Infos zum Spiel


Dark Messiah of Might and Magic

Entwickler:
Publisher:
Erscheinungsdatum:
Genre: Unbekannt
Plattformen:

Wertung


Grafik: 85 %
Sound: 86 %
Gameplay: 89 %
Spielspaß: 79 %
Mehrspieler: 86 %

Positiv


  • - Grandiose Physik
  • - Tolle Grafik
  • - Super Sound
  • - Intensive Atmosphäre
  • - Crusader-Modus
  • - Einfacher Spieleinstieg
  • - Befriedigende Spieldauer

negativ


  • - Mehrspieler leidet bisweilen unter Balancing-Problemen
  • - Story etwas sehr flach
  • - Mangelhafte KI
  • - Charakterentwicklung etwas dünn

Dark Messiah of Might and Magic Spielebericht


Dark Messiah of Might and Magic

Dark Messiah of Might and Magic

Es gibt schon viele Top-Titel in diesen Wochen, aber keiner wurde derartig gehyped, wie Dark Messiah. Lobeshymnen hier und da, Ubisoft promoted es auch kräftig und nun liegt es seit geraumer Zeit im Testlabor bei Spieletester.com. In unserem Testbericht erfahrt ihr, ob jedes Lob und der gesamte Aufwand auch lohnenswert gewesen sind – der Award verspricht viel, der Titel auch? Viel Spaß beim Lesen!

Angesiedelt in dem wohl ältesten Rollenspiel-Universum, dem Might and Magic-Universum, zaubert das Entwicklerstudio Arkane einen Mix aus Action und Rollenspiel auf den Bildschirm. Im Spiel selbst übernehmt ihr, nachdem sich mal eben locker 7GB und der übliche STEAM-Kram installiert haben, die Rolle des jungen Sareth, der in der Magie- und Schwertkunst vom Großmeister der Magie, Phenfrig, ausgebildet wurde. In der Story geht es anfangs noch recht locker zu, aber sobald die Mission klar wird, wird es auch ernst, denn Sareth hat eine ganz „innige“ Beziehung mit seiner Begleiterin, denn sie steckt ihn ihm und ist eine Dämonin, welche immer wieder böse Kommentare zu seinen Aktionen abziehen wird. Es gilt den Schädel der Schatten zu finden. Nebenbei findet Sareth heraus, dass es um noch viel mehr als diesen Schädel geht, denn der dunkle Messiah, ein Halbblut aus Mensch und Dämon, bedroht die Welt – die Prophezeiung muss eintreten.

Viel Action – Wenig RPG
Die oben beschriebene Story hört sich irgendwie ein wenig lasch an, richtig? Ja, das ist sie auch und ich kann beim besten Willen nicht behaupten, irgendwas verschwiegen zu haben, denn die Story ist schwach und gerade das hatte ich eigentlich nicht gedacht und war nach dem ersten Durchspielen irgendwie enttäuscht. Die neun Kapitel im Spiel entpuppen sich viel mehr als Mittel zum Zweck, denn die Story dient eigentlich nur dazu, den Spieler nicht hirnlose Action vorzusetzen. Zwar gibt es die eine oder andere Wendung in der Story, aber ich wurde nie das Gefühl los, diese vorhersehen zu können – das ging mir bei einem Final Fantasy, Metal Gear Solid oder Gothic nie so.

Das Besondere an Dark Messiah ist eigentlich, dass es aus der Ego-Shooter-Sicht gespielt wird, es aber kein Ego-Shooter ist, sondern viel mehr ein waschechtes Action-RPG, wobei das Wörtchen „RPG“ eher ein Scherz ist als Wahrheit. Okay, so schlecht ist das Spiel nicht, wie ich es hier gerade darstelle, denn die Levels sind extrem weitläufig und laden immer wieder zum Erkunden ein. Quests gibt es an sich keine, dafür Missionen, die mit teils knackigen Rätseln verbunden sind, die für das Weiterkommen in einem Level bzw. in der Mission wichtig sind. Ansonsten wird das Spiel durch permanente Action dominiert, vor allem in der Spielmitte gewinnt man das Gefühl als ob das Spiel zu einem Gemetzel entartet. Der Anfang gibt sich noch etwas ruhiger und wesentlich besser, während der Mittelteil irgendwie stark unbefriedigend wirkt. Das Ende hingegen ist wieder sehr gut und hinterläßt einen guten Eindruck. Dabei ist auffällig, wie viele verschiedene Gebiete es zu erkunden gibt, denn Arkane Studios haben nicht nur schöne Städte integriert, sondern auch verwinkelte und unheimliche Gewölbe/Katakomben. Der verwöhnte Spieler wird sich gerade an diesem Aspekt erfreuen, da es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

