Daemonica
Daemonica
Daemonica ist ein faszinierendes, im mittelalterlichen England spielendes 3D-Fantasy-Krimiadventure mit Rollenspielelementen. Lösen Sie als Nicholas Fareypoint den geheimnisvollen Mord an einem jungen Mädchen und entdecken Sie das Geheimnis der sterbenden Stadt Cavorn. Während um Sie herum die Bewohner der Stadt langsam in Geisteskrankheit verfallen, erwacht unter der Stadt ein lang vergessenes Geheimnis, dass das Licht der Sonne nie wieder erblicken sollte.
Mittelalterliches England mit neuem Sherlock Holmes
In Daemonica schlüpft ihr in die Rolle des Bestienjägers Nicholas Farepoynt, ein Mann der alles Böse und alle Übeltäter in England zur Strecke bringt. Ob sich Adventure-Fans mit Daemonica anfreunden können, wag ich zu bezweifeln. In dem Spiel lernt ihr nach und nach, in teilweise sehr langen Dialogen, die sich über mehrere Seiten hinweg ziehen, neue Figuren kennen. Der Text wird nicht gesprochen, sondern muss vom Spieler selbst gelesen werden. Das Spiel verlangsamt dadurch sehr stark, nicht jeder steht auf massiv lange Texte, die er dann noch selbst lesen muss, um alles haargenau mitzukriegen. Nichtsdestotrotz ist das Abenteuer aber doch sehr gut erzählt. Einige Figuren, die ihr kennen lernen werden sind, der Wahnsinnige, den Wirt, den Großgrundbesitzer, den grimmigen Schmied und die Mönche. Die anderen Figuren wirken eher blass und steif, und gehören wohl eher in die Zeit des Spiele – „Mittelalters“. Am Anfang des Spiels trefft ihr zunächst auf die Bewohner des Dorfes und dem Bürgermeister, der euch erstmal ein wenig in die Geschichte der Stadt einweist und euch zu eurem neuen Heim bringt. „In dieser Zeit sind unerwartete Besucher nicht gerade willkommen“, das merkt auch unsere Spielfigur sehr schnell, die Leute im Dorf sind misstrauisch und zurückhaltend.
Rätselsystem & Kampfsystem = „Mittelalterlich“
Die Rätsel sind genau so überschaubar wie die ganze Qualität des Spiels. Es gibt keine sonderlichen Ereignisse oder Überraschungen, der Spielrhythmus ist fast schon einschläfernd. Hinweise zu Morden werden in eurem Tagebuch gespeichert, dass euch später das eine oder andere mal noch nützlich sein wird, falls ihr mal den Faden zur Story verloren habt. Ein gutes Feature ist, dass man sich lange Laufwege sparen kann, weil man durch einen Klick auf die interaktiven Karten, sich von Ort zu Ort und von Figur zu Figur springen kann. Die Rätsel sind leicht, passen aber in die Story, wie sieht es mit dem Kämpfen aus? Die Kämpfe sind genau so wenig der Rede wert, wie das lösen der Rätsel. Duelle, die Nicholas führt, zeigen kein bisschen Action, Taktik bzw. ein richtiges Kampfsystem. Nicholas kann mit seinem Langschwert aber meistens sogar entscheiden, ob er kämpfen möchte oder nicht. Kommen wir nun aber mal zu der eigentlichen Besonderheit von Nicholas, in der es ja eigentlich im Spiel geht. Er kann mit Toten sprechen und hier blüht Daemonica endlich etwas auf. Um so weiter euer Held in das Abenteuer eindringt, desto grußeliger wird alles. Er hört plötzlich Leute seltsame Dinge sagen, seine tote Frau spricht zu ihm und die Geister hinterlassen ihm auch ein paar schöne Grüße im Gedächtnis. Doch die Toten sind nicht gerade auf den Kopf gefallen und hier liegt der eigentliche Haken des Spiels. Die Toten nennen nie sofort den Namen ihres Mörders und reden gerne um den heißen Brei herum. Sie verlangen, dass ihr ihnen Sachen versprecht, die ihr dann in der reellen Welt vollziehen sollt. Eure Reisen zur Unterwelt und wieder zurück haben natürlich auch ihren Preis. Werdet ihr von Dorfbewohnern dabei erwischt, könntet ihr der Ketzerei beschuldigt werden und dann zum Tode gesprochen werden. Der Bürgermeister kann euch zwar bis zu einem gewissen Grad beschützen, aber ihr solltet es nicht übertreiben.
Defizite in allen Belangen
Nicholas trabt in isometrischer Perspektive durchs Land. Erwartet man nette Animationen, muss man wohl mit enttäuschtem Blick dem Spiel entgegentreten, denn mehr als ein paar Bäume, die sich bewegen oder ab und an mal ein Regenschauer hat Daemonica nicht zu bieten. Das Laden vor dem Betreten eines Raumes zeigt ebenso die technischen Schwächen des Spiels auf. Dann ist da noch die wehmütige Musik, die mit ihren langgezogenen Orgeltönen und den leisen Tönen zur einschläfernden Stimmung beiträgt. Da alle Figuren im Spiel ja keinen Ton von sich geben, zeigt wenigstens der Held einige gute Monologe und Gedankengänge, die mit der Stimme zum Charakter passen. Das aufgrund des Preises und der beschränkten Technik, die Erwartungen an Grafik und Sound nicht hoch angesetzt waren, geht in Ordnung aber Fehler wie das ständige Abstürzen des Spiels zeigt doch eindeutig, dass hier technisch noch einiges gefehlt hat. Abstürze, wenn man auf die Karte klickt, um den Kompass zu nutzen oder das bei bestimmten Dialogantworten, auch der PC eine Fehlermeldung wiedergibt, ist ärgerlich. Das Ganze ist bloß mit viel Speichern zu umgehen.
Kommentar (MW) :
Nicht überzeugend - Technisch schwach - Viele Defizite, diese drei Sachen haben mich von Anfang an auf das Spiel nicht gut eingestimmt. Zwar muss man sich in die Welt von Daemonica erst einmal einfinden und einleben, aber trotzdem kommt nie der richtig große "Oho"-Effekt auf, das Kampfsystem ist langweilig und hat keine Klasse. Die Rätsel sind zu leicht zu lösen, wenn man andere Titel wie Dreamfall gewöhnt ist. Auch technisch zeigt das Spiel durch die ständigen Abstürze, dass es noch nicht ausgereift war. Allerdings geht das Spiel für den Preis in Ordnung.