Infos zum Spiel


Die Siedler Aufbruch der Kulturen

Entwickler:
Publisher:
Erscheinungsdatum:
Genre: Unbekannt
Plattformen:

Wertung


Grafik: 80 %
Sound: 67 %
Gameplay: 67 %
Steuerung: 74 %
Multiplayer: 80 %

Positiv


  • + drei spielbare Völker mit spielerischen Unterschieden
  • + Knuddel-Feeling ist wieder da
  • + alte Regeln sinnvoll ergänzt
  • + verbessertes Militärsystem
  • + Online-Lobby
  • + klasse Synchronsprecher
  • + Opferungen

negativ


  • - Keine Mimik in den Zwischensequenzen (Bauchredner)
  • - fehlendes Tutorial
  • - Story etwas lahm
  • - Kampagnen-Mission nicht gerade innovativ
  • - Repetitive Musik

Die Siedler Aufbruch der Kulturen Spielebericht


Die Siedler Aufbruch der Kulturen

Die Siedler: Aufbruch der Kulturen

Die Siedler: Aufbruch der Kulturen

Wir haben uns endlich die Vollversion von Die Siedler: Aufbruch der Kulturen anschauen dürfen und sind nach wie vor begeistert. Wie sich der neue Teil spielt, was genau man unter „Traditions-Edition“ versteht und ob das allbeliebte Knuddel-Feeling rüberkommt, erfahrt ihr in unserer Review!

Gutn Moagn

Wia schon in de Preview zuam Spil, lasse i es mir aa hia ned nehma, oa bisschn boarisch zua quatschn, immerhin han de Bajuwarn oaes dea drei spielbarn Völka im nein Teil dea Siedla Traditions-Reihe. Jetz, wos heißt des genau? Schon früh entwickeltn si de Siedla-Spiele weida. So gelangn dea Sprung in de dritte Dimension und de meistn Vaänderunga im Gameplay, dass si mittlerweile doch stark vom Ur-Siedla unterscheidet.

Doch genau hia springt de Traditions-Reihe oa und liafert oin Fans dea erstn Stunde des oitbewährte Spielprinzip, aufgefrischt mit oana hübschern Grofik und oaign gloaern Verbesserunga. Mit De Siedla 2: De nächste Generation gelang des zuam erstn Moi, jetz versuchn es Publisha Ubisoft und Entwickla Funatics Software noch oamoi mit Aufbruch dea Kulturn - und wieda oamoi gelingt es ihna, de Herzn dea Siedla-Fans zuam Lodern zua bringn. Warum? Lest nur weida!

Die Siedler: Aufbruch der Kulturen
Siedeln nach bekannten Regeln

Und da wahrscheinlich die wenigsten von euch bayrisch können und der obige Abschnitt daher ein einziges „Bla, bla, blablabla“ war, gehts nun für alle verständlich weiter. Die Siedler: Aufbruch der Kulturen basiert, wie schon angedeutet, auf einem altbewährten Regelwerk, nämlich dem von Die Siedler 2: Veni, Vedi, Vici. Keine großen Armeen, die Micromanagement erfordern, kein vereinfachtes Wirtschaftssystem und der Straßenbau bleibt erhalten – um es mal ganz grob zusammenzufassen. Doch natürlich steckt viel mehr dahinter.

Von der ersten Minute an fühlt man sich in Aufbruch der Kulturen wohl! Wer den zweiten Teil der Siedler-Reihe gespielt hat, wird hier sofort zurecht kommen und binnen wenigen Minuten erste Gebäude errichtet haben. Komplette Anfänger müssen leider mit den Tooltips auskommen, die in passenden Situationen am linken Bildschirmrand angezeigt werden. Ein eigenständiges Tutorial wäre zwar besser gewesen, doch so kompliziert sind die Siedler dann doch nicht wirklich.

