Infos zum Spiel


Anstoss 2007

Entwickler: Ascaron
Publisher: NBG EDV Handels & Verlags GmbH
Erscheinungsdatum: 11.08.2006
Genre: Sport
Plattformen: PC

Wertung


Grafik: 74 %
Sound: 82 %
Gameplay: 88 %
Spielspaß: 80 %
Mehrspieler: 76 %

Positiv


  • - Tolles Gameplay
  • - Viele Interaktionsmöglichkeiten
  • - Super Wirtschaftspart
  • - Viel zu tun, viel zu sehen
  • - Einsteigerfreundlich
  • - Editor für Spieler

negativ


  • - Keine Lizenzen
  • - 3D ist nicht vorhanden
  • - Tore werden zu früh angezeigt
  • - Spieler wollen viel zu viel Geld
  • - Transfersummen sind utopisch

Anstoss 2007 Spielebericht


Anstoss 2007

Anstoss 2007

Die Anstoss-Serie war früher schon sehr beliebt und ist es auch heute noch. Aber die vielen Patzer (Bugs, Abstürze, etc. etc.) haben jedes mal ein großes Problem für das Spiel bedeutet und jede Wertung in den Keller gehen lassen. Ist die 2007‘er-Version besser oder sind die alten Probleme auch heute noch vorhanden? Alles das und noch viel mehr findet ihr in unserem ausführlichen Test – viel Spaß!

Gegen die Manager-Konkurrenz aus dem Hause EA hat man es nicht leicht, ganz und gar nicht. Dort wird nämlich scharf geschossen, mit ordentlicher Grafik, übersichtlichem Design und tollen Wirtschaftselementen. Aber auch Anstoss 2007 kann hier voll und ganz mithalten, nur bei der Grafik nicht so richtig, aber dazu am Ende mehr. Anstoss 2007 bietet natürlich die guten, alten Elemente wie einen starken Wirtschaftspart oder ausführliche Statistiken zu Spielen und Spielern.

Komplex, aber sehr übersichtlich
Anders kann man den ersten Eindruck des Spiels gar nicht formulieren. Auch wenn man sicherlich etwas länger in den Menüs herumwurschteln wird, wird man spätestens nach 20 bis 30 Minuten jeden Menüpunkt locker finden. Bevor ihr eure Karriere als (hoffentlich) guter Manager startet, müsst ihr noch einige Kleinigkeiten zu eurer Person angeben (Alter, Name, etc.) und danach geht es auch schon zur Nationalitäts- und Teamwahl, bei der sich ein riesiges Spektrum an Mannschaften entfaltet. Es gibt die deutsche Liga, italienische, spanische, französische, englische und so weiter und sofort. Auch die Namen der Mannschaften entsprechen der Realität, wobei hier und da auf einige „Vornamen“ verzichtet wird. So heißt der FC Bayern München nämlich nur München. Den TSV 1860 München konnte ich selbst noch nicht ausfindig machen. Was aber nicht mehr der Realität entspricht, sind die Spielernamen, die zwar echte Namen sind (Max oder andere), aber es sind nicht die Namen der richten Spieler. Kahn und Co. wird man also leider schmerzlichst vermissen.

Kommen wir aber wieder zu den Menüs. Nach einer abgeschlossenen Kalenderwoche (KW), könnt ihr euch ein wenig im eigenen Büro amüsieren, Nachrichten, Fax, Telefon, Zeitschriften und so weiter und sofort checken. Es ist immer was los auf dem Schreibtisch des Managers (vergleichbar mit dem echten Leben einer solch tragenden Person), denn es gibt kaum eine Woche, in der ihr keine Spieleranfragen, Wünsche, Werbeverträge oder andere Dinge beschließen müsst. Am Ende eines Jahres gibt es dann eine Art Abrechnung, Positiva und Negativa werden aufgelistet und eure Position als Manager wird kurzzeitig in Frage gestellt. Habt ihr euren Verein aber zu Ruhm und Sieg verholfen, werdet ihr natürlich bleiben, viel „Reputation“ erhalten und das eigene, private Konto wird steigen. Privatkasse? Ja, auch das gibt es in Anstoss 2007! Die Interaktionsmöglichkeiten sind enorm, denn ihr könnt euch nicht nur eine eigene Jacht, ein Motorrad, einen heißen Schlitten oder den eigenen Flieger holen, sondern auch eine nette Autogrammstunde geben, die eure Beliebtheit nochmals bei den Fans steigern wird.

Summa Summarum kann man sagen, dass alle Menüs und alle Einstellung nach kurzer Gewöhnung und Orientierung leicht zu finden und gut zu bedienen sind. Nun kommen wir zur Taktik, die wirklich sehr ordentlich ausgefallen ist. Danach schlendern wir zum eigenen Stadion und betrachten den wirtschaftlichen Part von Anstoss 2007.

