Infos zum Spiel


Bounty Bay Online

Entwickler: Suzhou Snail
Publisher: Frogster Interactive
Erscheinungsdatum: 22.02.2007
Genre: Rollenspiel
Plattformen: PC

Wertung


Spielspaß: 87 %
Grafik: 76 %
Sound: 83 %
Steuerung: 72 %

Positiv


  • - riesige und komplexe Welt
  • - günstiger Preis
  • - enorm viele Möglichkeiten
  • - über 60 verschiedene Städte
  • - kurze Ladezeiten
  • - spannende Seeschlachten
  • - tolles Gildensystem

negativ


  • - schlechte Übersetzung
  • - unausgewogene und langweilige Landkämpfe
  • - viele Hänger bei der Fortbewegung des Charakters
  • - wenige Musiktracks

Bounty Bay Online Spielebericht


Bounty Bay Online

Bounty Bay Online

Nach vielen fantasiegeladenen Kämpfen in Welten wie „Azeroth“ oder Gegenden wie „Faydwer“, die wir aus einigen der älteren MMORPGs kennen, gibt es in Bounty Bay Online endlich auch mal die Möglichkeit, die Wunder unserer Welt zu entdecken. Und das ist wörtlich gemeint, spielt dieses neue MMORPG doch im 15.-17. Jahrhundert. Es gilt, zu entdecken und zu handeln und dabei die komplette damals bekannte Welt zu See und zu Land zu erobern. Welche Möglichkeiten es da gibt, erfahrt ihr in diesem Test!

Aber bevor damit begonnen werden kann, muss ein Charakter her. Die Auswahl ist aber zum Glück nicht allzu groß. Jedem Spieler stehen zwei Charakterslots zur Verfügung. Bei der Erstellung hat man die Wahl zwischen zwei männlichen und zwei weiblichen Helden, wobei die Männlichen zum einen als Abenteurer und zum anderen als Krieger, und die weiblichen als Händler und Piraten deklariert werden. Davon sollte man sich aber nicht beirren lassen, denn die eigentliche Wahl der Karriere folgt später im Spiel. Nachdem der Wunschcharakter angepasst wurde – und da sind die Möglichkeiten nicht allzu groß –, findet man sich an Deck der „Gloria“ wieder, dem „Tutorialschiff“. Hier werden in kurzer und knapper Form grundlegende Steuerungsmechanismen und Handlungsprinzipe vermittelt, die für den Spielstart wichtig sind.
Kurz darauf wird man auf seine erste Mission geschickt, in der man in einer kleinen Nussschale zu seiner Heimatstadt segeln muss.

Dort angekommen erfährt man den ersten Kulturschock. Es ist voll! Und zwar von Marktständen und helfenden NPCs. Wobei helfend schon fast zu viel des Guten wäre, da die Erklärungen meist dürftig sind und oft nur weiteres Unverständnis hervorrufen. Zum Glück gibt es schon jetzt, kurz nach Start des MMORPGs, eine recht große Community, die ihre Erfahrungen gern teilt.
Einmal an Land ist es auch sinnvoll, einer der vier großen Gilden beizutreten, um seine Karriere als Handwerker, Händler, Entdecker oder Krieger beginnen zu können. Bei den Gildenvertretern kann man dann auch seine erste Quest annehmen. Leider ist es hierbei aber nicht möglich, mehrere Quests anzunehmen. Hinzu kommt, dass man eine angenommene Quest nur dort beenden kann, wo man sie angenommen hat, und das obwohl die großen Gilden zum Beispiel in jeder großen Stadt vertreten sind.

Bei der Ausbildung von Charakter und Schiff hat man einige Möglichkeiten, so kann man jedes Schiff mit der Zeit umbauen und vergrößern bzw. verbessern, in neuen Farben erstrahlen lassen, es mit einer Galionsfigur schmücken und und und... Der Charakter kann später verschiedene Berufe erlernen, in denen er sich teilweise spezialisieren kann. Besonders gelungen ist dabei, dass man alle Materialien und Gegenstände, die man selbst hergestellt hat, oder einfach nicht mehr braucht, an einem eigenen Marktstand verkaufen kann. Nur so ist es möglich, im späteren Spielverlauf an geeignete Gegenstände oder benötigte Ressourcen zu kommen, denn bei den NPCs, die man findet, gibt es meist nur das Nötigste. Dabei ist es sinnvoll, die Preise an verschiedenen Ständen in unterschiedlichen Städten zu vergleichen und mit dem Anbieter zu feilschen, was das Ganze um einiges realistischer macht.

 Bounty Bay Online ist aber keine Handelssimulation, sondern ein umfangreiches Komplettpaket, das für jeden, der sich von dem für MMORPGs sonst so häufig verwendeten Magieaspekt lösen kann, etwas bereit hält.
Als Entdecker zum Beispiel kann man gewisse Koordinaten ansteuern und Wunder wie die chinesische Mauer entdecken oder als Krieger im Verbund mit anderen Piratenbanden aufmischen. Obwohl aufmischen hier vielleicht das falsche Wort ist, weil solche Missionen allesamt sehr viel Zeit beanspruchen und zudem nicht immer ein Zuckerschlecken sind.

