Infos zum Spiel


Earth 2160

Entwickler: Reality Pump Studios
Publisher: Deep Silver (DE)
Erscheinungsdatum: 02.06.2005
Genre: Strategie
Plattformen: PC

Wertung


Grafik: 91 %
Sound: 88 %
Spielspaß: 90 %
Handling: 89 %
Mehrspieler: 90 %

Positiv


  • - Klasse Kampagne
  • - Agenten & Helden gut eingesetzt
  • - 4 Völker
  • - Geniales Gameplay
  • - Superbe Grafik
  • - schlaue KI...

negativ


  • - ... die manchmal aussetzt
  • - ungewollte Einheitensplittung

Mindestvorraussetzung



Pentium IV oder AMD Athlon 1.500+
512 MB RAM
DirectX
8
fähige Grafikkarte mit 128 MB RAM
WIN 2000/XP

empf. Systemvorraussetzung



Pentium IV 3000+
1,5 GB RAM
Geforce 6800 GT
Onboard
Sound
Win XP Pro

Earth 2160 Spielebericht


Earth 2160

Earth 2160

Wer hätte es gedacht? Für dieses Jahr gab es nun wirklich wenige Strategiespiele, die angekündigt wurden. Neben dem "Halb-Strategie"-Spiel Star Wolves gibt es nur noch Nischenprojekte, aber eines machte von Anafang an Tumult, Earth 2160. Der neueste Streich von Entwickler "Reality Pump - Game Development Studios" läßt die Konkurrenz alt aussehen. Warum? Lest es selbst, warum dieses Spiel in Puncto Umfang, Spielspaß und Technik überragend ist.

Home, sweet home

Beginnen wir erstmal mit der Vorgeschichte. In derEarth 2150-Trilogie ( Earth 2150, "The Moon Project" & "The Lost Souls" ) ging es um die Evakuierung der Erde, dann kam - wie der Name "Moon Project" schon sagt - eine kurze Phase auf dem Mond. Danach folgten einige andere Schauplätze und endlich sind die Lunar Corp. und die Eurasian Dynasty auf dem Mars angekommen. Nun, was werden diese Parteien wohl tun ? Na klar, sie schlagen sich in bester Manier die Schädel ein. Während dessen gab es bei der United Civilized States einige üble Verluste, weil sich die eigenen Roboter gegen die Menschheit gewandt haben und diese nun komplett auslöschen wollen. Das Übel nimmt aber kein Ende, denn es gibt noch eine nicht wirklich freundlich gesinnte Alien-Rasse, die ebenfalls den Mars als Wohnort haben will.

  Hiernach wird man sich wohl denken können "So viel Themen im Spiel? Muss ja lang sein!" und das stimmt vollkommen. Der Umfang und die Abwechslungen im Spiel selbst und vorallem der Kampagne sind eine Wucht. Es gibt 7 Hauptmissionen, die noch in weitere Nebenmissionen unterteilt sind. Hierbei ist zu beachten, dass jede Mission sehr lange dauert und es schwer ist, jede Mission unter 1 Stunde zu schaffen. Ihr erlebt das Geschehen aus der Perspektive einer gewählten Partei, die jeweils einen Helden/Heldin hat. So erfahrt ihr alles über die Hintergrundgeschichte aus verschiedenen Perspektiven und die Meinungen gehen da teilweise stark auseinander.

Wie gerade oben angesprochen, hat jede Partei einen speziellen Helden, dem man nahezu RPG ähnliche Züge anmaßen kann. Sie haben alle eine eigene Persönlichkeit und hauchen nicht nur der Atmosphäre des Spiels richtig Leben ein, sondern ihr könnt sie auch - RPG-typisch - über ein Erfahrungspunktesystem ( EXP ) weiterentwickeln. Dieses Feature ist aber nicht auf euren Helden beschränkt. Das können alle Einheiten, die ihr im Laufe des Spiels bauen könnt. Genial sind zudem auch noch die Agenten, die ihr gegen Geld beauftragen könnt. Diese könnt ihr dann selbst steuern und bieten euch sowohl bei der Ausrüstung, als auch einigen Spezialitäten einen großen Vorteil.