Zu Beginn besitzt ihr nur ein Gebäude – euer Hauptquartier. Dieses dient nicht nur all euren Siedlern als Unterkunft sondern gleichzeitig als Lagerhaus, in dem alle erdenklichen Rohstoffe und Gegenstände gelagert werden – darunter Holz, Steine, Werkzeuge (es gibt nur ein Universal-Werkzeug), Bier und so weiter. Die drei Schwierigkeitsgrade bestimmen dabei unter anderem, wieviel Rohstoffe euch zu Beginn zur Verfügung stehen und ob etwa Bergwerke Nahrung benötigen, oder eben nicht. Zuerst solltet ihr also dafür sorgen, dass die wichtigsten Lagerbestände – eure Baurohstoffe – Nachschub erhalten. Per Leertaste blenden wir kurzerhand die Gebäudeübersicht ein, die uns die zahlreichen Bauplätze sowie deren Größe anzeigt. So könnt ihr entweder ein kleines, mittleres oder großes Gebäude bauen, je nachdem, wieviel Platz geboten wird.


Stein für Stein

Fairerweise starten wir stets in der Nähe von einigen Bäumen und Felsen. Also schnell einen Steinmetz zu den Felsen, einen Holzfäller zusammen mit einem Sägewerk in die Nähe des Waldes und damit nicht nach einer halben Stunde alles kurz und klein geschlagen ist, platzieren wir noch einen Förster daneben, der den Holzbestand wieder aufstockt. Da haben wir schon unsere erste Produktionskette. Der Förster pflanzt Bäume, die vom Holzfäller gefällt und im Sägewerk zu Brettern weiterverarbeitet werden, die wir dann, neben den Steinen für den Bau von weiteren Gebäuden nutzen können.
Doch irgendwann wird der Platz vor lauter Holzfällern und Sägewerken eng, sodass wir dann doch neue Lebensräume ergründen müssen. Und wie tun wir das? Richtig, mit dem Militär! Ein Wachturm (mittleres Gebäude) an der Grenze kann da Wunder bewirken und kurz nach dessen Fertigstellung erweitert sich unser Gebiet um einige Meter – neue Bauplätze stehen zur Verfügung und eventuell haben wir eine Bergkette erreicht, die Rohstoffe beherbergt. Also errichten wir ein Archäologen-Hütte, warten bis dieser herausgefunden hat, welche Bodenschätze darauf warten, ausgebuddelt zu werden, und bauen dann ein paar Bergwerke auf.


Zum Glück sind wir auf Kohle und Eisenerz gestoßen, denn unsere Werkzeuge und Waffen werden langsam knapp. Doch mit Hilfe von Eisenschmelzen, Waffenschmieden und Werkzeugstätten können wir auch dieses Problem lösen.

Friede, Freude, Eierkuchen – oder doch nicht?

Natürlich lässt es sich nicht ganz so in Ruhe siedeln, wie oben beschrieben. So habt ihr etwa in der Kampagne stets bestimmte Aufgaben, um die Götter zu besänftigen. So müsst ihr zum Beispiel das olympische Feuer entzünden, eine bestimmte Anzahl an Festungen bauen oder ordentlich Bier brauen, damit das Oktoberfest auch ja nicht ins Brauwasser fällt. Wer mehr zur eher nebensächlichen Story erfahren will, kann ein paar Infos in unserer Preview nachlesen.

Neben den Göttern, die euch im Nacken sitzen und ständig etwas von euch verlangen, gibt es natürlich auch so manche Widersacher, die sich euch in den Weg stellen, sodass es irgendwann darauf hinausläuft, dass ihr kämpfen müsst. Dazu könnt ihr entweder ein Katapult aufbauen und die feindlichen Gebäude ganz einfach mit großen Steinen zermalmen, oder aber ihr schickt eure Soldaten aufs Schlachtfeld – und zwar ganz unkompliziert und ohne großartiges Rumgeklicke. Einfach das gegnerische Gebäude anklicken, per Schieberegler einstellen, wieviele und was für Soldaten angreifen sollen (Fern- oder Nahkampf) und schon schon kann die Schlacht beginnen. Danach habt ihr keinen wirklichen Einfluss auf das Kampfgeschehen und könnt lediglich zuschauen und hoffen, dass eure Mannen gewinnen – sei es aufgrund der zahlmäßigen Überlegenheit oder einfach weil sie besser kämpfen können.

