Infos zum Spiel


Crysis

Entwickler: Crytek Studios
Publisher: Electronic Arts
Erscheinungsdatum: 2007
Genre: Action
Plattformen: PC

Crysis Spielebericht


Crysis

Crysis

Für PC-Spieler gibt es momentan nur ein einziges Thema und das ist Crysis. Wir haben uns den Shooter zwei Tage vor Release von EA geben lassen und sagen euch, was das Spiel taugt und ich kann euch schon jetzt sagen: Crysis verdient sich jeden einzelnen Prozentpunkt!

Die Story von Crysis ist wider Erwarten sehr gut geworden und kann jederzeit überzeugen! Am Anfang waren einige Archäologen damit beauftragt worden, einige unbekannte Artefakte auf einer Insel im Pazifik zu untersuchen. Aber noch bevor sie das tun konnten, übernahmen die Koreaner die Insel und errichteten ein militärisches Lager, in dem die guten Amis erstmal nicht mehr entkommen. Es muss der übliche Patriotismus der Amis sein, dass sie direkt einige Special Forces aussenden, um die Wissenschaftler aus der Gefangenschaft der Koreaner zu befreien. Das eigentliche Ziel ist jedoch ein anderes, denn die Regierung weiß um die Artefakte bescheid, das ist jedoch top secret.

Der Nanosuit und seine Power

Schon im Intro wird deutlich, dass diese Special Forces keine normalen Menschen sind, denn alle haben sie die sogenannten Nanosuits, die euch je nach Einstellung unterschiedliche Boni für eine kurze Zeit verleihen. Wer will, der kann sich besonders stark machen oder seine Stärke für die Verteidigung opfern. Ein Schmankerl stellt jedoch der Unsichtbarkeits-Modus dar, in dem ihr wie ein Chamäleon eins mit der Umgebung werdet – cooler Effekt! Mit dem Speed-Upgrade seid ihr sehr flink auf den Beinen, solltet aber ein wachsames Auge auf eure Lebensenergie haben, denn die kann hier bei Beschuss ganz schnell auf 0 sinken. Alle Fähigkeiten könnt ihr über das sehr praktische und optisch nett aufgemachte Radialmenü aufrufen und auswählen. Aber zurück zum Intro, denn hier wird deutlich, dass Crysis grafisch keinen Unterschied zwischen Zwischensequenz und Spielgrafik macht, was nicht nur ein schickes Eyecandy, sondern cineastisch auch wertvoll zu betrachten ist, weil man dadurch nie aus der echten Spielgrafik herausgerissen wird. Man ist immer mitten drin, statt nur dabei.

Durch diese Features des Nanosuits ergeben sich haufenweise Möglichkeiten, wie man eine Mission bewältigen kann. Will man eine feindliche Basis auf direktem Weg stürmen? Oder sollte man sich vielleicht eher tarnen und alles von Hinten erledigen? Die Entscheidung liegt bei euch, aber schon alleine das zeigt, was man machen kann und die Grenzen für das Schaffen einer Mission ist eure Fantasie. Crysis macht Spaß, auch wenn es keine großartigen Neuerungen bei den Missionen an sich offenbart. Aber schon alleine der Fakt, dass euch keine Grenzen gesetzt werden, ist wundervoll und aufregend zugleich.

Es gibt viel zu sehen!

Und das fängt schon bei den wunderschönen Landschaften der Insel an, denn der Strand ist einfach zauberhaft, die Wälder brandgefährlich, denn überall könnten Feinde lauern und die koreanischen Lager sind gut bewacht. Und da kommen eure feinen Wummen zum Einsatz, die ihr on the go auch bearbeiten könnt ohne dabei aus dem Spiel gerissen zu werden, denn auf Knopfdruck verwischt der Hintergrund des Spiels und ihr könnt einzelne Teile der Waffe auswechseln. Dabei müsst ihr jedoch bedenken, dass es im Hintergrund weitergeht. Ein Austausch der Teile während eines Kampfes empfiehlt sich von daher eher weniger. Wer möchte, der kann sich einen Schalldämpfer, einen Pointer oder direkt ein besseres Visier auf seine Waffe schrauben. Das Waffenarsenal besteht – leider – im größten Teil aus handelsüblichen Waffen, wie einer schlichten Pistole, einem MG oder einer Bazooka. Wirklich ausgefallene Waffen gibt es nicht, dafür aber fühlen sich die enthaltenen Waffen sehr gut an und klingen fast noch besser. Realismus wird auch hier groß geschrieben, denn mit andauerndem Beschuss verzieht das Fadenkreuz und die Schüsse verlieren an Präzision.

Ein anderes Highlight im inoffiziellen Vorgänger „Far Cry“ war die nahezu perfekte KI und ich kann euch gewissenhaft sagen: In Crysis habt ihr es erneut mit sehr echt agierenden Feinden zu tun, die keinerlei Angst davor haben, euch zu stürmen, seitlich anzugreifen, Granaten nach euch zu werfen und gemeinsam zu agieren. Absprachen zwischen ihnen, Stellungswechsel und alles Weitere gehört zu deren Repertoire an Tricks, um euch möglichst effizient auszuschalten. Der Nebeneffekt dieser KI ist: Die Kämpfe sind besonders packend und immer wieder anders, weil man ja auch noch seinen Nanosuit hat, mit dem ohnehin jeder Kampf anders enden wird.

