Adrenalin
Adrenalin – Extreme Show
Kann man sich was schöneres vorstellen als hübsche Mädels und schnelle Autos? Mit diesem Aspekt geht Adrenalin – Extreme Show an den Start. Der Arcade-Racer verbindet beide Elemente, die Männer begeistert. Hübsche Frauen, die in rassigen Sportwagen um die Gunst der Fans und den Erfolg fahren. Doch damit nicht genug. Entwickler Gaijin Entertainment verknüpft den Racer mit Manager-Elementen. Ein Rennspiel mit Wirtschaftssimulation? Das soll funktionieren fragt ihr euch? Das haben wir uns ebenfalls gefragt und ausgiebig getestet. Was der Titel verspricht und ob die Mischung gelungen ist, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
Frauen, Geld und Erfolg
In Adrenalin geht es darum, seine Fahrerin durch Fans und Sponsoren an die Spitze der Beliebtheitsskala zu bringen. Den Grundstein legt die virtuelle Fernseh-Sendung „Extrem Show“, die die erotischste und schnellste Fahrerin sucht. So sucht ihr euch am Anfang eine Pixel-Schönheit aus. Insgesamt gibt es 12 Frauen, eine stellt sogar die Miss Russland 2003 dar. Habt ihr euch für ein Model entschieden, schlüpft ihr auch direkt in die Rolle des Managers. So gilt es mit dem Startguthaben ein Auto zu kaufen und erste Werbeverträge mit diversen Herstellern oder Unternehmen abzuschließen, die euch wiederum Geld einbringen, wenn Rennen und Forderungen erfüllt werden. Im Grunde gestalten sich die Forderungen der Sponsoren immer gleich. So gilt es ein Event mit einer bestimmten Platzierung (Platz 1) auf einem bestimmten Kurs abzuschließen. So tretet ihr gegen vier weitere Kontrahenten an, die natürlich das gleiche Ziel anstreben. Doch damit nicht genug. Denn nicht nur der Erfolg auf der Strecke zählt, sondern auch euer Fahrstil. So müsst ihr gekonnte Überholmanöver absolvieren oder waghalsige Drifts fahren. Wenn ihr verschiedene Kriterien und Fahrmanöver zeigt, wird die virtuelle Fahrerin nach und nach mehr Fans bekommen. Insgesamt gibt es drei Fangruppen, die zu erobern sind. Diejenigen, die auf das fahrerische Können wert legen, die, die tolle Fahreigenschaften sehen wollen und zu guter Letzt die Gruppe, die auf rabiates Verhalten stehen, zum Beispiel durch Rempeln und rammen. Leider hört sich das besser an als es ist. Denn die Autos steuern sich dermaßen schwammig, dass kein wirklicher Fahrspaß aufkommt, um tolle Rennen auf den Strecken zu fahren. Solltet ihr den Anforderungen gerecht geworden sein, bekommt ihr Geldprämien, die es euch erlauben neue Vehikel zu ergattern, oder euer Auto optisch und technisch aufzuwerten. So könnt ihr einen neuen Lack aufsprühen lassen, euren Schlitten mit tollen Vinyls verschönern oder neue Teile anbringen, wie Spoiler oder Stoßstangen. Allerdings erweist sich das aufmotzen eher als nettes Gimmick und Aufguss, um den Spieler bei der Stange zu halten. Demnach sollte man keine Vielfalt wie bei den Underground-Teilen der Need for Speed Serie erwarten, denn hier ist das Angebot wesentlich magerer und macht an Konzept-Autos nicht wirklich viel Spaß, da man sich nicht damit identifizieren kann. Insgesamt gibt es 15 Rennstrecken und 8 Konzeptautos. Da jeder Wagen auch noch eine Cabrio-Version hat, steigert sich die Zahl auf 16. Die sind frei erfunden und ähneln keineswegs irgendwelchen Originalen. Die Strecken gestalten sich hingegen als sehr abwechslungsreich und stimmig zugleich. Kein Kurs gleicht dem anderen und somit ist ein wenig Abwechslung garantiert.