Taktik ist alles
„Das Runde muss ins Eckige“, ein Spruch, den jeder Fußball-Fan drauf haben sollte. Er muss ihn runterbeten können, im Schlaf aufsagen – und so weiter. Taktikfetischisten werden sich bei „Anstoss 2007“ wirklich sehr wohl fühlen, weil es extrem viel zu tun gibt. Zunächst wäre da die Mannschaftsaufstellung, in der eure Truppen auflaufen sollen. Im Team-Menü muss wirklich strikt drauf geachtet werden, das alle Spieler eine Position einnehmen, mit der sie vertraut sind. Ungünstige Positionen werden mit einer roten Schrift belegt, Positionen, die gerade noch so annehmbar sind mit einem dunklen Grauton und optimale Aufstellungen mit einem recht seichten, hellen grau. Habt ihr allen Spielern eine gute Position zugeteilt, steht die halbe Miete für den Sieg. Aber da gibt es noch einige weitere Faktoren – wie fit sind meine Mannen? Wie schaut’s mit der Kondition aus? Sind meine Spieler motiviert? Fragen, die man sich zwangsweise stellen muss, denn diese drei Faktoren sind die Wichtigsten (es gibt noch viel mehr, aber die kann man rauslassen). Vor dem Spiel gegen den nächsten Gegner könnt ihr dann sogar noch die Manndeckung klären, damit das Match auch möglichst optimal für euch verläuft. Es gibt noch viel mehr Features, die man in Puncto Taktik erwähnen könnte, aber die würden den Rahmen des Tests sprengen.

Das eigene Stadion ist für jeden Verein nicht gerade unwichtig, denn damit kann man Woche für Woche ordentliche Gewinne herausschlagen. Ihr könnt im Menüpunkt „Stadion“ nicht nur die Preise für Sitz- und Stehplätze und Dauerkarten bestimmen, sondern zusätzlich die Einnahmen der einzelnen Institutionen checken. Will heißen: Ihr könnt selbst eine Imbissbude direkt neben das Stadion bauen (Bauzeit ca. 4 Wochen) oder eine kleine Eisdiele einrichten. Teuer, aber praktisch: Der eigene Bahnhof bzw. die Haltestelle, wodurch ihr nochmals ordentlich Kohle scheffelt. Das beste an der Sache ist, dass ihr die Gebäude alle einzelnd plazieren könnt, sprich: Die Eisdiele könnt ihr direkt vor dem Eingang des Stadions errichten oder etwas entfernt. Damit kommen wir zum grandiosen Finanzpart des Spiels: Ihr müsst nicht nur einige Werbeverträge abschließen, sondern euch auch um andere finanzielle Angelegenheiten kümmern. Da wäre zum Beispiel der Gang an die Börse, wackelig und mutig, aber eventuell sehr lohnenswert, wenn man ein starkes, erfolgsbasierendes Team hat. Ohne große Reden zu schwingen will ich nur so viel sagen: Der Wirtschaftsaspekt hat es endlich an die Klasse der EA Manager-Titel herangeschafft.

Und wie sehe ich meine Spieler?
Die wird man leider nie so richtig zu Gesicht bekommen, denn sobald ein Liga- oder Turnierspiel anfängt, müsst ihr alles in einem Eventmanager durchlesen. Das kann natürlich ziemlich nervig werden, weil in so einem Spiel ziemlich viel passieren wird. Nun gut, man muss natürlich nicht alles lesen, denn manche Aussagen sind einfach nur borniert. Wer will denn bitte wissen, dass Spieler xy von Spieler z gestoppt wird? Außerdem ist ebenfalls extrem seltsam, dass unheimlich viele Tore durch Abpraller vom Pfosten entstehen, wodurch ein eigener Spieler die Torchance ergreift und den Ball verwandelt. Noch viel seltsamer ist, dass die Anzeigetafel schon gut eine halbe Minute vor dem eigentlichen Tor anzeigt, dass eines fallen wird. Sollte nicht vorkommen, weil dadurch die Spannungskurve ordentlich gen Null sinkt. Nun gut, Ascaron hat schon einige Patches angekündigt, die diese Probleme in den Griff kriegen wollen, aber das kann und werde ich in diesem Test nicht berücksichtigen. Was aber ganz nett ist, ist der Fakt, dass man den Spielern vor dem Spiel, in der Halbzeit und nach dem Spiel eine Ansprache halten kann, um die Spieler zu motivieren oder zu demütigen, weil die Leistung einfach nur schlecht war. Die Spieler werden dann auch dementsprechend reagieren, manchmal beschwert sich dann auch der Teamchef selbst im Namen der Mannschaft. Hier wird doch ziemlich viel an Spieltiefe geboten, weil die Mannschaft dadurch einen echten Touch bekommt, sich real anfühlt, da sie ständig mit euch reden möchten.

