Infos zum Spiel


Dark Sector

Entwickler: Digital Extremes
Publisher: D3Publisher of Europe Ltd.
Erscheinungsdatum: 04.04.2008
Genre: Action
Plattformen: XBox Playstation

Dark Sector Spielebericht


Dark Sector

Dark Sector

Nach zwei Vorschau-Artikeln muss nun auch der Test ran – und da haben wir ihn auch endlich. Wir haben Dark Sector ausführlich gespielt, die Elemente gegen die zahlreichen Widersacher benutzt und uns im verstrahlten Russland mit viel Ruhm bekleckert. Ganz nebenbei haben wir eine Seuche vor der Verbreitung aufgehalten – heldenhaft, doch wie heroisch ist das Spiel oder braucht man Heroin, um es zu genießen?

Hayden kann nur beneidet werden, denn er kann durch einen Gendefekt keinen Schmerz spüren und bekommt danach noch übermenschliche Fähigkeiten, die durch den Technocyte-Virus ausgelöst worden sind. Okay, so schön ist der Virus nicht, denn er ist hochgradig ansteckend und für normale Menschen tödlich. Einige irre Terroristen bzw. Wissenschaftler im Auftrag des Terrors wollen eben jenen Virus auf die gesamte Welt ausbreiten, was Hayden mit seinem Diskus, auch „Glaive“ (in der deutschen Version fälschlich „Schwert“) genannt, um jeden Preis verhindern muss.

Fetzige Action mit kleinen Rätseln

Nachdem die Kollegen Benjamin und John-Henry in der Beta (siehe hier für die Vorschau) bemängelt haben, Dark Sector würde es an Abwechslung im Setting fehlen, so kann ich nun behaupten, dass die Beta lediglich einen Ausschnitt dessen zeigte, was Dark Sector wirklich bietet. Dazu gehören verbitterte Häuserkämpfe, eine großartige Schlacht in einer zerstörten Kathedrale, ein Einsatz bei Nacht auf einem gottverlassenen Friedhof, diverse Kämpfe auf offenem Gelände bei Tag und so weiter und so fort – Dark Sector weiß, wie es den Spieler mit immer neuen Orten packen kann. Besonders der Kampf in der Kathedrale ist spannend und atmosphärisch sehr fesselnd inszeniert, während der letzte Kampf nicht nur technisch, sondern auch insgesamt ein Erlebnis für sich ist.

Die Shootouts spielen sich wie Gears of War und etwas wie Resident Evil 4, haben aber auch einige eigene Ideen, die zum Tragen kommen. Den Hauch von GoW bemerkt man daran, dass der Spieler fast immer Deckung hinter irgendwelchen Mauern, Boxen, Autos oder sonstigen Gegenständen suchen muss, um nicht vom Dauerfeuer der Feinde abgeschossen zu werden. Den Touch Resident Evil 4 erlangt der Titel durch die 3rd-Person-Ansicht, aus der man mit seiner Pistole (und/oder anderen Waffen) schießt bzw. mit angezogener Waffe geht.

Die eigenen Elemente von Dark Sector werden mit und durch die Glaive definiert. Dieses Monstrum dient nicht nur als Schlitzobjekt, mit dem ihr eure Gegner gewaltvoll zweiteilt oder ihnen diverse Körperteile abtrennt, sondern auch für die Lösung einiger recht leichter Rätsel. Damit es aber nicht zu schwer wird, führt euch das Spiel immer bei der Hand, sodass ihr immer wisst, was zu tun ist. Beispiel: In einem unterirdischen Bunker, der zum Teil unterwassert ist, gibt es einen Stromkasten, den ihr anvisiert, die Glaive darauf werft und hernach das elektrische Element euer Eigen nennt – aber nur für kurze Zeit. In dieser Zeit müsst ihr dann eine Stahltür damit öffnen (welcher Mechanismus darauf anspringt, ist mir nicht bekannt, aber okay – es ist ein Spiel). Ansonsten dürft ihr euch zudem mit den Elementen des Feuers und Eises herumschlagen, wobei das Eis am gemeinsten ist, weil man damit Gegner einfrieren und mit einem leichten Schlag anschließend in Tausend Stücke zerlegt. Waffen gibt es auch, auch zu Genüge, allerdings kosten sie euch am Schwarzmarkt (durch Kanaldeckel erkennbar) einen entsprechend hohen Preis. Die aufgenommenen Waffen haben hingegen einen eingebauten Selbstzerstörungsmodus, durch den die netten Wummen schnell unbrauchbar werden – so kann man den Fokus auf die Glaive auch erzwingen.

Widerspenstige Viecher!

Während das Leveldesign durchaus überzeugen kann und den Spieler durch eine streng lineare Welt schleust, ist die Gegner-KI mal gut, mal schlecht. Während sich die Menschen intelligent hinter Deckungen verstecken und gelegentlich herauskommen, um ihr Magazin zu verballern, sind die Monster schon eher dümmlicherer Art. Die normal mutierten laufen stur auf euch zu und versuchen euch zu packen oder mit einem riesigen Hammer zu erschlagen – perfektes Futter für die Glaive, für die Jungs solltet ihr keinen einzigen Schuss von eurer wertvollen Munition abgeben. Die letzte Art Mutation, welche schon wesentlich übler aussehen, machen euch das Leben schwer, da sie hart gepanzert und in Massen vorkommen, wodurch sie wesentlich schwerer zu besiegen sind.