Nach einer gewissen Zeit und einem gewissen Ereignis im Spiel wird sich das komplette Gameplay ein wenig ändern, denn dann kommt ihr in das Mutterschiff der Aliens, wo ihr leider nicht mehr so viel Freiheiten habt, wie auf der Insel selbst. Die Wege werden linear, die Aufgaben einseitig und nicht mehr so spannend, wie vorher. Dafür aber könnt ihr ausgefallene Vehikel als Beifahrer sehen oder als Fahrer selbst steuern. Nervig ist nur, dass man zunächst als Beifahrer einsteigen muss, um dann in die Fahrerposition wechseln zu können. Das hätte man auch einfacher lösen können. Im Gegenzug für die verlorene Freiheit bekommt ihr jedoch ein geniales Leveldesign geboten mit extrem weitläufigen Arealen. Die Shootouts mit den Aliens sind packend, fordernd und immer spannend, aber mehr will ich aus Spoilergründen nicht verraten.

Neben der sehr gelungenen Singleplayer-Kampagne gibt es auch einen tollen Mehrspieler-Modus, den wir vor Veröffentlichung des Tests nochmal ausgiebig spielen wollten und getan haben (daher kommt der Test auch erst am Samstag nach Release und nicht einen Tag vor Erscheinen des Spiels). Hinter dem „Struggle“-Modus steckt ein Mix aus Battlefield und sagen wir mal Team Fortress 2, denn ihr müsst eure Basis beschützen und eine Alienwaffe erschaffen. Damit das klappt, gilt es Fabriken und Kraftwerke zu erobern. Habt ihr sie eine gewisse Zeit lang gehalten und die Waffe produziert, ist das feindliche Team Geschichte. Einen Deatm-Match-Modus gibt es auch und dieser ist immer dann gut, wenn man schnell ein Spielchen mit einigen Spielern abhalten will, denn hier kann das Gehirn auf Standy-by gestellt werden. Purer Spaß steht im Vordergrund. In beiden Modi kann mit bis zu 32 Spielern gespielt werden.

Referenz in allen grafischen Bereichen

Kommen wir zu dem Punkt, auf den ich mich schon sehr freue, denn die Grafik von Crysis ist das Beste, was man dieses Jahr gesehen und auch in den kommenden Jahren sehen wird. Das hat aber auch seinen Preis, denn selbst auf unserem Testsystem (AMD X2 64 6000+, Vista Premium, GeForce 8800GT, 4GB RAM) lief das Spiel nur auf „Sehr hoch“ und auch dort mit einer Durchschnittsframerate von 26fps. Ultrahigh war mit AA und dergleichen gar nicht spielbar – dafür muss ein System noch erschaffen werden. Aber auch auf den niedrigeren Einstellungen und mit DX9 sieht Crysis einfach nur verblüffend echt aus. Das fängt mit der wunderschönen Flora und Fauna an, geht weiter zu den grandiosen Charakteranimationen und –darstellung bis hin zu fotorealistischen Explosionen. Was aber richtig cool ist, ist die Physik, denn schießt ihr einem Jeep bei Fullspeed in den Reifen, platzt dieser und der Jeep wird umfallen. Spaßiger und eventuell effektiver: Ballert mal auf den Gastank am Rücken des Jeeps – boom!

Als Sahnehäubchen kommt noch hinzu, dass der Sound bombastisch daherkommt. Die orchestralen Musikstücke werden nicht plump eingeworfen, sondern passen sich stets der Situation an, die Waffen hören sich verdammt echt an und die deutsche Sprachausgabe ist zufriedenstellen, obgleich die englischen Sprecher einen etwas besseren Eindruck machen.

So testen wir!


Wow, wow und nochmal wow! Crytek hat es wirklich geschafft, denn Crysis gehört zu den besten Shootern in diesem Jahr – und das nicht nur grafisch. Die Grafik des Spiels ist eine Referenz, an der sich nun alle kommenden Spiele messen müssen und wahrscheinlich kläglich scheitern werden. Scheitern wird auch euer PC, wenn ihr keinen Dual Core euer Eigen nennt, denn das Teil gehört bei diesem Spiel zum guten Ton. Für Crysis spricht außerdem eine verdammt gute KI, die Freiheiten auf der Insel, der coole Nanosuit und vieles mehr! Diesen Shooter darf man sich einfach nicht entgehen lassen!
Grafikreferenz
Bombastischer Sound
Tolle Story
Nanosuit sorgt für nötige Taktik
Sehr gute KI
Realistische Physik
Tadelloser Mehrspieler
Ordentliche Spiellänge (Singleplayer)
Ab Ankunft der Aliens zu linear und wenige Freiheiten
Hardware-Killer
Lange Ladezeiten



Spielspaß sehr gut Auszeichnungen
Gameplay sehr gut
Grafik sehr gut
Sound sehr gut
Umfang sehr gut
Multiplayer sehr gut

Gesamt


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