Kämpfe mit Stil, aber kleinen Schwächen
Schon das Tutorial (in Form einer ersten Mission) zeigt euch die schier unendlichen Möglichkeiten von Dark Messiah of Might and Magic die starke Physik zu benutzen. Zwar kann man die Feinde mit den üblichen Magiesprüchen und Angriffen auch besiegen, aber das verfehlt den Sinn des Spiels total, denn oftmals wird man an seine Grenzen stoßen (sehr oft sogar), wenn man nicht die Umgebung benutzt. Angegriffen und geblockt wird mit den beiden Maustasten und per Hotkeys lassen sich die Magiesprüche, Tränke, Schilde, Dolche (und andere Waffen) flux auswählen und erleichtern die Handhabung des Helden. Außerdem könnt ihr eure Gegner treten, was diese für eine kurze Zeit betäubt, wodurch ihr wiederum zu mächtigen Schlägen ausholen könnt, die den Gegner umhauen und ihr schlussendlich einen bösen Finishing-Move ausführen könnt, der dem Gegner das Leben kosten wird. Wie man schon vielleicht merkt, der Fußtritt wirkt taktisch gut, ist aber ein wenig zu stark – dient wohl eher als Mittel zum Zweck.

Kommen wir aber lieber zu Physik und verbinden damit die Kämpfe: Wenn ihr irgendwelche Stacheldrähte an den Wänden seht, dann lockt eure Gegner doch einfach genau davor und tretet sie kurz gegen diesen Stacheldraht – er wird sofort k.o. gehen und ihr erspart euch eine Menge Arbeit. Wenn ihr euch auf eure magischen Fähigkeiten verlassen wollt, dann könnt ihr alternativ ein Fass oder einen Kasten nehmen (Psychokinese) und diesen auf den Feind werfen, wodurch er gegen selbigen Stacheldraht knallen wird – was letztendlich übler ist, ist eure Entscheidung. In manchen Situationen gibt es auch die Möglichkeit, Gegner einfach Klippen runter zu treten oder vom Hausdach zu werfen. Auch oft gesehen und genutzt: Die zahlreichen Fallen im Spiel. In einer Burg gibt es meistens große Kronleuchter. Schneidet kurzerhand deren Seile durch und sie werden schön durch den Raum pendeln – lockt einen Gegner in die Flugbahn des Kronleuchters und beobachtet ganz genau seine Flugbahn, herrlich! Wie gesagt, die Möglichkeiten sind extrem groß und man sollte ausgiebig von diesen Nutzen machen, denn der Schwierigkeitsgrad ist zumeist recht knackig und eure Lebensenergie sinkt schnell gen 0. Heiltränke sind eine Rarität und Heilzauber lernt man erst sehr spät.  

Ebenfalls genial ist, dass man sich neue Wege durch die Physik erschließen kann. In der Mitte des Spiels (die Spielzeit beträgt übrigens ca. 15 Spielstunden, ich brauchte 17) bekommt ihr beispielsweise einen Bogen geschenkt, der Pfeile mit Seilen abfeuern kann, wodurch ihr euch auf höhere Gebiete befördern könnt. Aber so schön diese Physik-Spielchen klingen, so sehr habe ich eines vermisst: Abwechslung! Klar, anfangs macht es unheimlich viel Spaß die Möglichkeiten der Physik zu nutzen, aber wenn man dann in der Basis der bösen Gegner ist und dort die Stacheldrähte findet, wird man sich wundern „Warum sind IN einer feindlichen Basis Stacheldrähte angebracht?“. Foltermethode? Möglich. Realistisch? Keineswegs. Mittel zum Zweck? Trifft es wohl am besten, denn sowas erwartet nun wirklich niemand. Genau so wenig erwartet man eine schwache KI und genau das war einer der Knackpunkte in meinen rund 17 Spielstunden, denn oftmals musste ich einen Speicherstand laden, weil meine Partner einfach Fehler gemacht haben. Die KI ist nicht wirklich schlau, auch wenn die Gegner miteinander reden, relativ gut blocken und angreifen, sie sind viel zu leicht zu durchschauen.

