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Dark Messiah of Might and Magic: Elements

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Genre: Unbekannt
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Dark Messiah of Might and Magic: Elements Spielebericht


Dark Messiah of Might and Magic: Elements

Dark Messiah of Might and Magic: Elements

Im Jahre 2006 konnte Ubi Soft mit dem Action Rollenspiel Dark Messiah of Might & Magic (kurz: DMoM&M) die PC Spieler in ein tolles Actionspiel verzaubern, das durch seine Action und der wunderschönen Grafik für Aufsehen sorgte. Nach dem Erfolg wurde auch eine Xbox 360 Version angekündigt, die 2007 auf den Markt kommen sollte. Doch daraus wurde nichts, da die Arkane Studions mehr Zeit für die Entwicklung benötigten. Also schreiben wir nun das Jahr 2008 und die Portierung ist seit wenigen Tagen erhältlich. Ob sich die längere Entwicklungszeit auszahlt, und wie sich das Action-RPG auf der Konsole macht, erfahrt ihr im ausführlichen Test!

Großes Universum

Das Dark Messiah of Might & Magic Universum ist sehr groß und konnte durch die hervorragenden Strategie-Spiele viele Fans für sich gewinnen. Aber warum sollte man nicht dazu ein leichtes Rollenspiel-Vergnügen basteln, das die Fans noch weiter in die Tiefen des Universums verführt? Die Idee ist nicht neu, denn auch Blizzard verfolgte 2004 diese Strategie mit dem Rollenspielableger World of Warcraft, nur mit dem kleinen Unterschied, dass dieses ein Online-RPG ist. Kommen wir aber nun zum eigentlichen Spiel, denn mal im Ernst – Das Might & Magic Universum kann es durchaus mit dem von Warcraft aufnehmen, auch wenn es hier vielleicht ein paar mehr Fans gibt.

Im Spiel selbst übernehmt ihr die Rolle des jungen Sareth, der in der Magie- und Schwertkunst vom Großmeister der Magie, Phenfrig, ausgebildet wurde. In der Story geht es anfangs noch recht locker zu, aber sobald die Mission klar wird, wird es auch ernst, denn Sareth hat eine ganz „innige“ Beziehung mit seiner Begleiterin, denn sie steckt in ihm und ist eine Dämonin, welche immer wieder böse Kommentare zu seinen Aktionen abziehen wird. Es gilt den Schädel der Schatten zu finden. Nebenbei findet Sareth heraus, dass es um noch viel mehr als diesen Schädel geht, denn der dunkle Messiah, ein Halbblut aus Mensch und Dämon, bedroht die Welt – die Prophezeiung muss eintreten.

Mehr Action als Rollenspiel

Die oben beschriebene Story hört sich irgendwie ein wenig lasch an, richtig? Ja, das ist sie auch und ich kann beim besten Willen nicht behaupten, irgendwas verschwiegen zu haben, denn die Story ist schwach und gerade das hatte ich eigentlich nicht gedacht und war nach dem ersten Durchspielen irgendwie enttäuscht. Die neun Kapitel im Spiel entpuppen sich viel mehr als Mittel zum Zweck, denn die Story dient eigentlich nur dazu, den Spieler nicht hirnlose Action vorzusetzen. Zwar gibt es die eine oder andere Wendung in der Story, aber ich wurde nie das Gefühl los, diese vorhersehen zu können.

Das Besondere an Dark Messiah ist eigentlich, dass es aus der Ego-Shooter-Sicht gespielt wird, es aber kein Ego-Shooter ist, sondern viel mehr ein waschechtes Action-RPG, wobei das Wörtchen „RPG“ eher ein Scherz ist als Wahrheit. Okay, so schlecht ist das Spiel nicht, wie ich es hier gerade darstelle, denn die Levels sind extrem weitläufig und laden immer wieder zum Erkunden ein. Quests gibt es an sich keine, dafür Missionen, die mit teils knackigen Rätseln verbunden sind, die für das Weiterkommen in einem Level bzw. in der Mission wichtig sind. Ansonsten wird das Spiel durch permanente Action dominiert, vor allem in der Spielmitte gewinnt man das Gefühl als ob das Spiel zu einem Gemetzel entartet. Der Anfang gibt sich noch etwas ruhiger und wesentlich besser, während der Mittelteil irgendwie stark unbefriedigend wirkt. Das Ende hingegen ist wieder sehr gut und hinterlässt einen guten Eindruck. Dabei ist auffällig, wie viele verschiedene Gebiete es zu erkunden gibt, denn Arkane Studios haben nicht nur schöne Städte integriert, sondern auch verwinkelte und unheimliche Gewölbe/Katakomben. Der verwöhnte Spieler wird sich gerade an diesem Aspekt erfreuen, da es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

