Infos zum Spiel


Battlefield 2

Entwickler: Digital Illusions CE
Publisher: Electronic Arts
Erscheinungsdatum: 28.06.2005
Genre: Action
Plattformen: PC

Wertung


Grafik: 89 %
Sound: 90 %
Spielspaß: 89 %
Handling: 88 %
Mehrspieler: 92 %

Positiv


  • - beeindruckende Grafik
  • - erschreckend realistische Atmosphäre
  • - klasse Neuerungen
  • - Auto-Skalierung der Maps
  • - sehr gutes Balancing

negativ


  • - umständliche Menüs
  • - lange Ladezeiten
  • - Hardware-Anforderungen nicht ohne

Mindestvorraussetzung


Prozessor 1,7Ghz 512 MB RAM DirectX
9
fähige Grafikkarte mit 128 MB RAM WIN 2000/XP

empf. Systemvorraussetzung


Pentium IV 3000+ 1,5 GB RAM Geforce 6800 GT Onboard
Sound Win XP Pro

Battlefield 2 Spielebericht


Battlefield 2

Battlefield 2

Lang, lang hat's gedauert. Die Taktik-Shooter Fans spielten den Vorgänger bis zum Erbrechen und nun steht Battlefield 2, der lang ersehnte Nachfolger des erfolgreichen Battlefield 1942, in den hiesigen Läden und wartet darauf gespielt zu werden. Wir stiegen für euch in das Schlachtfeld und standen unseren Mann. Lest, wie gut das Spiel ist, welche Macken es noch hat und vieles mehr!

Einen recht großen Unterschied zum Vorgänger von Battlefield 2 macht das Szenario aus, denn das spielt in der Gegenwart und so macht ihr mit Waffen und Technologien heutiger Zeit bekanntschaft. 3 Parteien beherrschen dabei den Spielverlauf, darunter sind die US Marine Corps, die der Middle East Corporation gegenüberstehen, die die feindlichen Übergriffe natürlich nicht auf sich sitzen lassen wollen. Aber auch die chinesische Armee mischt sich in manche Gefechte mit ein, sodass es zu einem Dreikampf um die Weltherrschaft ( etwas apokalyptisch ausgedrückt ) kommt. Die Schauplätze verteilen sich auf die gesamte Welt und wer den Sieg davonträgt, liegt in eurer Hand!

Kalter Kaffee ?

Die Story kann man im Grunde am Anfang direkt wegklicken, weil sie a.) kein Mensch interessiert und b.) nur die Situation zwischen den drei Parteien verdeutlichen will. Es ist kein Negativpunkt, aber ohne einen "normalen" Singleplayer-Modus auch irgendwie unnötig. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich in den Kämpfen, die im Grunde auch unverändert sind. Das schwedische Entwicklerteam Digital Illusions ging kein Risiko ein und ließ das Gameplay nahezu unverändert und warf nur unnötige Modi raus, wie zum Beispiel den kaum gespielten Deathmatch-Modus. Somit bleibt der "Eroberungs-Modus" der Kern des Spiels, was an sich eine sehr gute Sache ist und ohnehin nie langweilig wird.
Für unsere Neulinge im Spiel: Der Eroberungsmodus bei Battlefield 2 ( kurz BF2 ) funktioniert so, dass jede Partei ( im Kampfe sind nur 2 ) eine Fahne auf der Karte besitzt. Es gibt, auf der Karte verteilt, noch weitere Fahnen ( je nach größe der Map / Anzahl der Spieler ), die ihr erobern müsst. Wenn eine Fahne vom Gegner oder euch eingenommen wird, sinkt das Punktekonto ( oder auch Respwankonto ) bis auf Null runter, danach ist die Schlacht verloren. Des Weiteren gibt es auch ein Zeitlimit, dass eingestellt werden kann. So ist es natürlich selbstverständlich, dass die Punkte, wo die Fahnen liegen, hart umkämpft sind.

Viele werden sich denken, dass 10 Maps ( = Karten ), die zur Auswahl stehen recht wenig sind. Doch dem ist nicht so, weil die Karten eine variable Größe haben. So sind die Maps unterschiedlich groß, wenn sich beispielsweise 8 oder 16 Spieler auf dem Server befinden. Somit weiten sich die Maps automatisch aus oder werden automatisch kleiner, was die einst so nervigen Fußmärsche der Vorgänger verschwinden läßt. Da haben früh selbst die Fahrzeuge nicht wirklich geholfen, weil die Spielerzahl zu gering war, um sich auf solchen Maps gegenseitig zu bekriegen.

Lang Lebe die Demokratie!

