Damnation
Damnation - GC-Preview
Damnation
Das Shooter-Genre ist eintönig geworden. Im Grunde genommen sind alle Titel gleich und unterscheiden sich nur noch in den Texturen und Waffen – das Gameplay ist immer gleich und man könnte CTF, Deathmatch oder sonstige Modes mittlerweile mit verbundenen Augen spielen. Codemasters versucht mit Damnation das Genre aufzupeppen – ob das gelingt, erfahrt ihr in unserer Preview.
Der etwas andere Geschichtsunterricht
Wir befinden uns im frühen 20. Jahrhundert. Der amerikanische Bürgerkrieg, der laut unseren Geschichtsbüchern von 1861-1865 stattfand, zieht sich nun schon mehrere Jahrzehnte hin und rafft die Nation dahin. Mächtige Großindustrielle profitieren vom Krieg und stacheln die Konförderation und die Nordstaaten nur noch mehr gegeneinander an – bis auf einer, der den Krieg beenden, beide Armeen mit einem Schlag aus der Welt schaffen und dann die Macht an sich reissen will.
In diese hitzige Welt verschlägt es den Spieler in der Haut von Captain Hamilton Rourke. Dieser ist Mitglied der Rebellen-Gruppe Peacekeepers und will den angehenden Diktator natürlich aufhalten – und das mit einem großen Waffenarsenal und frischen Taktiken, die man so in einem Shooter noch nicht gesehen hat.
The Shooter Gone Vertical
Codemasters und Blue Omega Entertainment bezeichnen Damnation gerne mal als „The Shooter Gone Vertical“. Warum? Ganz einfach. In Damnation sind die Areale nicht nur verdammt weitläufig, sondern auch wahnsinnig hoch! Jedes Level wird mehrere hundert Höhenmeter als Spielfläche anbieten. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ihr rund 2-3 Stunden braucht, nur um ganz nach oben zu kommen. Wer dann herunterschaut, sollte nicht nur schwindelfrei sein, sondern darf dann auch die enorme Weitsicht bewundern und sich von oben angucken, was man die letzten paar Stunden getan hat.
Um nach oben zu kommen, reichen natürlich nicht einfache Sprünge oder ein paar aufeinandergestapelte Kisten aus. Zum Glück ist Captain Rourke, der übrigens aus der Verfolgerperspektive gesteuert wird, extrem akrobatisch und kann mühelos an Vorsprüngen herumklettern, sich von einer Wand zur anderen stoßen, um zum Beispiel auf ein Dach zu kommen oder waghalsige Sprünge, die bei anderen in multiplen Knochenbrüchen enden würden, ausführen. Die Steuerung ist, davon konnten wir uns selber überzeugen, sehr eingängig und folgt treu dem Motto „Easy to learn, hard to master“.
Schnelligkeit und Timing...
...sind das A und O in Damnation! Ein Beispiel, das uns auch in der Präsentation gezeigt wurde, verdeutlicht dies. So kann Hamilton durch 2 Fenster springen und so das Gebäude wechseln, ohne eine Tür zu benutzen, wie es langweilige Normalos tun würden. Machen wir das ruhig und behutsam, hüpft er über die Fensterbank, hält sich in letzter Sekunde daran fest und wagt dann einen gewagten Satz zum nächsten Fenster, wo er sich wieder festhält und nach und nach hineinklettert. Beherrschen wir die Steuerung hingegen wie aus dem FF, können wir auch einfach auf das Fenster zurennen, die entsprechenden Tasten schneller und zum richtigen Zeitpunkt drücken und schon hechtet unser Held mit einem Mal durch beide Fenster.
Man will wirklich, dass der Spieler die neuen Möglichkeiten der Vertikale ausnutzt und so seine Gegner bekämpft. Ein offener Platz, der von Scharfschützen in einem Wachturm bewacht wird, stellt eine gefährliche Todesfalle dar. Wer clever ist, klettert jedoch einfach auf die Häuserdächer, schleicht sich zum Wachturm und überrascht die Schützen von oben. Natürlich gibt es auch zahlreiche andere Wege, um derartige Situationen zu meistern, wodurch letztendlich jeder Spieler frei entscheiden kann, wie er die Level angeht – immerhin wird er bei seinen Entscheidungen kaum eingeschränkt.