Als sehr praktisch erweist sich das Forschungslabor, in dem ihr große und komplexe Forschungsstrukturen seht, die ihr allesamt forschen könnt. Später dazu mehr, da sich viele Dinge aus der Forschung erschließen.

Des Weiteren gibt es - neben den Non-Linearen Missionen - auch einen LAN und Online-Modus. Über LAN könnt ihr mit bis zu acht Freunden spielen und Online auch. Dabei stehen euch von Anfang an alle Rassen / Parteien zur Verfügung. Des Weiteren gibt es den klassischen "Skirmish-Mode" ( Gefecht ), fünf verschiedene Spielmodi und zahlreiche Maps, in denen ihr euch mit den KI-Gegnern oder Menschen ( Online, LAN ) messen könnt.

Der Tradition treu

Die Steuerung in diesem Spiel ist - genretypisch - leicht gehalten und somit schnell verinnerlicht. Nichtsdestotrotz könnt ihr euch die Steuerung im Options-Menü nach eigenen Wünschen gestalten. Das Gameplay ist konstant sehr gut und das User-Interface ist absichtlich spärlich gesät. So wird der Spieler nicht mit zu vielen unnötigen Menüs zugemüllt, sondern bekommt nur die Wichtigsten Infos, die er zum spielen braucht. Die Gebäude könnt ihr natürlich nur auf freien Flächen bauen und nehmen - Parteispezifisch - unterschiedlich viel Platz weg. Bei den Einheitenformationen gibt es scheinbar noch kleinere Probleme, da ihr sie - rein theoretisch - zu "Flotten" vereinen könnt, aber die Erfahrung zeigt, dass sie nicht wirklich ganz sauber agieren, wie sie es eigentlich sollten. Trotz allem könnt ihr in der Kaserne oder der Produktionsanlage festlegen, wo fertige Einheiten hin sollen. Somit könnt ihr eure Truppen ein wenig organisieren.

Leider gibt es aber auch die kleinen Schattenseiten bei der KI zu vermerken. Klar, die Einheiten verhalten sich extrem schlau, suchen richtige Wege, agieren klug gegen Feinde und machen keinen Unfug, aber sie blockieren sich in engen Gegenden ( zum Beispiel Schluchten ). Staus sind vorprogrammiert und das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders und wird - hoffentlich - bald auch mit einem Patch behoben. Was auch noch ziemlich stört, sind die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Fahrzeuge. Klar sind manche schneller und manche langsamer, aber stellt euch mal vor: Ihr habt einige Einheiten in einen Verband zusammenschlossen und wollt sie sicher an einen Ort bringen. Da kommt es - ungewollt - zu Problemen, weil die Einheiten dadurch in Gefahr geraten. Der Verband wird entzweit oder gerät total in gesplittete "Einheitsbündel", was daran liegt, dass sich leider nicht alle Vehikel an die niedrigste Geschwindigkeit anpassen und somit alles ein bisschen außer Kontrolle gerät. Dieses Problem zu beheben, wäre - wie oben genannt - sehr wünschenswert.

Ein weiteres recht geniales Feature im Gameplay stellt die Kamera dar, denn damit kann wirklich das Geschehen hautnah erlebt werden. Klar, jetzt wird jeder sagen "geht doch in jedem Strategiespiel, einfach zoomen" , aber falsch gedacht. Dieses Spiel bietet die einzigartige Möglichkeit das Geschehen aus der Sicht eines Soldaten zu betrachten. Diese Sicht seht ihr dann im Bereich oben links, in einem kleinen Fenster. Ein kleiner Tipp am Rande: Macht diese Sicht mal an, wenn die Soldaten im Kampf sind, da entsteht Spannung pur und man fühlt, als sei man mitten drin, statt nur dabei! So entsteht eine noch nie da gewesene Atmosphäre in diesem Spiel.

Abwechslung pur!