Eine der besten und mitunter Wichtigsten Neuerungen stellt der Commander-Modus dar. Jeder Spieler kann sich zu Anfang  eines Kampfes für diesen Posten bewerben, wodurch eine demokratische Abstimmung im Hintergrund ( des Spiels ) ausgeführt wird.  Der Clou ist, wenn man diesen Posten hat: Als Commander seht ihr mehr von der Karte ( im Spiel auch "erweiterte Übersicht" genannt ) und so könnt ihr das Geschehen besser beobachten, wenn ihr die Zeit dazu habt, da ihr oftmals in Gefechte verwickelt seid. Noch viel interessanter ist, dass ihr mittels eures Posten auch schweres Artilleriefeuer auf ausgewählte Gebiete abfeuern oder auch Versorgungsladungen abwerfen lassen könnt. Diese sehr nützlichen Funktionen sind nur vorhanden, wenn auch die benötigten Anlagen dazu ( Radar, Kanonen etc. ) funktionieren, da sie der Gegner auch zerstören kann.

Wie in der Demokratie üblich, kann der Commander natürlich auch abgewählt werden, wenn seine Arbeit nicht befriedigend ausgeführt wird. Des Weiteren könnt ihr sogenannte "Squads" bilden, die - natürlich - von einem Anführer geleitet werden. Diese Squads sind sehr wichtig, weil das Teamplay an erster Stelle steht, um überhaupt eine Chance auf den Sieg zu haben. Ferner gibt es noch eine integrierte Voice-over-IP-Funktion, mit der ihr euch übers Headset mit euren Freunden unterhalten könnt.

Die kleinen Feinheiten...

... im Gameplay sind die verschiedenen Klassen, die schon aus dem Vorgänger bekannt sein dürften. Insgesamt stehen euch  sieben verschiedene Typen zur Auswahl, beliebt sind Sniper, Spec Ops, Sanitäter, Ingineure und die "Anti-Tanks" (  Anti-Panzereinheiten ).  Die Spec Ops können Sprengsätze legen und jagen die wichtigen Anlagen in die Luft ( Radars oder Artillerie ) ; der Sani kann gefallene Spieler mit einem Defibrillator wiederbeleben und der Ingenieur kann beschädigte Fahrzeuge reparieren. Zudem kann er den normalen Sturmsoldaten ( und allen anderen auch ) Munition geben. Jede Klasse sollte ausgewogen auf dem Schlachtfeld vorhanden sein, um ein optimales Balancing zu ermöglichen. Denn so hat man sehr gute Chancen auf den Sieg.

Eine weitere Neuheit im Gameplay ist der Online-Rang, den man sich erspielen kann. In vielen Spielen ( Socom, Counter Strike etc. ) gibt es Punkte für Kills und Bomben legen ( V.I.P.s eskortieren ), das geht hier auch, nur gibt es noch einiges mehr. So bekommt ihr Punkte für die Fahneneroberung , das Heilen eurer Freunde in der Schlacht oder den erfolgreichen Transport eurer Soldaten an die Front.
Es gibt keine Klasse, die benachteiligt ist. So bekommen Leute, die sich eher auf den Transport beschränken ebenso viele Punkte, wie die "an-der-Front-Kämpfer". Auch Spieler, die gerne einen Hubschrauber fliegen, kommen voll auf ihre Punkte-Kost. Für jeden ist also etwas dabei und ungerecht behandelt muss sich keiner fühlen. Sobald ihr eine bestimmte Punktzahl erreicht habt, erhaltet ihr nicht nur einen neuen Rang, sondern auch einen schicken Orden und eine bessere Waffe. Sanis erhalten ein stärkeres Gewehr, Sniper erhalten ein präziseres Snipergewehr und Anti-Tanks eine stärkere und präzisere Bazooka. Somit lohnt es sich mit jedem Soldatentyp auch einmal etwas zu spielen, um bessere Waffen zu erhalten.

Die Fahrzeuge dürfen natürlich nicht fehlen und so gibt es wieder schwere und leichte Panzer, einige Jeeps, Hubschrauber und Kampfjets. Letztere sind aber schwer zu kontrollieren, sorgen aber für eine klasse Atmosphäre und für eine ordentliche Portion Spaß. Auch hier wieder eine Erklärung für die Neulinge: Ihr könnt zu mehreren in ein Fahrzeug rein. Manche bieten sogar ausreichend Platz, um einige Soldaten hinten drauf aufzuladen. Diese können dann Gegner auf's Korn nehmen, die von hinten versuchen das Vehikel oder Teamkameraden zu töten. Löblich ist, dass ihr nun auch Gegner töten könnt, die sich im Fahrzeug drin befinden - vorrausgesetzt ist natürlich, dass eine Scheibe vorhanden ist, durch die ihr schießen könnt - Ist der Fahrer erstmal tot, geht der rest ganz von alleine. Einfacher gestaltet sich die Sache, wenn ihr direkt mit der Bazooka auf die Einheiten draufhaltet.
Des Weiteren ist ein weiterer Unterschied zum Vorgänger fest zu halten: "Damals" konnte man Fahrzeuge noch ohne weiteres mit Granaten zerstören, jetzt ist dies nicht mehr möglich, da der Schaden sich in Grenzen hält und dem Panzer eher nur ein müdes Lächeln abverlangt. Da helfen nur noch die allzeit geliebten Bazookaraketen oder die - neuen - Tretminen. Aus der Luft könnt ihr sie natürlich auch auf's Korn nehmen.