Die Siedler: Aufbruch der Kulturen

Kulturelle Unterschiede

Damit besonders in den wirklich spaßigen Multiplayer-Runden ein bisschen Abwechslung aufkommt, unterscheiden sich die drei spielbaren Völker (Bajuwaren, Ägypter, Schotten) in diversen Bereichen voneinander, sodass ihr eure Spielweise je nach gewähltem Volk anpassen müssst. Während die Ägypter etwa eher auf Masse statt Klasse setzen, sind die Schotten wirklich starke Nahkämpfer, unterliegen jedoch besonders wirtschaftlich den beiden anderen Völkern. Die Bajuwaren, mit denen ihr auch die Kampagne beginnt, stellen dabei die Allrounder dar und dürften besonders für Anfänger geeignet sein. Ein paar Beispiele gefällig? Ägypter bauen nicht mit Steinen, sondern benutzen stattdessen Lehm. Bajuwaren backen Brezeln und brauen leckeres Weißbier, während die Schotten auf ihren Whisky schwören und die bekannten Schottenkilte weben, mit denen sie in die Schlacht ziehen.
Zu guter Letzt wäre da noch der Opfertempel, mit dem ihr zahlreiche nützliche Dinge bewirken könnt. Gleich in der ersten Kampagnen-Mission etwa müsst ihr euer Gebiet mit Hilfe einer Opferung für eine kurze Zeit erweitern oder aber ihr lasst Arbeiter schneller arbeiten, verstärkt die Attribute der Soldaten oder verkürzt die Produktionszeiten.

Die Siedler: Aufbruch der Kulturen


Mittendrin statt nur dabei

Mit Aufbruch der Kulturen bringt Blue Byte auch direkt etwas komplett neues in die Siedler-Reihe – die Online-Lobby. Hier könnt ihr euch einen Charakter erstellen, durch Multiplayer-Matches oder kleine Minispiele wie Schach oder Poker Gold verdienen und dieses dann für lustige Hüte, Schwerter oder Haustiere ausgeben, die euch dann folgen. Zudem gibt es eine Rangliste, die die besten Spieler kührt. Im Gegensatz zur Zeit der Preview-Version, in der wir nur recht wenige unserer Kollegen antrafen, ist die Lobby seit dem Release sehr belebt und überall laufen Spieler herum oder tragen Turniere aus.

Durch den übertriebenen Knuddellook und die schön gestalteten Städte, fühlt man sich, als wäre man direkt aus dem eigentlichen Spiel in die Haut eines Siedlers geschlüpft, der nun durch die Stadt läuft – natürlich ohne Waren von einer Flagge zur anderen zu schleppen.

Doch nicht nur in der Online-Lobby kann die Grafik überzeugen. Zwar dürft ihr bei Aufbruch der Kulturen kein Grafikwunder erwarten, doch das Spiel sieht einfach stimmig aus und strotzt nur so vor Details. Bäume, die im Sägewerk über die Kreissäge fahren, sodass ordentlich Sägespäne fliegt, Rinder, die aufgezogen, Werkzeuge, die produziert und Waffen, die geschmiedet werden – all das könnt ihr in eurer Siedlung beobachten, wenn ihr gerade mal ein bisschen Zeit habt, um euch zu entspannen. Davon werdet ihr sicherlich viel haben, denn Die Siedler ist und war noch nie ein schnelles Spiel, sondern legte viel Wert auf einen anständigen „Basis-Bau“, wenn man es so nennen möchte. Auch die Sounduntermalung weiß zu gefallen. Die Musik unterscheidet sich von Volk zu Volk, die Sprachausgabe ist wirklich lustig und passt wie die Faust aufs Auge – im großen und ganzen ein schöne Komposition aus hübscher und detailreicher Knuddel-Grafik, einer netten Hintergrundmusik, die sich aber zu selten abwechselt, und einer, für deutsche Verhältnisse, sehr guten Sprachausgabe. Lediglich ein paar kleinere Dinge fallen negativ auf. So handelt es sich zum Beispiel bei den Göttern, Engeln und Volksvertretern offenbar um ausgezeichnete Bauchredner, denn den Mund machen sie nie auf, was in den Zwischensequenzen doch stark bemerkbar ist.


1 Kommentare


03.09.2012 23:58 Uhr Jonay (Gast)

That's way more clever than I was exepctnig. Thanks!

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