Da Rollenspiele gerade durch ihre ausgefeilte Charakteraufbesserung hervorstechen, kann man nicht sagen, dass Dark Messiah ein echtes Rollenspiel ist. Zwar bekommt man zahlreiche Erfahrungspunkte, die man zum Beispiel durch Erfüllen von Missionen bekommt, und man kann seinen Charakter mit diversen Punkten aufwerten, aber das kommt eher mager daher. Hier wird sich wesentlich mehr auf die Action konzentriert und das muss nicht unbedingt schlecht sein, sondern macht auch Spaß, wobei ich mir mehr RPG-Elemente gewünscht hätte.

Magie oder Waffe?

Schon das Tutorial (in Form einer ersten Mission) zeigt euch die schier unendlichen Möglichkeiten von Dark Messiah of Might and Magic die starke Physik zu benutzen. Zwar kann man die Feinde mit den üblichen Magiesprüchen und Angriffen auch besiegen, aber das verfehlt den Sinn des Spiels total, denn oftmals wird man an seine Grenzen stoßen (sehr oft sogar), wenn man nicht die Umgebung benutzt. Angegriffen und geblockt wird mit den den beiden Triggern auf dem Controller, so wie wir es auch von den zahlreichen Shootern kennen. Außerdem könnt ihr eure Gegner treten, was diese für eine kurze Zeit betäubt, wodurch ihr wiederum zu mächtigen Schlägen ausholen könnt, die den Gegner umhauen und ihr schlussendlich einen bösen Finishing-Move ausführen könnt, der dem Gegner das Leben kosten wird. Wie man schon vielleicht merkt, der Fußtritt wirkt taktisch gut, ist aber ein wenig zu stark – dient wohl eher als Mittel zum Zweck.

Das klingt im Grunde als recht solide und einfach, und funktionierte mit Maus und Tastatur sehr gut auf dem Computer, aber die Steuerung der 360 Fassung ist sehr gewöhnungsbedürftig. Gerade zu Anfang war ich sehr erschrocken über die ungenaue und teilweise sehr schwammige Steuerung. Aber wenn man erst einmal die ersten beiden Missionen gespielt hat, kommt man nach und nach mit der Steuerung klar, obwohl ich mir persönlich eine andere Art gewünscht hätte, zumal man diese nicht anpassen kann, was wiederum sehr schade ist.

Kommen wir aber lieber zu Physik und verbinden damit die Kämpfe: Wenn ihr irgendwelche Stacheldrähte an den Wänden seht, dann lockt eure Gegner doch einfach genau davor und tretet sie kurz gegen diesen Stacheldraht – er wird sofort k.o. gehen und ihr erspart euch eine Menge Arbeit. Wenn ihr euch auf eure magischen Fähigkeiten verlassen wollt, dann könnt ihr alternativ ein Fass oder einen Kasten nehmen (Psychokinese) und diesen auf den Feind werfen, wodurch er gegen selbigen Stacheldraht knallen wird – was letztendlich übler ist, ist eure Entscheidung. In manchen Situationen gibt es auch die Möglichkeit, Gegner einfach Klippen runter zu treten oder vom Hausdach zu werfen. Auch oft gesehen und genutzt: Die zahlreichen Fallen im Spiel. In einer Burg gibt es meistens große Kronleuchter. Schneidet kurzerhand deren Seile durch und sie werden schön durch den Raum pendeln – lockt einen Gegner in die Flugbahn des Kronleuchters und beobachtet ganz genau seine Flugbahn, herrlich! Wie gesagt, die Möglichkeiten sind extrem groß und man sollte ausgiebig von diesen Nutzen machen, denn der Schwierigkeitsgrad ist zumeist recht knackig und eure Lebensenergie sinkt schnell gen 0. Heiltränke sind eine Rarität und Heilzauber lernt man erst sehr spät.  

 

Charakterentwicklung?