Auch die Transfers und Spielerverträge fallen in die Kategorie „seltsam“, denn die Transfers belaufen sich teilweise auf utopische Summen, die sich kaum ein Manager leisten können wird, es sei denn er spielt schon eine zweite oder dritte sehr erfolgreiche Saison. Selbst Neulinge sind teilweise extrem teuer, was sicherlich nicht ganz so angedacht gewesen ist. Außerdem verlaufen die Verhandlungen bei den Spielerverträgen etwas seltsam ab, denn die Spieler wollen so richtig viel Geld kassieren, auch wenn sie selbst genau wissen, dass sie es sich nicht verdienen – hier muss definitiv nachgeholfen werden.

Man ist nie allein!
Praktisch und ganz nett ist die Idee des Editors, mit dem man sich eigene Spieler kreieren kann, deren Namen ihr sogar bestimmen dürft. Dadurch sind dann auch die „echten“ Mannschaften möglich, die es in den deutschen und internationalen Ligen gibt. Zwar werden sie ihren Vorbildern nicht wirklich ähnlich sehen, aber sei’s drum, das wird man wohl nicht wirklich brauchen. Der Editor ist zugleich sehr leicht zu benutzen.
Sehr nett ist die Idee des Multiplayers, in dem ihr mit bis zu 64 Spielern gleichzeitig eine Saison spielen könnt. Dazu muss jeder Spieler sein Team wählen und dann sein Team zu Ruhm und Sieg verhelfen. Da ich aber den Multiplayer aus zeitlichen Gründen noch nicht allzu intensiv anspielen konnte (sind leider nicht wirklich viele online), muss man sich selbst ein Bild davon machen. In einigen gemütlichen Runden mit der deutschen Presse zeigte sich aber, dass der Netzcode stabil läuft und es durchaus Spaß macht gegeneinander zu zocken – man muss aber sehr viel Zeit mitbringen.

3D is‘ nich!
Die Überschrift sagt eigentlich schon alles aus, was man zur Grafik wissen muss. Es gibt leider nur einen einzigen Bereich, in dem ihr wirklich 3D-Grafiken zu Gesicht bekommt: Beim Stadion, wenn ihr dort einige Gebäude (siehe oben) errichten wollt. Ansonsten muss man sich mit zwar sehr netten, für die Augen angenehmen Farben, abfinden. Die Bilder von Manager und Spieler gehen in die Kategorie „ganz okay“ und hinterlassen einen ganz guten Eindruck. Auch wenn es hier keine echte Grafik gibt, kann ich trotzdem nicht unter 70% gehen, weil das Gebotene an sich ziemlich stimmig wirkt.

Beim Sound kann man absolut nicht meckern. Die Synchronstimme des Managers wirkt sehr professionell, hat je nach Nationalität und Abstammung der einzelnen Bundesländer einen netten (beispielsweise bayrischen) Akzent. Die Hintergrundmusik ist ebenfalls sehr nett anzuhören und nervt zum Glück nie. Bei den Matches, die man ja leider nicht sehen kann, kommt durch das fehlende Spiel eben auch keine allzu tolle Stimmung auf, die im Entferntesten was mit Fußball zu tun hat. So geht’s leider nicht.

Kommentar (AS) :

Schade, Ascaron! Da hättet ihr wirklich fast einen Hit geliefert, aber wie so oft sind es eben die kleinen Dinge, die dem Spiel den Award verwehren. Angefangen bei der fehlenden 3D-Grafik über nicht komplette Lizenzen bis hin zu den wirklichen Kleinigkeiten wie zu früh angezeigte Tore und absolut unsinnige Spielerverträge und Transfersummen. Aber nur mit Lamentatios soll sich mein Kommentar nicht füllen, nein – es gibt auch etliche Dinge am Spiel, die wirklich toll sind. Das Interface ist wunderbar anzusehen, die Ladezeiten halten sich in einem gesunden Rahmen, der Wirtschaftspart ist wirklich sehr stark gelungen und die Taktik kommt ebenfalls gut zur Geltung. Vom Gameplay her ist das Spiel also wirklich eine Bombe. Generell gesagt: Wer die Vorgänger geliebt hat, der muss hier einfach zugreifen. Alle anderen sollten sich auf ein sehr gutes Spiel mit leichten Macken einstellen, welches aber definitiv einen Blick wert ist!

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