Gelegentlich dürft ihr euch am Ende eines Kapitels mit einem Boss herumschlagen, die allesamt eine gewisse Taktik benötigen, um besiegt zu werden. Das erste große Etwas in der Kathedrale (beschreiben wir es als überdimensional mutierten Gorilla) muss zunächst mit eurer feurigen Glaive bearbeitet werden, wozu ihr das gute Stück zunächst durch eine Feuerquelle sausen lasst und dann auf das Viech losfeuert. Brennt es, lauft ihr schnell zu ihm hin und löst ein kleines Quicktime-Event mit anschließendem Kopfschuss aus – das drei Mal und hernach noch einige Feuertreffer;  gut ist. Danach wird die Sache aber insofern angenehm, da Hayden neue Fähigkeiten erlernt, wie zum Beispiel einen dicken Schild zu erzeugen, der alle Geschosse zurückschleudert (damit lassen sich amüsante Rätsel und Aufgaben lösen, die die Entwickler auch gut ins Spiel eingebracht haben). Wer schon Ausschnitte aus dem Mehrspieler gesehen hat: Recht weit am Ende kann man sich sogar für eine kurze Zeit unsichtbar machen. Hilft schon gut weiter, ist aber weniger effektiv als der Schild.

Mehrspieler-Spaß auf breiter Front – aber nur für Box’ler

Der Mehrspieler-Modus, welchen wir zwar nicht spielen konnten, aber zahlreiche Infos vom Publisher dazu erhielten, wird zwei Modi besitzen: Infektion und Epidemie. Infektion könnte man mit „einer gegen alle“ beschreiben, weil ein Spieler die Rolle von Hayden übernimmt und bis zu neun Spieler im lasrianischen Militär kämpfen, um Hayden abzuknallen. Hayden ist infiziert und wenn er stirbt, wird derjenige infiziert, der ihn gekillt hat. Das Spiel gewinnt derjenige, der die meisten Punkte hat. Hayden bekommt Punkte, wenn er seine Feinde erledigt, während die Trooper Punkte dafür erhalten, wenn sie Hayden lähmen, killen oder beim Kill helfen. Neu ist der Modus nicht, da er im Wesentlichen „Last man Standing“ ähnelt, aber durch die ganzen Kräfte von Hayden wird es zu etwas Besonderem.

Der Epidemie-Modus ist teambasiert und in die beiden Teams Militär und „The Agency“ geteilt ist. In jedem Team gibt es einen Hayden, wodurch es das Ziel der Gegner ist, den Hayden zu killen – andersherum natürlich auch so. Das Spiel ist vorbei, wenn einer der beiden Haydens getötet wurde, die Zeit abgelaufen ist oder eine bestimmte Gesamtpunktzahl erreicht wurde. Dieser Modus entspricht hingegen dem „V.I.P.“-Modus aus diversen Shootern (Socom zum Beispiel).

Neben diesen beiden Modi gibt es allerdings noch markante Unterschiede zwischen PS3 und Xbox 360. Auf der PS3 können Spieler nur Matches suchen oder selbst erstellen, während Xbox 360-Spieler eine „TrueSkill ™“-Einstufung in den Bestenlisten erhalten (PS3-Spieler bekommen nur Punkte, die die Platzierung in der Bestenliste bestimmen), ein schnelles Spiel, eigenes Spiel und Ranglistenspiel bestreiten können. Darüber hinaus gibt es, bedingt durch das eigene Spiel, auch die Möglichkeit, Bots ins Spiel einzuführen. Und noch einige kleine Infohappen zum Mehrspieler: Insgesamt können zehn Spieler auf gerade mal fünf Maps spielen – ein wenig dürftig.

Technisch sehr stark!

Die Grafik von Dark Sector ist sehr, sehr gut geworden. Zwar trüben hier und da einige schwammige Texturen das Gesamtbild, aber in seiner Gänze ist Dark Sector ein waschechter Next Gen.-Titel. Die Effekte sind vom Feinsten, die Atmosphäre sehr dicht und die gelegentlichen Schockmomente wissen zu gefallen. Die detailreichen und sehr blutigen Nahkampfszenen mit den "Finishing-Moves" hingegen sind sehr spektakulär, aber nicht für zarte Gemüter geeignet. Der Sound des Spiels gibt sich jederzeit sehr überzeugend, authentisch und fesselnd. Auf Dauer kann aber das Geräusch der Glaive nerven, weil man das Ding fast ausschließlich benutzt. Nicht selten kam es vor, dass die Kollegen leicht grimmig in den Zockerraum kamen und sich über das penetrante Geräusch beschwerten. Die deutsche Sprachausgabe ist gut und leistet sich keine großen Böcke.

So testen wir!



Das Jahr 2008 hatte noch nicht so viele Hits, aber Dark Sector gehört auf jeden Fall dazu! Sei es die tolle Grafik, der Mix aus zwei erfolgreichen Titeln und der Priese an eigenen Ideen oder auch die gute Inszenierung – Dark Sector weiß zu gefallen. Kleine Schattenseiten gibt es aber dennoch: Wer schon Gears of War nicht mochte, der wird auch Dark Sector aufgrund des ständigen „Hinter der Mauer“-Versteckens nicht mögen. Der umfangärmere Mehrspieler-Modus bei der PS3 sorgt auch für Abzüge sowie die recht kurze Spielzeit von ca. sieben bis acht Spielstunden.
Schöne Optik
Coole Fähigkeiten und Elementspielereien
Rätsel lockern Action gut auf
Packende Bosskämpfe
Nette Shootouts
Dichte Atmosphäre
Linearer Spielverlauf
PS3-Mehrspieler stark eingeschränkt
Nur fünf Maps
Recht kurze Spielzeit
Gelegentliche KI-Aussetzer

Spielspaß gut Auszeichnungen
Gameplay gut
Grafik sehr gut
Sound sehr gut
Umfang gut
Multiplayer gut (X360)
befriedigend (PS3)

Gesamt


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