Charakterentwicklung?
Bei der Charakterentwicklung gibt es eigentlich keine echten Levelanstiege, denn nachdem ihr eine Mission bzw. Aufgabe erfolgreich absolviert habt, gibt es „Skillpunkte“, die ihr dann auf die drei möglichen Charakterklassen verteilen könnt. Diese drei Klassen sind der Krieger (Schwertkämpfer), Magier und Assassin (eine Art Dieb/Auftragskiller). Ein Mix aus allen drei erscheint natürlich logisch, ist aber dezent suboptimal, weil man sich dadurch die Chance auf die richtig starken Magieangriffe oder generell starke Fähigkeiten verwehrt. Umso besser, dass das Spiel zum mehrfachen Spielen einlädt, denn man kann immer wieder neue Dinge sehen, erleben und probieren. Vor allem kann man dank der drei Charakterklassen immer wieder etwas neues im Bezug auf die Physik probieren. Magier können zum Beispiel Gegenstände durch die Luft fliegen lassen, das Wasser kurz auf Hochspannung bringen (ziemlich spaßig, wenn gerade einige Goblins im Wasser sind) oder Gegner sprichwörtlich Feuer unterm Hintern machen. Assassins schleichen sich hingegen fies von hinten an und nutzen den bösen Fußtritt, um die Gegner hinterrücks zu überrumpeln. Krieger besinnen sich auf ihre Schwert-/Schild- und Bogenfertigkeiten. Die drei Klassen halten sich die Waage und keine davon ist eigentlich übermächtig. Leider aber ist der Skilltree ein wenig sehr dürftig ausgefallen – da hat man bei den ersten Präsentationen doch etwas mehr erwartet.

Guter Mehrspieler mit wenigen Mankos
Mein Kollege Max Wittmann und ich waren schon bei den Beta-Tests zu Dark Messiah involviert gewesen und konnten uns dort einen Blick verschaffen. In der Beta gab es stellenweise böse Balancing-Probleme, welche durch wenige viel zu starke Angriffe ausgelöst wurden. Sind sie noch da? Ja, leider, wenn auch leicht abgeschwächt, aber nichtsdestoweniger ist es irgendwie nicht lustig, wenn man sechs bis sieben mal durch denselben Angriff gekillt wird. Aber sei’s drum, denn der Mehrspieler-Part hat auch seine richtig guten Seiten. Ihr spielt mit bis zu satten 32 Spielern auf einer Karte in DM, TDM, CTF oder 1 vs 1 im Kolosseum, was nicht nur cool aussieht, sondern auch eine gewisse (und sehr intensive) Atmosphäre mit sich bringt. In diesen Modi habt ihr noch die Wahl zwischen Krieger, Assassin, Priester, Magier etc.

Im Herzstück des Mehrspieler-Modus aber, dem Crusader-Mode, geht es anders zu. Es ist ohnehin ein sehr innovativer Part, denn hier kämpfen die Menschen gegen die Untoten. Gespielt werden 5 Maps hintereinander, wobei es gilt, einige Kontrollpunkte zu sichern (erinnert etwas an ein Battlefield, spielt sich auch so ähnlich). Gerade hier ist viel Teamplay gefragt, weil man sich gut absprechen muss, um zum Erfolg zu kommen. Ein weiteres Schmankerl ist die Charakterentwicklung im Online-Modus, denn auch hier gibt es Skillpunkte, die ihr – genau wie im Solo-Modus – in neue Fähigkeiten stecken könnt.

Technisch grandios...
Dank der Source-Engine! Die gute, alte Half-Life 2-Engine zaubert auch bei Dark Messiah richtig gute Bilder und Szenen auf euren Bildschirm, die vor allem dank der schon merhfach angesprochenen Physik erst recht gut zur Geltung kommen. Leider ist die deutsche Version geschnitten, wodurch keine Gliedmaßen durch die Luft fliegen und das Blut auch stark dezimiert ist. Nichtsdestotrotz ist Dark Messiah ein sehr intensives, atmosphärisch dichtes und visuell grandioses Erlebnis, das mit zahlreichen Effekten (Bump Maps, Shader 3.0, etc.) durchweg überzeugen kann.

Auch akustisch gibt sich der Titel von seiner besten Seite, denn die Synchronstimmen wirken sehr authentisch und hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Des Weiteren sind auch die Hintergrundgeräusche durchaus gut, denn diese wirken zwar dezent, verstärken aber das intensive Spielerlebnis – sehr gut gemacht Arkane!

Kommentar (AS) :

Ich bin sehr zufrieden mit dem Titel, auch wenn man mir eventuell einen durchweg negativen Test vorwerfen kann. Ich weiß, dass ich das Spiel in vielen Punkten kritisiert habe, aber dennoch macht Dark Messiah of Might and Magic sehr viel Spaß und darum geht es auch! Klar, der Titel an sich würde vielleicht gerade mal 80 Punkte von mir kassieren, aber weil es ein audio-visuelles Spektakel ist und weil der Mehrspieler so viel Spaß macht und weil die Physik so gnadenlos gut genutzt wird, verdient sich der Titel einfach unseren Award. Da kann ich locker über kleine Probleme im Balancing (die hoffentlich durch einen Patch behoben werden) oder KI hinwegsehen, denn Dark Messiah bietet viel und hält auch viel ein. Probespielen sollte man dennoch, denn dieser Mix aus Action-RPG in First-Person-Manier ist sicherlich nicht Jedermanns Sache.

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