Auf der Strecke geblieben
Im Grunde hat Adrenalin sehr gute Ansätze, kann diese aber keineswegs konsequent nutzen. Ein Rennspiel mit einer Wirtschaftssimulation zu kombinieren klingt sehr interessant, sollte aber durchdacht sein und das ist den Entwicklern nicht so ganz gelungen. Das liegt zum einen an dem mageren Manager-Modus. Viel mehr als Verträge mit Werbepartnern abzuschließen und die angeforderten Ziele anzustreben, wird nicht geboten. Hier hätte man sehr viel mehr draus machen können. Zum anderen liegt es an den Rennen selbst. Diese wirken nach einiger Spielzeit öde und langweilig. Die Strecken sind zwar allesamt unterschiedlich und gut aufgebaut, doch durch das Renngeschehen an sich kommt nicht viel Motivation rüber. Durch die hakelige und sehr schwammige Steuerung sinkt der Fahrspaß auf den Nullpunkt. Nur der Nitro kann ein wenig über das Gameplay hinwegtrösten. Denn hier werdet ihr regelrecht in einen Geschwindigkeitsrausch a la Burnout versetzt. Auch eure Gegner zeigen Angriffslust und machen jedes Rennen fordernd. Aber diese Kriterien erfüllen nicht das komplette Geschehen, was sich die Entwickler bestimmt gewünscht haben. So stellt sich Adrenalin als unterdurchschnittliches Rennspiel dar, das aber durch die Geschwindigkeit und guten Gegner positive Aspekte zeigt. Die netten Mädels dienen als Mittel zum Zweck, denn wir man so schön sagt „Sex sells“. Mit seiner Fahrerin kann man sich keineswegs identifizieren, da die Persönlichkeit sehr oberflächlich wirkt und somit Beziehung zwischen Manager und Fahrerin aufgebaut werden kann. Dadurch geht der Reiz des Spiels zwischen Wirtschaft und Rennen verloren.
Technik und Sound
Auch aus technischer Sicht sollte man nicht allzu viel erwarten. Die Grafik kratzt am Durchschnitt und bietet nicht viel für die Spieleräuglein. Die Wagen wirken kantig und lieblos designt, da hilft die Ausrede „Kozeptautos“ auch nichts. Die Strecken sind zwar schön aufgebaut, weisen aber langweilige und viele matschige Texturen auf, die Adrenalin erblassen lassen. Auch die fragwürdige Kollisionsabfrage kann man nicht zu den positiven Argumenten zählen. Doch was den Entwicklern in der Tat gelungen ist, spiegelt sich am Sound wieder. Schon das Startmenü präsentiert sich mit einem harten und melodischen Rocksong als perfekter Einstieg. Der komplette Soundtrack klingt professionell und bietet tolle Rocksongs mit genialen Klängen, die das ansonsten angestaubte Spiel leicht aufblühen lassen.
Kein Adrenalin zu spüren
Leider ist das Spiel nicht das, was sich einige gewünscht hätten. Es ist nichts halbes, aber auch nichts ganzes. Die interessante Idee wurde leider nicht so umgesetzt, wie man es sich erhofft hat. Das magere Gameplay und die durchschnittliche Grafik tun ihr übriges. Aus dem Manager-Modus hätte man mehr machen können. Es gibt nicht die Vielfalt und so fühlt man sich auch nicht als Chef. Nur Werbeverträge unterschreiben und neue Sponsoren finden ist ein nettes Gimmick, mehr aber nicht. Die Rennen haben mit ihren Fangruppen, die man durch Fahrmanöver erarbeiten muss durchaus ihren Reiz, werden aber nach kurzer Zeit eintönig und somit auch langweilig. Das positivste am ganzen Spiel bleibt nur der Soundtrack, der es wirklich in sich hat. Auch der Preis von unverbindlichen 29.99€ ist ein fairer Ansatz für den kleinen Geldbeutel.
Kommentar (CK) :
Mich konnte Adrenalin – Extreme Show keineswegs überzeugen. Ein Spiel durch leicht bekleidete Frauen zu vermarkten ist ein guter Versuch, der bei mir aber nicht funktioniert. Wo bleibt die Beziehung zwischen Manager und Fahrer? Wo bleibt die Vielfalt? Wo das Rennspiel-Gefühl? Fragen, die ich mir durchweg gestellt habe. Kleine Tuning-Einlagen und guter Sound sind leider nur kleine Tropfen auf heißen Steinen, die die Wertung nicht ganz in den Keller ziehen lassen. Auch der niedrige Preis könnte einen kleinen Anreiz geben, das Spiel eventuell anzuspielen. Wenn es ein nächstes mal geben wird, möchte ich einen Wirtschaftsmodus, der auch den Namen verdient hat und viel mehr Optionen mit sich bringt. Hier wird leider nur ein mageres Spiel geboten, das wahrscheinlich in der Rennspielsparte auf dem PC nach wenigen Wochen untergeht. Schade, aber es ist leider so.