 So wird es nach einiger Spielzeit zwingend nötig, sich mit anderen Spielern zu organisieren und ausgewogene Gruppen zu bilden, weil man als einzelner Entdecker zum Beispiel nicht gegen die Gefahren einer Entdeckungsreise gewappnet ist oder man als Händler unbedingt Geleitschutz benötigt. Dabei ergänzt jede Berufssparte alle anderen perfekt, was den Spaßfaktor enorm steigert!

 In Bounty Bay Online gibt es zwei Arten, seinen Feinden zu begegnen: An Land oder auf der offenen See. Die Landkämpfe sind weniger spektakulär, weil es weniger auf das Können, als auf die Ausrüstung ankommt, auf hoher See allerdings, sieht das Ganze schon wieder anders aus.
Die hohe See, die komplett als PvP-Gebiet dient, wimmelt nur so von anderen Schiffen, von denen einige auch nicht von Spielerhand gesteuert werden. So kann es gut passieren, dass man schnell in eine Seeschlacht verwickelt wird. Hier kommt es zum einen auf den Schiffstypen, zum anderen aber auch auf die Vorbereitung und Ausrüstung an. Ein Handelsschiff, welches vollbeladen und damit ziemlich langsam ist, hat dabei z.B. gleich weniger Chancen gegen ein Kriegsschiff zu bestehen, als ein anderes Kriegsschiff. Zudem entscheidet die Mannschaft, also wie viele Matrosen ihr angeheuert habt, eure Waffen, die ihr immer wieder aufrüsten solltet und die Schiff-Skills, also zum Beispiel die Werte, die über die Festigkeit und damit die „Lebensenergie“ des Rumpfs oder der Segel entscheiden, über den Ausgang einer Auseinandersetzung. Außerdem sollte man für einen Kampf auch genug Kanonenkugeln an Board haben, denn wenn die mal ausgehen, sieht man schnell alt aus.
Dann bleibt einem nur noch die Flucht oder ein Entermanöver. Dabei kann man versuchen, das gegnerische Schiff zu entern, was dann in einem Nahkampf der Crewmitglieder endet. Dieser Versuch kann aber auch vereitelt werden, wenn euer Gegner eure Taue kappt. Vorsicht also!
Bei jedem Kampf leiden Schiff und Mannschaft, deshalb sollte man immer genug Materialien zur Heilung und Reparatur dabei haben.

 Wem das noch nicht genug ist, der kann einer der zahlreichen Spielergilden beitreten oder mit Freunden selbst eine gründen. Große und einflussreiche Gilden können andere sogar zu großen Schlachten herausfordern und somit um Ehre, Ruhm, Reichtum und Macht kämpfen. Diese Kämpfe finden auf eigens dafür vorgesehenen Schlachtfeldern statt, sodass andere Spieler nicht mit in die Kämpfe hineingezogen werden.
Enorm große und mächtige Gilden können dabei sogar ganze Städte einnehmen! Das geht auch im Verbund mit befreundeten Gilden. Daraus resultiert natürlich eine noch größere Macht dieser Gilden, die unter anderem über die Steuern der eingenommenen Stadt entscheiden und die Gewinne erhalten. Sie haben aber damit auch die Aufgabe, die Stadt vor Angriffen zu beschützen und das sollten sie tun, wenn sie ihren Einfluss nicht wieder verlieren wollen.

 Was man als Spieler jedoch noch mitbringen sollte, ist Geduld. Viel Geduld. Einige Aufgaben oder Seereisen erfordern enorm viel Zeit und zudem noch Glück und eine Menge Planung. Will man zum Beispiel zu einem anderen Kontinent, sollte man sich über die Richtung und die nötigen Proviantreserven, die man an Board haben sollte, im Klaren sein.

 Die Grafik von Bounty Bay Online ist alles in allem sehr gelungen und stimmig. Leider gibt es ab und an diverse Fehler, so bleibt der Charakter sehr gern mal an irgendwelchen Texturen hängen. Die Städte sind ebenfalls nicht unbedingt mit viel Liebe gestaltet worden, was aber bei zunehmender Spielerzahl kein Problem darstellt, denn da werden bislang kahle Flecken bald wohl mit Marktständen gepflastert sein. Ein wenig störender ist da schon eher die nicht unbedingt gelungene Übersetzung, die einige Mängel aufweist und zum Teil nicht mal vollständig ist. Englischkenntnisse werden also noch benötigt!
Der Sound hingegen ist passend gewählt, wenn es auch nur wenige Tracks gibt.

Kommentar (MP) :

Endlich mal was neues! Bounty Bay bringt nicht nur eine komplexe und schöne Welt mit sich, sondern auch noch einen guten Preis! Der Grundpreis von 20-25 Euro ist unschlagbar und auch die monatlichen Gebühren von 9,99 Euronen sind gut machbar. Ein Abo für 3 Monate gibt es außerdem schon für knapp 27, eines für 6 Monate für fast 50 Euro.

Persönlich kann ich dieses Spiel jedem Zocker mit viel Zeit und Geduld empfehlen. Gelegenheitsspieler hingegen, werden hier nicht allzu weit kommen, obgleich der Spaßfaktor dennoch hoch bleibt!


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