Insgesamt muss gesagt werden, dass das Balancing sehr gut ist und kein Soldatentyp irgendeinen Vorteil hat. Auch die Auto-Skalierung bei den Maps ist sehr löblich, da somit die langen Wege erspart bleiben.

Technische Bombe, aber nicht ganz ohne

In einer Sache haben sich die Entwickler wirklich nicht lumpen lassen, denn die Grafik ist mehr als ansehnlich. Es gibt kaum andere Taktik-Shooter mit reiner Online-Funktion, die ähnlich klasse aussehen. Angefangen bei den detaillierten Charakteren mit ihren wunderbar flüssigen Animationen geht es über prächtige und imponierende Landschaften bis hin zu den nahezu  perfekt nachgebauten Fahrzeugen. Die Umgebungen mit ihren zahlreichen Bunkern, Gebäuden etc. sind der reinste Augenschmaus.  Nur die Cockpits und der Rest des Innenlebens der Fahrzeuge sehen hässlich und verschmiert aus, das hätte nicht sein müssen. Aber über den kleinen Schönheitsfehler kann man sofort hinwegsehen, wenn man sich erstmal die gewaltigen Explosionen ansieht - vor allem, wenn eine Granate oder Artilleriegeschoss neben euch aufschlägt, wisst ihr, was extrem intensive Kriegsatmosphäre ist - . Die Atmospähre wird noch viel mehr gesteigert, wenn euer Bildschirm leicht verschwimmt, weil gerade eines der oben genannten Geschosse vor euch aufschlägt bzw. explodiert oder Kampfjets über euerem Kopf hinwegbrettern. Krasser wird's, wenn ihr mit einigen Soldaten das Terrain erkundet und diese urplötzlich durch Granateneinschläge in die Lüfte abheben, weil die Druckwelle so stark ist und ihr nur knapp überlebt. Das ist Spannung pur!

Unterstrichen wird das alles durch den perfekten Sound, der die Kriegsatmosphäre nochmals anhebt. Ihr hört die Schreie eurer Teamkameraden und alles andere um euch herum. Alles ist so realistisch, wie möglich gehalten. Dabei gibt es kaum 1 Minute, wo es nicht irgendwo gerade ordentlich kracht, oder irgendwelche Fahrzeuge um euch herum fahren oder Jets über euren Köpfen hinwegdüsen. Leider nerven die immer auftretenden unnötigen Funksprüche der Spieler, die im Grunde nicht beabsichtigt sind, aber nicht abgestellt werden können.

Doch leider hat diese technische Pracht ihren Preis: Ihr braucht aktuelleste Grafikkarten und einen 1,7 Ghz - Prozessor, um es überhaupt spielen zu können. Auch sind manche Ladezeiten nicht mehr feierlich, vor allem, wenn ihr 2 bis 3 Minuten warten müsst, bis ihr euch endlich in die Schlacht stürtzen könnt. Auch die Menüführung ist ein wenig umständlich gemacht und braucht erstmal eine gewisse Gewöhnungszeit.

Kommentar (AS) :

Ein Top-Spiel! Sowas steht normalerweise nicht am Anfang meines Kommentars und doch ist es diesmal so passend. Der Nachfolger zum Hit Battlefield 1942 bietet alles, was man sich gewünscht hat. Angefangen bei dem nahezu perfektem Balancing der Waffen und Charaktere, über die Auto-Skalierung der Maps bis hin zur nahezu perfekten Optik / Technik generell. Klar, auf den ersten Blick sind die Neuerungen - in der Zahl - wenige, doch diese sind so geschickt ins Gameplay eingebaut, dass man sich schon zwingen muss, um auf zu hören. Es gibt kaum einen anderen Taktik-Shooter, der Gefechte in solchem Ausmaß annähernd gleichgut und intensiv einfängt, somit sind spannende Online-Schlachten garantiert. Ärgerlich nur, dass die Ladezeiten so hoch sind und die Menüs relativ unübersichtlich. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt den bislang besten Taktik-Shooter für sein Geld. Es wird scharf geschossen, nicht mit Wattebällchen geworfen!

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