Fangen wir mal bei den verschiedenen Bauweisen der einzelnen Fraktionen an. Diese sind so unterschiedlich, wie die Schuhschublade einer Frau. Besonders gut gefällt vorallem die verschiedene Architektur und Spielweise bei den unterschiedlichen Parteien, die Stundenlang fesseln. Strategen, die gerne hohe Gebäude sehen, die sich vor dem Empire State Building nicht verstecken müssen, nehmen die Damen von der "Lunar Corporation". So wird jedes "Modul" auf das nächste gelegt. Anfangs kommt das Grundgerüst, danach ein Solarkollektor und darauf wieder ein weiteres Gebäude eurer Wahl.So enstehen natürlich auch leicht futuristische Gebäude, die zum Träumen einladen. Diejenigen, die auf verschachtelte Bauweisen stehen und sich bei komplexen und vorallem komplizierten Bauweisen  wohl fühlen, sollten mal einen Blick auf die Eurasioan Dynasty werfen, die mit den eben genannten Möglichkeiten aufwarten können. Die Aliens stechen - mal wieder - sowieso heraus, da sie auf Gebäude ganz und gar verzichten. Sie haben ihr sogenanntes Mutterschiff und einige kleinere Einheiten zur Verfügung. Diese lassen sich alle replizieren ( vermehren ) - das Mutterschiff auch - . Dabei kommt es drauf an, was ihr aus ihnen macht. Ihr könnt dieselbe Einheit nochmals erzeugen, aber ihr könnt auch einen Krieger aus der Einheit machen. Im Normalfall hat jede Einheit mindestens zwei verschiedene Formen, die es annehmen kann. Diese Fraktion erfordert aber viel Feingefühl und muss - in der Wahl der Partei - wohl überlegt sein, weil sie nicht leicht zu beherrschen ist. Für alle, die auf die klassische Bauweise stehen, wählen die United Civilized States.

Des Weiteren gibt es auch - teilweise gravierende - Unterschiede bei dem Abbau der Hauptressourcen ( kurz : "Ress" ). Diese sind Metall, Kristall und Wasser, von denen aber meistens nur zwei benötigt werden. So müsst ihr die gesammelten Ress per "Sammler" aufsammeln und könnt dann jeweils Einheiten, Gebäude etc. bauen bzw. forschen. Bei den verschiedenen Parteien zeigen sich die Unterschiede in den Grundzüge, nämlich im Abbau dieser. Diese werden entweder per Maschiene geschürft, von unbeweglichen, festen Einrichtungen abgebaut oder abgesaugt.

Kommen wir nun zum Wichtigsten Punkt im Spiel, der Forschung. Ohne Forschungen läuft gar nichts in diesem Spiel, weil ihr ohne  hilflos ausgeliefert seid. Schon bei den Vorgängern war das jeweilige Aufgebot an Forschungen immens, jetzt sind es sogar noch mehr! Wenn ihr die erste Forschung beendet habt, könnt ihr sofort neue Einheiten / Gebäude bauen, die dann natürlich effizienter sind. Eure Einheiten werden nicht nur schneller, sondern auch stärker und können einzigartige Schilde - durch die Forschungen - erhalten. Ihr könnt jederzeit im Baumenü die Entwicklung für ein Gebäude, Einheit bzw. deren Upgrade per Mausklick staren. Nicht zu vergessen ist, dass die Upgrades Zeit benötigen und mit jeder Stufe dauert es natürlich länger. Auch die Kosten werden immer höher, aber sie lohnen sich in jedem Fall. Des Weiteren könnt ihr im Forschungsmenü mehrere Aufträge gleichzeitig tätigen, die nach und nach erledigt werden.

Ihr solltet eure Einheiten sehr schnell mit den Modifikationen bestücken, weil eure Feinde werden euch nicht mit Stock und Stein angreifen. Ihr werdet schnell bemerken, dass die Bauüblichen Panzer ohne Schilde gegen die Säureangriffe ( Aliens ) oder starken Laser ( Lunar Corp. ) nicht ankommen. So kann eure Armee schneller dem Boden gleich gemacht werden, als euch vielleicht lieb ist. Dumm sind die Gegner ja auch nicht und starten dann manchmal sogar einen Gegenangriff, bei dem ihr Hoffnungslos zu Grunde gehen werdet, weil ihr die jeweiligen Spezifikationen nicht erforscht habt. Daher solltet ihr euch - je nach Gegner - gut auf diesen vorbereiten und die Produktion & Forschung gezielt ausbauen.

