Infos zum Spiel


Alarm für Cobra 11: Burning Wheels

Entwickler: Synetic
Publisher: RTL Playtainment
Erscheinungsdatum: November 2009
Genre: Action
Plattformen: PC XBox

Wertung


Grafik: 80 %
Sound: 80 %
Gameplay: 80 %
Steuerung: 80 %
Mehrspieler: 40 %

Positiv


  • abwechslungsreiche Missionen
  • gute Grafik
  • schickes Deutsches Ambiente
  • realistischer Verkehr
  • freischaltbare Autos
  • Original-sprecher...

negativ


  • ...die absolut dumme Sprüche reißen
  • verhunztes Navigationssystem
  • Kollisionsbugs
  • Sackgassen
  • seltene Logikfehler
  • katastrophaler "Multiplayer"

Alarm für Cobra 11: Burning Wheels Spielebericht


Alarm für Cobra 11: Burning Wheels

Alarm für Cobra 11: Burning Wheels

Alarm für Cobra 11: Burning Wheels

Was mich bei der GTA-Reihe immer nach einiger Zeit gestört hat war die blöde Polizei. Sobald man einmal auch nur leicht an ein Auto der Gesetzeshüter andockt hat man einen Stern und somit Ärger am Hals. Jetzt bietet sich mir eine sehr schöne Alternative zum Gangster-Leben und zwar mit Alarm für Cobra 11. Da fege ich nämlich auf mit halsbrecherischer Geschwindigkeit und ohne Rücksicht auf Verluste durch die Straßen, doch ohne Konsequenzen, ich bin ja schließlich Autobahnpolizist. Warum der neue Teil der Cobra 11-Reihe ein wirklich solides Rennspiel ist, lest ihr jetzt.

„Semir, Ben? Seid ihr da?“

Für alle, die die Serie nicht kennen: In Alarm für Cobra 11 geht es um die beiden Autobahnpolizisten Semir und Ben, die alle erdenklichen Abenteuer erleben und es auf den deutschen Straßen ordentlich krachen lassen. Im Spiel geht es natürlich eben um diese beiden Protagonisten. So fahrt ihr im Karriere-Modus mit den beiden in der frei befahrbaren Stadt Streife, hört euch die selten dämlichen Sprüche an, die sich dem Serien-Niveau anpassen und von den Originalsprechern kommen, und bekommt abwechslungsreiche Aufträge. Diese sind wirklich gut gelungen, die Mini-Geschichten sind zwar oft haarsträubend erfunden, wie zum Beispiel die Mission „Giftiges Bier“, in der ihr einen Bier-Laster mit einer vergifteten Ladung anhalten sollt, bevor der unwissende Fahrer den leckeren Trunk ausliefert und Kunden gefährdet werden. Auf die Frage der Protagonisten, ob man nicht einfach den Supermarkt oder den Fahrer anrufen könnte, kommt nur ein: „Das geht nicht, und jetzt Los!“, komisch. Oft kommen auch einfach Antworten wie: „Es kommt von ganz oben“, was sich zu einem regelrechten Running-Gag entwickelt, der leider nicht witzig ist, wie die meisten Gespräche.
Doch so schön und abwechslungsreich die Missionen auch sind, so kniffliger, unlogischer und frustrierender können sie bei weilen auch sein. So ändert sich teilweise einfach das temporäre Ziel auf der Karte, da ihr offenbar das aktuelle Ziel erreicht habt. Eine Meldung dazu gibt es aber nicht, ihr müsst also die ganze Zeit aufpassen, ob euer Ziel noch aktuell ist, das verwirrt.

Navigationssysteme der Polizei…


… müssen ziemlich alt und überholt sein, wenn man Alarm für Cobra 11 als Maßstab nimmt. Die Navigation im Spiel ist eine absolute Katastrophe. Es wird euch die schnellste Route auf der Minimap angezeigt, leider ändert sich die schon bei geringsten Abweichungen (Spurwechsel z.B.), so dass sie sehr verwirrt. Dazu soll ein Richtungs-Pfeil, ähnlich wie der in Need For Speed, helfen, was leider auch nicht viel bringt, da dieser immer den direkten Weg zum Ziel anzeigt, den Luftweg also.
Noch dazu kommt, dass es oft unvorhersehbare und abrupte Sackgassen gibt, die dank des teils unrealistischen Kollisionsverhalten als sehr schnelle Bremse dienen.

Die Kehrseite der Medaille


Blöde Kommentare, teils komische Missionen, schlechte Navigation, Sackgassen, manchmal unverständliches Kollisionsverhalten. Was ich noch vergessen hatte: Kaum interessante Stellen in der frei befahrbaren Stadt und kein Tuning bis auf ein paar versteckte Teile. Doch nun genug gemeckert. Denn all diese „Fehler“ sind zwar vorhanden, fallen aber nicht mehr wirklich stark auf, wenn man sich erst einmal ein wenig eingespielt, die Straßen und das Navigationssystem etwas kennt und sich daran gewöhnt hat, bei den Sprechpassagen auf Durchzug zu schalten. Doch nebenher ist Alarm für Cobra 11
ein wirklich gutes Rennspiel. Technisch ist das Spiel um jeden Zweifel erhaben, die Grafik macht ordentlich was her, vor allem die schicken Verzerreffekte und Spiegelungen. Dazu kommen die vielen verschiedenen Autos, die ihr nach und nach freispielt, der dichte und realistisch simulierte Verkehr, die Abwechslung der Missionen, ein guter Soundtrack und eine komfortable Bedienung. Wobei letztere etwas zu sensibel geworden ist und ich euch empfehlen kann Cobra 11 mit einem Gamepad zu zocken, weil es sonst teils knifflig wird, den Wagen zwischen den vielen Autos hindurch zu schlängeln.

Einsame Polizisten


Im Singleplayer macht Alarm für Cobra 11 seine Arbeit also recht solide und wird vor allem Genre- und Serien-Freunde einige Zeit unterhalten können. Der Multiplayer hingegen ist quasi nicht vorhanden. Lan-Spiele? Fehlanzeige. Internet-Partien? Gibt es nicht. Was gibt es dann? Splitscreen. Na super. Also wirklich, das ist unter keinen Umständen zeitgemäß und akzeptabel, Splitscreen auf dem PC und dann auch noch als einzige Option ist einfach kein Multiplayer. Eine weitere schöne Nachricht hingegen ist die Tatsache, dass Alarm für Cobra 11 kein DRM-Kopierschutz nutzt, also keine Internet-Aktivierung benötigt. Also gilt: Installieren, Spielen, keine Kompromisse.

Gelungene Alternative


Falls ihr von der Need-for-Speed-Serie ähnlich enttäuscht seid wie ich, weil in den letzten drei Jahren nichts wirklich innovatives und neues dazu kam, solltet ihr die Alternative Alarm für Cobra 11 definitiv mal genauer unter die Lupe nehmen. Denn im Kern ist das Spiel grundsolide aufgebaut, der Serien-Flair kommt gut rüber (Ob euch das gefällt, oder ob ihr es, so wie ich, für blöd haltet, bleibt euch überlassen) und langweilig wird euch damit auch nicht schnell. Falls ihr also noch einen Raser für die kalten Wintertage sucht bekommt ihr mit Semir und Ben zwei gut aussehende, wohl klingende, charmante, abwechslungsreiche Autobahnpolizisten, wenn auch mit ein paar Macken.

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