommen, in der gespielten Version rettete mich ein Asiate jedenfalls vor dem sicheren Tod. Ansonsten aber wird man sich alleine durch die Savanne schlagen müssen und nutzt zahlreichen Vorteile, die die starke Grafik- und Physikengine liefern. So war es möglich, ein Feuer dadurch quasi zu lenken, indem der Wind mit einberechnet wurde. Wie geht das? Ganz einfach. Wenn man durch sein Fernglas (einäugig), zeigt ein kleiner Pfeil die Windrichtung an, wodurch ihr einen taktisch wertvollen Vorteil erlangt.

Dieses Feature kann man überall benutzen. Damit erlangt Far Cry 2 einen taktischen Level, den Crysis nur im Ansatz zeigte – ihr könnt an jede Mission anders herangehen. Snipern von einer „sicheren“ Stelle? Gerne doch. Ein Feuer auslösen und den Gegnern einen möglichen Ausweg abschneiden? Kein Problem! Oder möchtet ihr einfach blind stürmen und auf das Überraschungsmoment hoffen? Haut rein! In der gespielten Version ging es unter anderem darum, eine Pipeline hochzujagen. Die Materialien und alle Infos dazu bekommt ihr entweder per Handy mitgeteilt oder direkt „vor Ort“. Dadurch wird der Spieler nicht wirklich aus dem Geschehen geworfen und kann durchgehend spielen. Selbst wenn ihr die Map aufruft, werdet ihr kein Pausemenü vorfinden, sondern im Spiel bleiben und euch weiterhin bewegen. Das Besondere an der Map ist, dass jeder Auszug nur 1 Quadratkilometer wiedergibt. Gelangt ihr in einen Missionsbereich, werden diverse Objekte (Autos, Häuser) schwarz dargestellt und „scannt“ ihr dann mit dem Fernglas das Gebiet ab, könnt ihr etwaige Positionen von Medipakcs, Fahrzeugen, etc. ausfindig machen – clever, aber seit Crysis keine Neuerung.

Far Cry 2 Screenshots

Ansonsten aber läuft Far Cry 2 ähnlich wie Teil 1 ab, da die Entwickler auch wollten, dass man in Teil 2 auch ein richtiges Far Cry 1-Feeling hat und sich nicht ständig denken muss, man würde etwas ganz anderes spielen. Das ist auch keine schlechte Sache, weil, obwohl man sich in der Savanne oder einen staubtrockenen Wüste befindet, immer noch dieses Dschungelfeeling herüberkommt. Das liegt wahrscheinlich nicht nur an den tollen Animationen der Vegetation, sondern auch an den wunderschönen Orten, die man besuchen wird. Die Shootouts sind ziemlich packend inszeniert und kommen vor allem mit einem fetten Surround-System extrem gut zur Geltung. Auf der Pressekonferenz zeigte man die Tongewalt des Spiels und die war wirklich grandios – musste man erlebt haben, um es beschreiben zu können, aber der Boden hat gebebt.

Die KI der Gegner konnte sich durchaus sehen lassen, allerdings habe ich noch etwas die Dynamik vermisst, die mir der Executive Producer versprochen hat. Zwar suchten die Feinde nach Deckung, aber so wirklich abgesprochen haben sie sich nicht. Immerhin: Dumm gestürmt haben sie niemals. Auch die aus Far Cry 1 bekannten Hilferufe konnte ich nicht ausmachen, aber vielleicht werden sie noch ins Spiel integriert. Bei einem Treffer kommt ein leicht neuartiges System zum Tragen: Zwar gibt es eine kleine Lebensanzeige am unteren linken Bildschirmrand, aber die verschwindet, wenn gerade nichts passiert (dasselbe passiert auch mit der Munitionsanzeige). Solltet ihr zu schwer verwundet sein, reicht ein Knopfdruck (L1, RB bei PS3 und Xbox 360) und der gute Held des Spiels gibt sich eine Spritze, wodurch die Lebensenergie wieder gefüllt ist. Die früheren Animationen, in denen euer Recke sich Kugeln selbst herausoperiert hat, sind gestrichen worden – jetzt gibt es nur noch ganz wenige solcher Animationen.

Far Cry 2 Screenshots

Kommen wir zum fast wichtigsten Teil des Spiels: Waffen. Davon gibt es mehr als genug und als wäre schon die recht große Auswahl an Wummen nicht genug, haben es die Entwickler noch realistischer gestaltet als ohnehin schon. Waffen, die ihr von den Afrikanern aufnehmt, können beschädigt sein und haben gelegentlich Ladehemmung. Dann gibt es ein kleines Minispiel (sehr dezent), bei dem es zum Beispiel gilt, ganz schnell den A-Button (X360/ X bei PS3) zu drücken, damit der Held die Waffe nachlädt. Es kann sogar passieren, dass das Ding ganz kaputt geht und ihr eine neue Waffe aufsammeln müsst. Etwas unpraktisch und nervig finde ich jedoch, dass man – wie in Crysis – Munition nur auf Knopfdruck aufnimmt. Dasselbe gilt übrigens auch für das Öffnen der Türen, wobei das ohnehin nicht so häufig vorkommt.

Technisch auf Augenhöhe?

Kommen wir mal zur Technik. Wenn ihr wissen wollt, wie fett das alles aussieht, könnt ihr euch die Vorschau #1 durchlesen – da stehen alle Details drin. In dieser Vorschau soll es darum gehen, ob es grafische Unterschiede zwischen den Versionen gibt, da ich alle drei Fassungen anspielen konnte. Die PS3- und Xbox 360-Versionen laufen mit 720p, wobei der Entwickler gelogen hat als er sagte: „It runs at blazing 60fps“, da das Spiel bei viel Action ganz gerne mal arg geruckelt hat. Die PC-Fassung hingegen lief ohne Probleme in einer höheren Auflösung und sah ehrlich gesagt sogar einen Tick besser aus. Generell ließ sich folgende Reihenfolge nach Leistung ermitteln: PC > PS3 > Xbox 360. Bei der PS3 sieht man schlussendlich den Vorteil von Cell, da die Vegetation etwas besser aussieht und die Schatten nicht so arg verpixelt wirken wie auf der Xbox 360.

Far Cry 2 Screenshots

Einige Infos zum Mehrspieler konnte ich dem Entwickler auch abluchsen: Es wird mit bis zu 16 Spielern spielbar sein, wobei die Maps je nach Anzahl an Spielern automatisch größer oder kleiner sind.




Schon nach der ersten Präsentation im vergangenen Jahr auf der Games Convention war ich schwer angetan von Far Cry 2. Nun, nachdem ich es endlich selbst spielen konnte, freue ich mich noch mehr auf den Release des Spiels. Realismus wird groß geschrieben und die Entwickler scheinen es auch richtig ernst zu meinen, da Far Cry 2 derzeit alle Möglichkeiten hat, ein Shooter-König in diesem Jahr zu werden. Grafisch wie auch spielerisch stehen alle Türen offen – hoffentlich werden die 50 km² letztlich nicht zu viel und hoffentlich leidet die Geschichte nicht am „Open World“-Feature.

Ersteindruck

   sehr gut  (Wertung zwischen 85 und 100% möglich)


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