Wallhack als Spielelement
Zwar wird es auch ein paar Momente geben, in denen ihr nachdenken müsst, um Puzzle zu lösen oder den richtigen Weg zu finden, doch größtenteils dürft ihr euch auf schnelle Action in allen 3 Dimensionen freuen.
Neben den zahlreichen Waffen steht euch dabei auch die „Geistersicht“ zur Verfügung. Per Knopfdruck konzentriert sich euer Charakter, geht in sich und löst seinen Geist vom Rest des Körpers – oder so ähnlich... Letztendlich fungiert dieses Feature als Wallhack, ihr seht Gegner schemenhaft durch mehrere Wände und könnt so eure nächsten Züge, oder besser gesagt Sprünge, vorausplanen. Einziger Nachteil: Ihr könnt euch während der Geistersicht nicht bewegen und seid ein leichtes Ziel für jeden Gegner.
Assassin’s Creed mit Wummen
Rourke kann sich, was seine körperlichen Fähigkeiten angeht, schon mit Lara Croft oder Altaïr messen, doch was glaubt ihr, wieviel Spaß das ganze Rumgespringe und –geballere erst mit mehreren Personen macht? Zunächst wäre da einmal die Möglichkeit, die gesamte Singleplayer-Kampagne im Coop zusammen mit einem Freund durchzuspielen, der dann die sexy Yakecan übernimmt. Wer aber keine Lust auf die K.I. hat, kann sich auch im richtigen Multiplayer-Modus mit bis zu 7 anderen Spielern messen. Für den Release Ende dieses Jahres sind erstmal 8 Maps geplant, auf denen es heiß hergehen wird. So wird das ohnehin schon schnelle und actionreiche Gameplay des Spiels hier noch einmal auf die Spitze getrieben.
Und auch die die Vertikale spielt wieder eine bedeutende Rolle. Im Mode King of the Hill geht es wirklich in unerschwingliche Höhen, anstatt einen 3 Meter hohen Hügel zu stürmen. So wird es massive und sehr hohe Strukturen geben, die dann ein Spieler – oder ein Team – verteidigen muss. Dann wäre da noch der Shooter-typische Deathmatch-Modus, der durch die großen Maps nochmal doppelt so viel Spaß macht. Wer jetzt befürchtet, die Maps könnten für 8 Spieler zu groß sein, sei entwarnt: Auch im Multiplayer-Modus könnt ihr die Geistersicht verwenden und eure Gegner so binnen Sekunden ausfindig machen – natürlich mit der selben Einschränkung wie im Singleplayer.
Zu guter letzt wäre da noch der rasante Capture the Flag-Modus, der in Damnation auch ein bisschen anders als in herkömmlichen Shootern ablaufen wird. Während man sonst die meiste Zeit damit verbringt, die gegnerische Flagge zu klauen, wird man in Damnation die gegnerische Flagge in weniger als 20 Sekunden in den Händen halten können. So befindet ihr euch zu Beginn des Spiels ganz oben, während die Flagge ganz unten ist. Ein paar Sprünge und Klettereinlagen später und ihr steht vor ihr. Kompliziert wird jetzt jedoch der Weg zurück zur eigenen Basis. Entweder, ihr nehmt den schnellen aber ungeschützen Pfad, oder aber ihr entscheidet euch für den langen, dafür aber sicheren Weg nach oben.Hier besteht dann aber natürlich die Gefahr, dass das andere Team ganz einfach den schnellen Weg nimmt und in eurer Basis auf euch wartet.
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John-Henry Drabeck
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Wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass ich vor der GC recht wenig von Damnation mitbekommen hatte. Die Überraschung bei der Präsentation war umso größer, denn endlich kann man sich auf großen Maps austoben, die nicht schon bei 10 Höhenmetern mit einer unsichtbaren Wand bzw. Decke enden. Ob der Titel auch die Charts erklimmt, wenn er im Winter für Xbox 360, PS3 und PC erscheint, bleibt abzuwarten – die Chancen dafür stehen aber sehr gut!
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Ersteindruck
sehr gut (Wertung zwischen 85 und 100% möglich)