Bei der Charakterentwicklung gibt es eigentlich keine echten Levelanstiege, denn nachdem ihr eine Mission bzw. Aufgabe erfolgreich absolviert habt, gibt es „Skillpunkte“, die ihr dann auf die vier möglichen Charakterklassen verteilen könnt. Diese vier Klassen sind der Krieger (Schwertkämpfer), Magier, Hexenmeister und Assassin (eine Art Dieb/Auftragskiller). Ein Mix aus allen vieren erscheint natürlich logisch, ist aber dezent suboptimal, weil man sich dadurch die Chance auf die richtig starken Magieangriffe oder generell starke Fähigkeiten verwehrt. Umso besser, dass das Spiel zum mehrfachen Spielen einlädt, denn man kann immer wieder neue Dinge sehen, erleben und probieren. Vor allem kann man dank der drei Charakterklassen immer wieder etwas Neues im Bezug auf die Physik probieren. Magier können zum Beispiel Gegenstände durch die Luft fliegen lassen, das Wasser kurz auf Hochspannung bringen (ziemlich spaßig, wenn gerade einige Goblins im Wasser sind) oder Gegner sprichwörtlich Feuer unterm Hintern machen. Assassins schleichen sich hingegen fies von hinten an und nutzen den bösen Fußtritt, um die Gegner hinterrücks zu überrumpeln. Krieger besinnen sich auf ihre Schwert-/Schild- und Bogenfertigkeiten. Die drei Klassen halten sich die Waage und keine davon ist eigentlich übermächtig. Leider aber ist der Skilltree ein wenig sehr dürftig ausgefallen – da hat man bei den ersten Präsentationen doch etwas mehr erwartet.

Solider Multiplayer

Wem der Story-Modus zu langweilig ist, der darf sich Online gegen bis zu 10 Spielern beweisen. Das ist sehr schade, zumal die Computerfassung es damals erlaubte mit bis zu 24 Charakteren in den Kampf zu ziehen. In der Xbox Fassung sind fünf unterschiedliche Spielmodi vertreten. Neben den bekannten Deathmatch und Team-Deathmatch Gefechten kann man sich auch im Blitz-Mode probieren. Hier kämpft man gegen das gegnerische Team, wobei man nicht wieder in das Spiel einsteigen kann, sondern bis zum Ende der Runde zuschauen darf, wie wir es schon von Counter-Strike kennen. Auch der Kreuzzug-Modus macht eine Menge her. Hier gilt es mit dem jeweiligen Team verschiedene Punkte auf der Karte einzunehmen, um so zur nächsten Karte zu gelangen. Dark Messiah macht im Multiplayer nicht viel falsch, kann aber nicht mit Call of Duty 4 oder Halo 3 mithalten, dazu fehlt irgendwie die Langzeitmotivation.

Gute alte Source-Engine

Zuletzt möchte ich noch ein paar Worte zur Technik schreiben. Man merkt der guten alten Source-Engine von Valve an, dass sie in die Jahre gekommen ist. Konnte Half Life 2 im Jahre 2004 noch durch die unglaubliche Grafikpracht überzeugen, wirkt die heutige Engine schon ein wenig veraltet. Die Umgebungen und Charaktere sehen nach wie vor gut aus, können aber nicht ganz den Glanz der heutigen Zeit halten. So ziehen sich durch das komplette Spiel matschige und triste Texturen, die aber nicht unbedingt die Atmosphäre mindern. Dennoch konnte mich die Technik nicht ganz überzeugen. Hier und da gab es kleinere Soundfehler, die Kollisionsabfrage ist meiner Meinung nach etwas seltsam und die Animationen wirken etwas steif. Ansonsten bietet die Technik dennoch gute Dienste und erfüllt voll und ganz den Zweck, aber der WoW-Effekt, wie beim PC Pendant 2006 bleibt aus!


Auf eine Umsetzung von Dark Messiah für die Xbox war ich sehr gespannt und habe mich auf den Titel gefreut. In der Tat ist die Portierung gelungen und macht recht viel Spaß, obwohl mir der WOW-Effekt von damals irgendwie entgangen ist. Die Grafik kann mit Titeln wie Assasins Creed oder CoD 4 nicht mithalten, kann dafür aber mit der genialen Physik Engine überzeugen. Aber auch die Steuerung war mir etwas zu ungenau und zu schwammig, hier hätte ich mir eine eigene Einstellungsoption gewünscht. Action-RPG Liebhaber sollten sich das Spiel definitiv anschauen, zumal die Umgebungen und die Atmosphäre nach wie vor sehr gut sind.
vier unterschiedliche Klassen 
guter Multiplayer
tolle Physik-Engine
schöne Umgebungen
   
 
bieder wirkende Texturen 
teils triste Grafikelemente
schwammige Steuerung
zu kurz
 
 
Spielspaß gut Auszeichnungen
Gameplay befriedigend  
Grafik gut
Sound befriedigend
Umfang gut
Multiplayer befriedigend

Gesamt


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