Die Menüführung bei der Forschung & den dem Upgrademenü ist sehr simpel und übersichtlich gestaltet. Anfänger werden sich vielleicht aufgrund der Masse an Möglichkeiten etwas überfordert und verloren fühlen, aber dies sollte noch kurzer Gewöhnungszeit passé sein.

Und was sagt die Optik?

Schon die oben genannten Features machen dieses Spiel zum Besten im Genre, aber es geht noch besser! So haben sich die Entwickler nicht gescheut eine Grafik-Engine zu erstellen, die ihres gleichen sucht. Die eigens entwickelte Earth 4-Engine leistet beeindruckende Umgebungen und Terrains, die man noch nie in solcher Pracht zu sehen bekommen hat. Alles könnte vom Mars selber kommen. Angefangen von den hochaufgelösten Texturen, über die extrem klasse detaillierten Einheiten aus absoluter Nähe bis hin zur Physik, die ebenfalls mehr als realistisch und stimmig ausfällt. Ihr könnt z.B. einen großen Stein anschiessen, der dann physikalisch korrekt rollt. Noch viel schöner sehen die Tag & Nachtwechsel aus, weil in der Nacht die Fahrzeuge ihre Lichter anmachen und diese ordentlich für Atmosphäre sorgen und einfach nur klasse aussehen. Am Tage spiegelt sich alles im wunderschön gemachten Wasser. Die Grafik ist mitunter eines der Besten Dinge im gesamten Spiel.
Sehr interessant dabei ist, dass ihr diese Grafikpracht für kleine Systemanforderungen geboten bekommt. Prozessor und Arbeitsspeicher werden durch die Technik kaum genutzt und somit braucht ihr nur eine sehr gute Grafikkarte, die über DirectX 9 verfügt. Für Kenner mal eine kleine Übersicht der Grafikfeatures:

  • Per Pixel Shader & Bone Calculation
  • dynamische und farbige Licht- & Wettereffekte
  • Erzeugung reflektierender, natürlicher wirkender Oberflächen
  • Bump Mapping, Sepcula Maps
  • Verschleißspuren am Material
  • neues Partikelsystem bei Explosions-, Rauch und Lichtdarstellung
  • KI, die selbstständig lernt, ermöglicht nur "Back Framing"-Algorythmen
  ( Infoquellen: Presse, offizielle Website & Spielanleitung )

Der Sound macht sich insgesamt sehr gut, wobei die Stimme von Bruce Willis langsam wirklich auf die Nerven geht, weil sie in fast jedem zweiten PC-Spiel vorhanden ist. Sowas zeugt leider absolut nicht von Authenzität, tut dem Spiel jedoch keinen Abbruch. Im Menü ist ein lieblinger Gesang zu vernehmen, der ab und an auch im Spiel vorkommt, aber die Instrumentals, die vorweigend im Spiel zu finden sind, bleiben wohl Geschmackssache, da nicht jeder auf die musikalische Richtung des "Klassik" steht.

Kommentar (AS) :

Ich muss sagen, dass mich dieses Spiel mehr als überzeugen konnte. Normalerweise halte ich nicht viel von Strategiespielen, seitdem es "Die Siedler" gibt, weil mir dort alles zu kompliziert war. Aber Earth 2160 rief wieder die alte Freude in mir auf. Angefangen mit den Charakteren, die schon RPG-typische Züge tragen, über die tausenden Möglichkeiten an Entwicklung und zahlreichen Möglichkeiten der Forschungen, bis hin zu der absolut genialen Grafik ist alles drin, was drin sein muss. So müssen Spiele sein, da kann selbst über die kleinen KI-Aussetzer hinweg sehen und die unterschiedlichen Geschwindigkeiten sind nicht so drastisch. Die vier Völker und der Online-Modus (+ LAN ) sorgen für Stundenlangen Spaß vor dem Monitor und daher verdient dieses Spiel auch 90% in der Gesamtwertung, weil es alle Features konsequent nutzt. Respekt an die Entwickler, so müssen Spiele sein!

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